Buchen

Tierschutz II Miriam Zimmermann vom Tierheim Dallau berichtet über personelle Probleme / Hundehalterin sorgte mit dutzenden Tieren für Aufsehen

Mit erschreckenden Bildern konfrontiert

Archivartikel

Dallau.Ähnlich wie der Tierschutzverein Buchen hat auch das Tierheim Dallau Probleme, neue und vor allem junge Mitglieder zu finden. Miriam Zimmermann von der Tierheimleitung glaubt zwar nicht, dass das Thema Tierschutz niemanden interessiert. „Die Leute beobachten heutzutage viel mehr die Tiere und rufen häufiger an, wenn sie mangelhafte Haltungen sehen“, erklärt sie im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

Das Tierheim habe circa 300 Mitglieder, sagt sie. Viele davon seien älter, es gebe nur wenig junge Mitglieder. Zudem fehle es an Pflegeeltern, die sich um gefundene Tiere kümmern. „Vielleicht hat sich auch etwas in den Köpfen der Menschen verändert. Vor 20 oder 30 Jahren war jeder in seiner Kindheit in einem Verein, das ist heute nicht mehr so. Und Sport- und Musikvereine haben einfach einen praktischen Nutzen für einen selbst.“ Das Wort Tierschutzverein klinge auf einige abschreckend. Bei einer Tierrettung wolle jeder dabei sein, „doch vor Ort ist nicht immer alles schön anzusehen und einfach wegzustecken.“ Man werde manchmal mit erschreckenden Bildern konfrontiert, meint Zimmermann.

Über 70 Hunde gefunden

Als Beispiel nennt sie einen Fall aus dem vergangenen Jahr in einer Ortschaft im Landkreis. Eine Dame hatte sich gemeldet und mitgeteilt, dass sie Probleme habe, 15 Hunde zu vermitteln. Vor Ort angekommen, bekamen die Mitglieder des Tierheims auf einmal zu hören, sie hätte die Vierbeiner alle vermittelt. „Uns war aufgrund der Kürze der Zeit klar, dass da etwas nicht stimmen konnte“, so Zimmermann. Bei einem kurzen Blick in den Keller des Anwesens sahen die Tierschützer dutzende Hunde. Insgesamt hätten sie über 70 gezählt. „Das Veterinäramt war vor Ort, doch es wurde kein Tierhalteverbot erteilt, denn ihren eigenen Hunden ging es gut. Daher konnten die Behörden nichts machen.“ Man habe zwar in Zusammenarbeit mit anderen Tierheimen und Vereinen aus ganz Deutschland einen Großteil der Hunde vermitteln können. Doch plötzlich war die Frau aus der Ortschaft weggezogen. „Wir vermuten, dass sie die Hunde aus dem Ausland geholt hat, um sie dann in Deutschland zu verkaufen. Am Ende haben sich die Tiere aber vermehrt und sie hat die Kontrolle verloren. Rechtlich sind uns leider die Hände gebunden, wenn es ihren eigenen offiziellen Tieren gut geht“, erklärt die Leiterin. Genauso dürfe man nicht das Grundstück betreten, wenn der Besitzer dies verweigere. „Wir können oft nur an die Vernunft der Menschen appellieren.“ ms