Buchen

571. Buchener Faschenacht wurde eröffnet Gleich drei überzeugte Faschenachter wurden mit dem BDK-Verdienstorden in Silber geehrt

Mit "Kerl, wach uff" und "Hinne houch" gestartet

Mit einem dreifachen "Hinne houch" wurde die 571. Buchener Faschenacht eröffnet. Trotz strömenden Regens erwiesen viele dem Brauchtum sowie der gastgebenden FG "Narrhalla" alle Ehre.

Buchen. Zuvor allerdings weckte FG-Vorsitzender Herbert Schwing den närrischen Hofstaat, der sich ganz gemächlich zum Alten Rathaus bewegte. Dort erwartete sie schon Bürgermeister Roland Burger, der in seiner Rolle als Schultes gemäß dem alten Brauch am Martinstag den Pachtzins für das Zunfthaus in Rechnung stellte. Selbstverständlich zeigten sich die Narrenräte bester Stimmung und hatten neben dem Pachtzins auch die leibhaftige Martinsgans mitgebracht. Natürlich wird sie an Weihnachten nicht auf den Tisch kommen, sondern weiterhin munter im Stall schnattern.

Eid auf die Faschenacht

Während die Kinder sich frische Brezeln einverleiben konnten, zog der Tross weiter zum Museumshof, auf dem sich der Große Rat die Ehre gab und seinen Eid auf die Buchener Faschenacht schwor: Herbert Schwing hielt die Narrenräte dazu an, nach alter Väter Sitte die schönen Huddelbätze zu tragen und natürlich auch die Wäscheleinen über die Straßenzüge zu spannen - schließlich solle jeder sehen, dass die Faschenacht begonnen hat! So gelobten die Narrenräte ihre Treue und Ergebenheit, die mit dem Kuss auf des Bleckers Gesäß verbrieft wurde: Ordnung muss sein - erst recht, wenn es bereits "fünf vor zwölf" für die Faschenacht ist, wie Herbert Schwings launige Ausführungen verhießen.

Zum ersten Mal seit Aschermittwoch wurde dann natürlich auch wieder der klingende Weckruf "Kerl wach uff" angestimmt, ehe der bestens gelaunte Ausscheller Ludwig Lemp die Gruppe dazu animierte, auch heuer wieder fleißig und fröhlich das närrische Treiben auf sich wirken zu lassen. Mit dreifach kräftigem "Hinne houch" bekundeten die Buchener ihre Freude und begrüßten die inzwischen 571. Faschenacht aufs Herzlichste.

Wärmende Suppe

Begleitet durch allerhand zünftigen Lieder von "Huddelkrach" ging es schnurstracks ins Alte Rathaus, wo nach dem von Manfred Kirchgessner aufgesagten Tischgebet eine angesichts beinahe winterlicher Temperaturen mehr als dankbar ersehnte Aufwärmung in Form der wohlschmeckenden Grünkernsuppe ausgeschenkt wurde - natürlich war auch der zweite oder dritte Nachschlag kein Thema: "Ich habe fast 120 Liter Suppe gekocht", lachte Uta Schwing, die bereits am Abend zuvor die Suppe vorbereitet hat und am Samstag seit sieben Uhr in der Küche stand. Mit einer kurzen Ansprache an die Freunde der Buchener Faschenacht dankte Herbert Schwing allen Aktiven und leitete über zum Grußwort von Bürgermeister Roland Burger, der sich über eine weitere Neuauflage des "humorvollen Beweises gelebten Brauchtums" freute und der Saison einen so närrischen wie erfolgreichen Verlauf wünschte. Nicht unerwähnt ließ er, dass 25 derzeit an der Zentralgewerbeschule weilende ungarische Austauschschüler der Zeremonie beiwohnten.

Im Anschluss fanden die Ehrungen statt. Bernhard Pfeiffer vom Bund Deutscher Karneval (BDK) ehrte gleich drei überzeugte Faschenachter mit dem BDK-Verdienstorden in Silber. Zunächst freute sich Davor Manovic über diese Ehre: Seit 1992 gehört er dem Narrenrat an, zeichnet seit 1994 für das Bühnenbild der Prunksitzungen verantwortlich und wirkt seit 1995 bei der Ordensgestaltung mit.

Eine weitere Ehrung erfuhr das Wirken von Ludwig Lemp, der 1985 zum Narrenrat dazustieß und seit 1990 das "Strohbärenteam" verstärkt, 1999 zum Ausschellerteam kam und seit 2013 als Ausscheller aktiv ist. Weiterhin bekleidet Lemp seit 2009 das Amt des Liegenschaftsverwalters.

Untrennbar mit der Bleckerstadt verbunden ist auch Norbert Herzmann, der 1988 zum Umzugsleiterteam und 1989 zum Narrenrat kam. Seit 2009 ist er als Kassenprüfer tätig, um ab 2012 das Prunksitzungsteam zu komplettieren und 2017 zum Umzugsleiter ernannt worden zu sein. Mit andächtigen Zeilen über das närrische Treiben wünschte er das Beste zur neuen Saison: "An der Nasenspitze eines Anderen hört die Faschenacht auf!"

Mit der traditionellen Rotweinverkostung am Narrenbrunnen - der Blecker spuckte statt Wasser auf einmal den Rebensaft aus - sowie dem Ausklang im Zunfthaus ließen es sich die Narren auch nach dem offiziellen Teil gut gehen. Denn nun ist die 571. Faschenacht eröffnet! ad