Buchen

90 Jahre Joseph Steiff GmbH & Co. KG aus Hettigenbeuern Jubiläumsfeier mit einem Sommerfest begangen / Meinrad Herkert wurde verabschiedet

„Mitarbeiter sind unser größtes Gut“

An der „Steiffschen Waldhütte“ hat die Familie Steiff mit ihren heutigen und früheren Mitarbeitern Rückblick auf 90 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte gehalten,

Hettigenbeuern. „Das Unternehmen ist ein Spiegel aller Menschen die in dieser Gemeinschaft wirken“, hob Uwe Steiff in der Festrede beim Firmenjubiläum „90 Jahre Firma Joseph Steiff“ hervor. Diese Firmenphilosophie hat die Firma über neun Jahrzehnte begleitet und das gute Miteinander wurde auch beim Sommerfest spürbar. Dank gab es für die Belegschaft, deren Treue und Engagement mehrfach als wesentliche Grundsteine für den Erfolg in der Firmengeschichte hervorgehoben wurde.

„90 Jahre Firma Steiff erfüllen uns mit Stolz und sind Anlass für ein schönes Fest“, begrüßte Uwe Steiff die heutigen und früheren Mitarbeiter mit ihren Familien an der Waldhütte. Eine interessante Bilderwand dokumentierte die Betriebsgeschichte auf hervorragende Weise. Firmenchef Uwe Steiff hielt dann in einer mit Anekdoten gespickten Festrede Rückblick auf die 90-jährige erfolgreiche Firmengeschichte und erinnerte an die Anfänge der am 1. Oktober 1927 von seinem Opa Joseph Steiff gegründeten Firma.

Frühe Entscheidung getroffen

Joseph Steiff wurde 1905 in Frankfurt/Main-Höchst geboren und hat sich schon mit 22 Jahren entschieden, in die Selbstständigkeit zu gehen. Am 1. Oktober 1927 gründete er zusammen mit einem Herrn Merz die Firma Steiff und Merz Reparaturwerkstatt für Fahrräder und Motorräder in Frankfurt/Zeilsheim. Von seinem Partner trennte er sich nach kurzer Zeit und führte den Betrieb als Einzelfirma weiter. 1933 wurde das Firmenspektrum erweitert, es wurde Autozubehör ins Programm genommen. Im Jahr 1940 erwarb Joseph Steiff die Talmühle in Hettigenbeuern, und Anfang 1941 zog die Familie Steiff nach Hettigenbeuern in den Odenwald.

Durch den Handel mit Schrauben kam er schnell auf die Idee, hier eine Schraubenfabrik aufzumachen. Als Fertigungshalle diente damals der alte Mühlenraum. Ab 1945 wurden dann in Hettigenbeuern auf gebrauchten Maschinen produziert. Den Standort in Frankfurt hat er 1953 verkauft und sich voll auf die Produktion in Hettigenbeuern konzentriert. Die erste Halle, ein Teil der heutigen Schleiferei, wurde in den Jahren 1947 und 1948 errichtet. 1950 waren in Hettigenbeuern 16 Personen beschäftigt, vier dieser Mitarbeiter stammten aus Frankfurt.

1994 in Fußstapfen getreten

Uwe Steiff erinnere an die verschiedenen Firmennamen, von der Schraubenfabrik über die Fassondreherei kam es zur Bezeichnung Werkzeugbau und Fassondreherei, die heute mit dem Logo Drehen, Fräsen und Schleifen bekannt ist. 1966 wurde die Einzelfirma in eine KG umgewandelt und ist nun eine GmbH & Co. KG. 1968 übergab Joseph Steiff nach über 40-jähriger Selbständigkeit das Geschäft an seinen Sohn Willi Steiff, 1994 sei er in diese Fußstapfen von Vater und Großvater getreten, stellte Uwe Steiff heraus. „In den neun Jahrzehnten gab es unglaubliche und rasante technische Entwicklungen. Es gab viele gute erfolgreiche Jahre aber auch schlechte Zeiten“, erinnerte er. Es erfolgte die Einführung der Computertechnologie und später die CNC-Technik.

„Die Mitarbeiter sind unser größtes Gut“, betonte Uwe Steiff und zitierte aus der Rede seines Opas Joseph Steiff zum 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 1977. Dieser hatte bereits die Belegschaft als wesentliche Wurzeln des Erfolges beschrieben. Auch einen kleinen Blick in die Zukunft richtete Uwe Steiff und kündigte an, in den nächsten Jahren seinen „Chefsessel“ gewissermaßen zu räumen. Ein Nachfolger sei bereits gefunden, auf Christian Meixner kommen große Herausforderungen zu, er freue sich, dass die Firma gut aufgestellt in die Zukunft blicken könne und natürlich bereits auf das 100-Jahr-Jubiläum der Firma.

Langjährige Treue der Mitarbeiter

Ortsvorsteher Günther Müller beglückwünschte zum Jubiläum und übermittelte Grüße des Ortschaftsrates. Das Jubiläum sei zweifelsohne ein Grund um Rückblick zu halten und die erfolgreiche Entwicklung des Betriebes sei ein Grund zur Freude und zum Feiern, stellte der Ortsvorsteher heraus. Wenn heute viele Personen bei der Firma Steiff einen sicheren Arbeitsplatz haben, so Müller, sei das für den Firmeninhaber immer wieder eine große Herausforderung, für genügend Aufträge zu sorgen. Bei der Firma Steiff sei langjährige Betriebstreue der Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt.

Er dankte der Firma, in der immer wieder junge Menschen ausgebildet werden. „Es ist ein Segen für unsere Gemeinde, eine solche Firma vor Ort zu haben, die sich neben dem Angebot an Arbeitsplätzen auch noch für das Gemeinwohl engagiert“, zollte Ortsvorsteher Müller Anerkennung. „90 Jahre sind eine lange Zeit, in denen so manche schwierige Hürde gemeinsam genommen wurde“, stellte Betriebsratsvorsitzender Christoph Walter fest. 90 Jahre stehen für drei Generationen der Familie Steiff. Auch er erinnerte an die rasante Entwicklung der Technik und das Wachsen vom Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen.

Auch Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Roland Burger beglückwünschten die Firma zum Jubiläum. Beide hoben ebenfalls die Mitarbeiterschaft als einen wichtigen Garanten für den Erfolg hervor. Die Belegschaft überreichte an Uwe Steiff eine beleuchtete, aus Metall gefertigte Weltkarte zur Erinnerung an das Jubiläum sowie einen Stahl-Feuerkorb mit den Steiff-Firmen-Initialen. Im Rahmen des Jubiläumsfestes wurde Meinrad Herkert nach nahezu 20-jähriger Tätigkeit bei der Firma Steiff in den Ruhestand verabschiedet. „Du warst ein Glücksfall für unsere Firma“, zollte Uwe Steiff Anerkennung und dankte ihm für sein großes Engagement.

Nach Ausbildung und Meisterprüfung als Dreher und verschiedenen Tätigkeiten bei der Firma Roth in Buchen und der Maschinenfabrik Ravenstein kam Meinrad Herkert 1999 zur Firma Steiff.

Er kümmerte sich gewissermaßen als „rechte Hand“ des Chefs um Bauteile für Windenergie ebenso um das Akquirieren neuer Kunden, Kundenbesuche, Ausbildung, Vorbereitung des Schichtbetriebes und vieles mehr.

Es war ein harmonisches Miteinander, betonte Uwe Steiff, Meinrad Herkert werde fehlen.

Namens der gesamten Belegschaft dankte Betriebsrat Christoph Walter ihm für die gute und angenehme Zusammenarbeit. hes