Buchen

Schiedsrichtervereinigung Buchen Verantwortliche beklagen Nachwuchsprobleme und nachlassende Einsatzbereitschaft

Mitgliederzahl schrumpft weiter

Archivartikel

Götzingen.Wie ein roter Faden zogen sich anstehende Herausforderungen durch die Jahreshauptversammlung der Schiedsrichtervereinigung Buchen. Themen im Sportheim des TSV Fortuna Götzingen waren der mangelnde Nachwuchs, nachlassende Einsatzbereitschaft, zunehmende Ausfälle und Angriffe gegen Referees.

Die sehr gut frequentierte Versammlung, erfreulicherweise auch mit Damen in den Reihen der Aktiven, wurde durch Obmann Felix Beuchert eröffnet. In seinem Jahresresümee präsentierte er einen detaillierten Lagebericht über die Entwicklung im Fußballkreis Buchen und die besondere Situation der Schiedsrichtervereinigung, einer relativ kleinen und daher umso mehr geforderten Gemeinschaft. Negativ zu vermelden sei, dass man zu wenige Neuzugänge habe. Dies habe zwangsläufig Auswirkungen auf die Altersstruktur, die er im Detail erläuterte.

Soll des Verbandes nicht erreicht

Die Mitgliederzahl schrumpfe leider von Jahr zu Jahr und ging zurück auf 113 (122 im Vorjahr), von denen 74 (84) aktiv sind. Das gemäß Spielordnung des Verbandes erforderlich Soll von 167 werde also bei weitem nicht erreicht, meinte Beuchert. Immer mehr Probleme bei den Spielbesetzungen seien trotz des Austausches mit Nachbarkreisen zwangsläufig die Folge. Der Obmann wies darauf hin, dass lediglich sieben Vereine ihr Soll erfüllen, 37 Vereine blieben unter ihrem Soll, 20 Vereine stellen gar keinen Schiedsrichter.

Positiv wusste Beuchert zu berichten, dass die Vereinigung beim Turnier in Karlsruhe erfreulicherweise den Sieg einfahren konnte. Ebenso erfreulich und überraschend sei auch die Erringen des mit 5000 Euro dotierten ersten Platzes in der Kategorie „Fußball Digital“ bei der Ausschreibung der Sepp-Herberger-Stiftung. Erfreulich wertete er insbesondere auch die Fortschritte und Ergebnisse im Bereich Lehrarbeit. Unerfreulich und sehr bedauerlich, fuhr der Obmann fort, sei dagegen der um sich greifende Werteverfall. Er beklagte die immer häufigeren Ausfälle und Frustattacken von Spielern, Offiziellen oder Zuschauern gegen Schiedsrichter. Diese Entwicklung schade dem Sport und trage bestimmt nicht zur Steigerung der Bereitschaft zum Engagement als Schiedsrichter bei.

Online-Kurse ans Herz gelegt

Bei den Pflichtversammlungen zur Aus- und Weiterbildung der Referees laufe nicht alles nach Wunsch und Notwendigkeit, stellte Lehrwart Heiko Link eingangs seiner Jahresbilanz fest. Die Mitarbeit bei Ausbildung, der Regelschulung und Regelauslegung sei absolut noch ausbaufähig. An Offerten zur Weiterbildung mangele es nicht, doch müssten diese auch wahrgenommen werden. Insbesondere die Online-Kurse verdienten mehr Akzeptanz. Dadurch könnten die Prüfergebnisse verbessert und Leistungssteigerungen erreicht werden, appellierte er an die Schiedsrichter. Dass dies der richtige Weg sei, dokumentiere sich bei- spielsweise darin, dass Buchens Schiedsrichtervereinigung beim DFB als Vorbild gesehen werde und mit ihrer wegweisenden Arbeit bundesweit den ersten Platz belege.

Dem Jahresrückblick von Spielverteiler Thomas Mistele waren die Problematik des Schiedsrichterbetriebs sowie das Fehlen positiv stimmender Zukunftsperspektiven deutlich zu entnehmen. Link präsentierte im Auftrag von Julia Sturm, der verhinderten Leiterin der derzeit 18 Nachwuchs-Schiedsrichter, deren Bericht mit Situations-Analyse und Information über das neue Mentoren-Programm. Nach diesen Berichten wurde auf Antrag von Holger Jakob der Schiedsrichter-Ausschuss einstimmig entlastet. Den „unübersehbaren Wandel in der Gesellschaft mit dramatischem Werteverfall“ bedauerte auch Fußballkreis-Vorsitzender Klaus Zimmermann. Er appellierte an die Referees, Gelassenheit an den Tag zu legen, durch gute Ausbildung auch gute Leistung zu erbringen und im Bedarfsfall stets um Ausgleich bemüht zu sein. Verbunden mit Dank und Glückwünschen überreichte er die silberne BFV-Ehrennadel für 20 Dienstjahre an Manfred Zier und Timo Noe sowie die BFV-Ehrennadel für zehn Jahre an Christian Metzger.

Auch seitens des Kreises Buchen standen zwei Auszeichnungen an. Felix Beuchert ehrte Reiner Apfelbacher für 35 Jahre und Siegbert Breitenbach für 40 Jahre Dienst mit der Schiedsrichter-Pfeife. Grußworte der Obmänner der Nachbarkreise Tauberbischofsheim und Mosbach mit Blick auf die Gesamtsituation und Dank für die gute Zusammenarbeit schlossen sich an. Mit Terminhinweisen und einem nachdenklichen Ausblick beendete Felix Beuchert die Versammlung auf weiterhin erfolgreiches Miteinander und gutes Gelingen. jm