Buchen

Familienheim-Baugenossenschaft Buchen-Tauberbischofsheim Das Vorzeigeprojekt ist der Buchener „Lindenhain 8a“

Mit „herausragenden Projekten“ gegen Notstand

Eine aussagekräftige Bilanz zog bei ihrer 72. Mitgliederversammlung in der Buchener Stadthalle die Familienheim-Baugenossenschaft Buchen-Tauberbischofsheim.

Buchen. In seiner Begrüßung hob Aufsichtsratsvorsitzender Ekkehard Brand „gezieltes, effektives und professionelles Arbeiten an stetiger Qualitätsverbesserung des Bestands“ hervor; Bürgermeister Roland Burger bezeichnete die frühere „Neue Heimat“ als „segens- und traditionsreiche Genossenschaft“ und erinnerte gleichsam an den sich abzeichnenden Notstand an bezahlbarem Wohnraum auch außerhalb Verdichtungsräumen. Diesem komme die Familienheim-Baugenossenschaft jedoch „mit herausragenden Projekten nicht nur in Buchen und Tauberbischofsheim“ entgegen. Nach den Totengedenken gab Brand den Prüfungsbericht der gesetzlichen Prüfung für das Geschäftsjahr 2017 bekannt. Auch in diesem Jahr bescheinigte der Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen (vbw) vollumfängliche Wahrnehmung aller Pflichten bei geordneter Vermögenslage.

Zentrales Thema des Abends war der von geschäftsführendem Vorstand Thomas Jurgovsky präsentierte Geschäftsbericht. Er begründete die Wohnungsproblematik unter anderem mit immer teurer und langwieriger werdenden Bauprozessen – so beanspruche der Neubau eines Mehrfamilienhauses von Planung bis Abschluss aktuell im Schnitt vier bis fünf Jahre. „Die Politik muss reagieren, um Wohnraum für Leute mittlerer und geringerer Einkommensbereiche bereitstellen zu können“, merkte Jurgovsky an und erinnerte an diverse Projekte. An deren Spitze steht das Haus „Am Lindenhain 8a“ in Buchen, dessen sich auf voraussichtlich 2 067 000 Euro belaufender Bau im September 2017 begann. Hier warten elf am 1. März 2019 bezugsfertige, von Gehsteig bis Wohnung und Balkon komplett barrierefreie Zweizimmerwohnungen mit höchstem Komfort auf die Mieter. Ebenso erinnerte er an den Abschluss der Modernisierungen der Wohnanlagen „Schönbornstraße 39 und 41“ in Walldürn und die Sanierung zweier Häuser in der Adelsheimer Lachenstraße.

Weiter ging es mit Zahlen und Fakten: Der aktuelle Immobilienbestand umfasst 616 Wohn- und sechs Gewerbeeinheiten; nach dem Verkauf unprofitabler Altbestände werden mit geringerem Bestand höhere Einnahmen erwirtschaftet. Aktuell stehen 18 Wohnungen leer; eine Wohneinheit wurde komplett aufgegeben. Die für Modernisierung und Instandhaltung aufgewendete Summe im Geschäftsjahr 2017 belief sich auf 1 196 000 Euro; zum Jahreswechsel 2017/18 hatte die Genossenschaft 1423 Mitglieder mit insgesamt 4228 Anteilen; die Fluktuation lag bei 60 Wohnungswechseln. „Die Nachfrage nach genossenschaftlichen Mietwohnungen war je nach Ort unterschiedlich“, betonte Jurgovsky. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 lag der durchschnittliche Mietpreis für die Wohnungen bei 5,76 Euro, für die Pflegeheime bei 8,027 Euro und für die gewerblichen Objekte bei 5,80 Euro pro Quadratmeter; Erhöhungen gab es nur bei Neu- und Anschlussvermietungen.

Im Prüfbericht des Geschäftsjahres 2017 wies Aufsichtsratsvorsitzender Brand auf die Bilanzsumme von 29,1 Millionen Euro hin; der Bilanzgewinn in Höhe von rund 19 245 Euro wird zur Ausschüttung einer dreiprozentigen Dividende auf bestehende Genossenschaftsanteile verwendet. Ergebnis nach Steuern: 369 894 Euro. Vom Jahresüberschuss in Höhe von 291 489 Euro wurden 272 244 Euro in Ergebnisrücklagen eingestellt. Der Jahresüberschuss liegt bei 291 489,45 Euro.

Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2018 fokussierte energetische Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen in Lauda und Buchen sowie den Bau aufgrund veränderter Müllrichtlinien erforderlicher Müllplätze zur Aufbewahrung großer Sammelbehälter in Tauberbischofsheim.

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte durch Peter Stammer, der als Vorstandsvorsitzender des Siedlungswerks Baden die Genossenschaft als „ausgesprochen aktiv und rührig“ würdigte. Im Aufsichtsrat ergaben sich sodann personelle Veränderung: Da Horst Hollenbach (Boxberg) nach 26-jähriger Zugehörigkeit zum 75. Geburtstag satzungsgemäß ausschied und mit dem Hinweis auf seine von Verlässlichkeit und Bürgernähe geprägte Tätigkeit mit der silbernen Ehrennadel des Verbands baden-württembergischer Wohnungsunternehmen (vbw) geehrt wurde, wurden Reiner Link (Buchen) und Roland Linsler (Hettingen) wieder gewählt; für den im Dezember 2017 ausgeschiedenen Klaus Vath (Tauberbischofsheim) rückte Bürgermeister Elmar Haas (Ahorn) nach. Der abschließende Dank Ekkehard Brands galt geschäftsführendem Vorstand Thomas Jurgovsky, nebenamtlichem Vorstand Bürgermeister Markus Günther (Walldürn) sowie Belegschaft und Teilhabern.

Für die musikalische Ausgestaltung am Flügel war Istvàn Koppànyi (Musikschule Bauland) zuständig; mit einem Imbiss klang der Abend aus.

Für jeweils 25-jährige Mitgliedschaft wurden Susa Afonina (Hardheim), Jürgen Eberle (Bödigheim), Wendelin Gehrig Glashofen), Joachim Grzes (Grünsfeld), Ingrid Häfner (Hainstadt), Anneliese Kaiser (Buchen), Fridolin Krall (Krautheim), Gabriele Naake-Eckert (Tauberbischofsheim), Marija Smerek (Buchen), Alma Steinhauer (Hardheim), Erhard Stephan (Lauda-Königshofen) und Georg Zehner (Tauberbischofsheim) geehrt. Für 50 Jahrewurden geehrt: Helmut Anderlik (Buchen), Bertram Balles (Hainstadt), Adolf Barta, Reinhard Hammer (beide Osterburken), Martin Kaiser (Walldürn), Maria Meidel, Josef Schlör (beide Buchen), Roswitha Stöhr (Lauda-Königshofen), Burkhard Trunk (Rippberg) und Herbert Vath (Tauberbischofsheim). ad