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Düngemittelverordnung FN-Gespräch mit Frieder Blum von der Güllegemeinschaft Neckar-Odenwald-GbR

Nährstoffe müssen wohl dosiert sein

Die Düngemittelverordnung stellt klar, dass zwischen Februar und November Gülle ausgebracht werden darf. Gerade kurz vor der Ernte gewinnt der Prozess jedoch besondere Bedeutung.

Neckar-Odenwald-Kreis. "Nur wenn Pflanzen die richtige Menge an Nährstoffen bekommen, können sie ihr Potential ausschöpfen und eine gute Ernte erbringen", so Einsatzleiter Frieder Blum von der dem Maschinenring Odenwald-Bauland angeschlossenen Güllegemeinschaft Neckar-Odenwald GbR im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Und dazu bedarf es des Düngers.

"Unsere Aufgabe ist die Gülleausbringung auf die Felder der Landwirte", erklärt Blum. "Wir können das Güllelager aufrühren, damit sich Sinkschichten auflösen und wir eine homogene Masse haben". Hierzu wird die Gülle mit einem als "Zubringer" bezeichneten Tankanhänger zur Verteilmaschine ("Gülletruck") gefahren, um von dort aus direkt in den Boden eingearbeitet zu werden.

Besonders wichtig sei dieser Prozess, um keine Nährstoffe zu verlieren und auch möglichst geruchsarm zu arbeiten, wie Blum ausführt. Dabei ist das von Autofahrern hin und wieder als Geruchsbelästigung wahrgenommene flüssige Gemisch aus Kot und Harn landwirtschaftlicher Nutztiere wichtiger als oft angenommen: "Gülle bringt Nährstoffe auf die durch Ernte abgefahrenen Felder zurück, was einen neuen Nährstoffkreislauf erzeugt und den geringeren Einsatz von mineralischen Dünger ermöglicht", betont Frieder Blum und fügt an, dass durch Gülle das Bodenleben und die Bildung von Humus gefördert werden.

Die neben dem Neckar-Odenwald Kreis auch im Rhein-Neckar-Kreis, Hohenlohekreis, Main-Tauber-Kreis sowie im Kreis Heilbronn tätige Güllegemeinschaft vertraut auf hochkarätige Technik: "Wir haben eine Güllekette und ein Solo-Fass", schildert Blum und verweist auf den fünfrädrigen "Vervaet-Gülletruck", der als Herzstück der Güllekette ausschließlich auf den Feldern im Einsatz ist.

Dort wird die Gülle über eine Scheibenegge direkt in den Boden eingearbeitet. "Äußerst breite Reifen dienen dazu, das Gewicht auf einer großen Fläche verteilen zu können", lässt Blum im FN-Gespräch wissen.

Böden sollen geschont werden

Die Böden müssen stets geschont werden: "Sie sind das wichtigste Gut eines Landwirts und Grundlage seiner Ernte", betont er. Ergänzt wird die Güllekette von Tankanhängern, die auf dem Hof mittels einer Pumpe befüllt werden, um direkt zu Feld und Wiese gebracht zu werden. Aus einem Schlepper mit einem angehängten Fass besteht das Solo-Fass mit dem die Gülle direkt vom Hof auf das Feld gefahren wird. "Über einen Schleppschuhverteiler tragen wir sie streifenförmig auf und in den Boden", erklärt Frieder Blum. Mit einem Schleppschuh werde die Bodenoberfläche vergrößert, dass die Gülle rascher vom Boden aufgenommen werden kann. "Die Technik gewährleistet, dass sie bodenschonend, effizient und mit geringem Verlust von Nährstoffen geprägtes Auftragen der Gülle an die Wurzeln der Pflanzen gelangt", betont er.

Die Gerätschaften werden auf Kundenwunsch eingesetzt: "Ein typischer Einsatz beginnt mit der Anmeldung eines Kunden, der seine Gülle ausgebracht haben möchte", informiert er. Sobald ein Termin gefunden wurde, steuert der "Gülletruck" den Kunden an, der dann die Tankanhänger selbst fährt.

Das "Solo-Fass" kommt ins Spiel, wenn der Kunde - etwa aus zeitlichen Gründen - selbst nicht mitwirken kann. Wie viel Gülle aufgebracht wird, kann jedoch nie konkretisiert werden: "Man rechnet die Gülle nicht nach der Menge, sondern über Inhaltsstoffe", erklärt Blum und verweist auf den Nährstoff, den die Pflanzen für gutes Gedeihen benötigen: "Jede Pflanze hat einen individuellen Bedarf von Saat bis Ernte, wobei jede Gülle gleichsam einen eigenen Nährstoffgehalt aufweist", weist er hin. So werde sie bewusst dann ausgebracht, wenn sie von den Pflanzen verwertet werden kann - etwa vor der Saat direkt in dem Boden, damit die jungen Pflanzen die Nährstoffe verwerten können.

"Auf Grünland kann man über die gesamte Vegetationsphase Gülle ausfahren, da dort immer Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen können", betonte Blum zum Ende des Gesprächs.