Buchen

Zwischenbilanz der Rettungsdienste Durchschnittlich 11,2 Arbeitseinsätze der Mediziner täglich / Zahlen sind leicht rückläufig

Notärzte im ersten Halbjahr 2028 Mal alarmiert

Neckar-Odenwald-Kreis.Ein Notfall zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr – gut, wenn kompetente Hilfe rasch verfügbar ist. Im ersten Halbjahr 2018 wurden die Notärzte der Standorte Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken insgesamt 2028 Mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert, die Notrufe über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 entgegennimmt.

Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 um 185 Einsätze oder 8,4 Prozent. Bei durchschnittlich einem Einsatz weniger pro Tag entspricht das in etwa dem Einsatzaufkommen im gleichen Zeitraum 2016 (2088 Notarzteinsätze). Bei durchschnittlich 11,2 Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet entfielen die meisten Einsätze auf den Standort Mosbach, dessen Notärzte 763 Mal alarmiert wurden (4,2 Einsätze pro Tag, im ersten Halbjahr 2017 892 Einsätze). Am Notarztstandort Buchen wurden insgesamt 530 Einsätze absolviert (2,9 Einsätze pro Tag, 2017: 574) und am Standort Hardheim 330 (1,8 Einsätze pro Tag, 2017: 397).

175 Einsätze für Osterburken

Der Notarzt am Standort Osterburken, mittlerweile seit vier Jahren zusätzlich einsatzbereit von 7 bis 19 Uhr, wurde 175 Mal alarmiert (ein Einsatz pro Tag, 2017: 192). Seit 1. November 2016 rückt ein weiterer Notarzt von 7 bis 19 Uhr im Bereich Asbach aus, im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 230 Mal (1,3 Einsätze pro Tag, 2017: 160). Als provisorisches Quartier dient dort weiterhin das Feuerwehrgerätehaus, das die Gemeinde zur Verfügung stellt.

Die Notfallmediziner der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Krankenhauses Hardheim stellen damit gemeinsam mit den Einsatzkräften der beiden DRK-Kreisverbände und dem Malteser-Hilfsdienst die Notfallversorgung an insgesamt fünf Standorten im Kreisgebiet rund um die Uhr sicher.

Der Hauptgrund für Notarzteinsätze sind unverändert Erkrankungen des Herzens wie Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen. Auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie Asthmaanfälle. Bei etwa jedem 40. Einsatz werden Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen. Durch die Medienberichterstattung werden diese Einsätze aber naturgemäß viel mehr wahrgenommen.

„Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen“, so Privatdozent Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist.

„Herausforderung“ Dienstplan

Er weist aber auch auf die „große Herausforderung“ hin, welche die Sicherstellung des Notarztdienstes darstellt. Der DRK-Kreisverband Buchen stellt die permanente Einsatzbereitschaft des Notarzteinsatzfahrzeuges in Buchen und Hardheim sicher, wobei letzteres nur tagsüber zum Einsatz kommt (siehe Infobox).

Landrat Dr. Achim Brötel sieht unverändert Handlungsbedarf, um die Notfallversorgung dauerhaft in der Fläche sicherstellen zu können. „Der Bereichsausschuss hat weitere Erweiterungen der Vorhaltung von Rettungsmitteln beschlossen, um die Vorgaben des Rettungsdienstgesetzes zu erfüllen.“

Lob für „Helfer vor Ort“

Er betont, dass es neben der professionell organisierten Hilfe in medizinischen Notfällen ein weiteres wichtiges Element gibt, auf das die Bürger zählen dürfen: „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“ Die sogenannten „Helfer vor Ort“ („HVO“) der DRK-Ortsvereine werden ebenfalls von der Leitstelle in Mosbach alarmiert, wenn in ihrer Gemeinde ein Notfall gemeldet wird. Sie können so binnen weniger Minuten mit der Erstversorgung beginnen.

Wichtigstes Glied der Rettungskette bleiben aber die Ersthelfer, die als zufällige Zeugen eines Notfalls durch den Notruf über die 112 die Aktivierung des Rettungsdienstes sicherstellen. Darüber hinaus können durch einfache, leicht zu erlernende Maßnahmen der Ersten Hilfe die Überlebenschancen von Notfallpatienten gesteigert werden. Dazu gehört die Anwendung von Laien-Defibrillatoren, sogenannten AEDs, welche im Rahmen eines Projektes der Kommunalen Gesundheitskonferenz an über 180 Standorten im Kreis verfügbar sind, um die Versorgung von Patienten mit Herzkreislauf-Stillstand zu verbessern. Zusätzliche Hilfe soll die Smartphone-basierte Alarmierung von Helfern mit der App „Mobile Retter“ bringen (wir berichteten). Kurse für Jedermann bietet das DRK an, können aber auch für Gruppen und Vereine vor Ort organisiert werden.