Buchen

Stammzellen-Typisierungsaktion in Buchen 108 Menschen kamen in die DRK-Kreisgeschäftsstelle, um zu helfen

Mit einem bisschen Blut Leben retten

108 Menschen besuchten am Mittwoch die DRK-Kreisgeschäftsstelle in Buchen, um sich typisieren zu lassen. Sie unterstrichen damit ihre Bereitschaft, Leukämiepatienten zu helfen.

Buchen. Auf viele Unterstützer hatten die DRK-Mitarbeiter Meryem Kayer und Maximilian Behr, die Initiatoren der Aktion, gehofft. Und sie wurden nicht enttäuscht. 108 Menschen waren am Mittwoch in die DRK-Kreisgeschäftsstelle in Buchen gekommen, um sich typisieren zu lassen.

"Das ist eine sehr gute Zahl", so Meryem Kayer, zuständig für den Hausnotruf beim DRK-Kreisverband, gegenüber den FN. Schließlich habe die Aktion diesmal nicht direkt für eine Person stattgefunden, sondern sei allgemein gehalten gewesen. Vor zehn Jahren, als zur "Hilfe für Ergün und andere" aufgerufen worden war, kamen 260 Menschen zur Typisierungsaktion, drei davon kamen sogar weltweit als Spender in Frage. "Das war ein Riesenerfolg", meinte Daniela Griffiths von der Deutschen Stammzellspenderdatei Rhein-Neckar, die ebenfalls in Buchen mit von der Partie war. Schließlich benötige man für die Blutstammzelltransplantation einen genetischen Zwilling und "das gleicht der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen". Auch die jetzt erreichte Zahl von 108 Blutproben sei ein wirklich gutes Ergebnis. Nur durch die hohe Anzahl an Spendenwilligen sei es möglich, dass 50 Prozent aller Patienten (ohne passenden Familienspender) innerhalb von sechs Wochen einen passenden Spender finden und weitere 25 Prozent innerhalb der ersten drei Monate.

Auch mit dem monetären Spendenaufkommen zeigte sich Meryem Kayer zufrieden. Denn Geld wird gebraucht. Schließlich kostet die Registrierung und Typisierung eines Spenders 50 Euro. "Es war eine tolle Atmosphäre", beschreibt sie die Aktion. Kurz vor 19 Uhr, dem geplanten Ende der Veranstaltung, seien noch einmal 20 Menschen gekommen. Kayer bedauerte lediglich, dass Maximilian Behr, zuständig für die soziale Arbeit im Kreisverband, wegen Krankheit am Mittwoch nicht dabei sein konnte.

Den Spendenwilligen wurde es in Buchen sehr einfach gemacht. Sie mussten nur einen Anmeldebogen ausfüllen, eine ärztliche Untersuchung gab es nicht. Dann wurde etwas Blut abgenommen und schon konnten sich die Spender am reichhaltigen Buffet mit Brezeln und Laugenstangen - gestiftet von Buchener Bäckereien - und Kuchen - gebacken von den DRK-Mitarbeitern - stärken.

Mitarbeiter der Deutschen Stammzellspenderdatei Rhein-Neckar nahmen die Blutkonserven entgegen und mit nach Mannheim zum Analysieren im Labor. Die Daten werden dann an das Zentrale Knochenmarkspenderregister Deutschland (ZKRD) und an die weltweite Datenbank übermittelt, von wo aus sie im Bedarfsfall weltweit abgerufen werden können.

Größte Datenbank in Europa

"Das ZKRD ist die größte Datenbank in Europa mit über sieben Millionen Spendern", erklärte Daniela Griffith. Zehn Prozent der registrierten Spender würden zu weiteren Untersuchungen gebeten und nur gerade mal ein Prozent spende tatsächlich.

Und die Typisierungsaktion spielt noch an ganz anderer Stelle eine wichtige Rolle. Selina Grasberger, die für das DRK Buchen tätig ist und in Bad Mergentheim die DHBW besucht, um mit dem Bachelor of Arts BA Gesundheitsmanagement abzuschließen, hat sie für ihre Projektarbeit zum Thema.