Buchen

SPD Buchen feierte 100-jähriges Bestehen MdB a.D. Dr. Dorothée Schlegel hielt die Festrede / Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart gespannt

Partei geht „selbstbewusst neue Wege“

Für ein ganzes Jahrhundert im Zeichen von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität steht die SPD Buchen, die mit einem Festakt im Floriansaal ihr 100-jähriges Bestehen feierte.

Buchen. Nach beschwingtem Intro von Max und Florens Fischer begrüßte Vorsitzender Markus Dosch die Gesellschaft. „In Zeiten, in denen Rechtspopulismus die Gesellschaft spaltet und der Umgangston häufig unnötig rau gerät, muss man soziale Gedanken vorantreiben“, hielt er fest und sprach von „demokratischen und sozialen Werten“ – genau diese geben der SPD ihr Gesicht. Gemeinsam habe man vieles erreicht, auf das man durchaus stolz sein könne; dabei wurden zwar immer wieder auch Kompromisse erzielt, aber niemals das Profil verwässert.

Mensch im Fokus

Grußworte kamen von Buchens Beigeordnetem Benjamin Laber und SPD-Kreisvorsitzendem Jürgen Graner. Nachdem Laber auf geschichtliche Ereignisse und aus heutiger Sicht archaisch anmutende technische Errungenschaften des Jahres 1919 einging, attestierte er den Grundsätzen der Sozialdemokratie einen „unverändert großen Bedarf bei veränderten Rahmenbedingungen“: Stand 1919 das Streben nach menschenwürdigen Arbeitsbedingungen auf der Agenda, fürchte sich die Gesellschaft gegenwärtig eher vor einem sozialen Abstieg und dem Verlust erkämpfter Standards. Der SPD Buchen sprach Laber zu, stets den Mensch in den Fokus ihrer Entscheidungen zu stellen. „Das könnte aktueller und zukunftsträchtiger kaum sein“, betonte er und gratulierte den Genossen zu ihrem Jubiläum.

„Starke Bewegung“

Das tat auch Jürgen Graner: „Ihr seid Teil einer starken Bewegung“, gab er der SPD-Familie mit auf den Weg und erinnerte an die gerade im Altkreis Buchen recht angespannte Ausgangssituation für die Sozialdemokratie – die starke katholische Kirche und die schwache Industrie sorgte für sehr schwere Anfänge. „Bis heute tut sich die SPD mitunter schwer in einer sehr konservativen Bastion, hält aber die rote Fahne hoch“, betonte Graner und zeigte diverse Lichtblicke wie das Wirken etwa von Dr. Eberhard Barth und Volker Schwender auf. Sein Lob galt auch dem jungen Führungsteam mit Markus Dosch, Alexander Weinlein, Torsten Fahrbach und Johanne Müller, das auch bei der Aktion „Herz statt Hetze“ Akzente setze.

Nach dem gemeinsamen Lied „Bruder, zur Sonne, zur Freiheit“ hielt MdB a.D. Dr. Dorothée Schlegel die Festrede. „Nur mit der SPD konnte nach dem Ersten Weltkrieg der friedliche Übergang von der Monarchie zur Demokratie gelingen“, erklärte sie und spannte wirkungsvoll den Bogen von den Anfängen der Sozialdemokratie bis in die Gegenwart, in der sich die SPD aktiv für die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde einsetze. In klaren Worten brachte sie den aktuellen Status Quo auf den Punkt: „Für die Zukunft benötigen wir gute Augen, ein offenes Herz, eine freiheitlich-demokratische Gesinnung und gesunde Visionen, aber auch den Mut zum Ansprechen unbequemer Themen“, propagierte Schlegel. Im 100. Geburtstag der SPD Buchen sah sie eher ein Innehalten statt einer Feier zum puren Selbstzweck: „Wir kämpfen weiter und gehen selbstbewusst neue Wege“, kündigte sie an und überreichte Präsente an Markus Dosch und Dr. Eberhard Barth.

Abrundende Grußworte steuerten Kreistagsfraktionsvorsitzende Heide Lochmann und MdL Georg Nelius bei. Lochmann hob hervor, dass die Buchener SPD allen Höhen und Tiefen entgegen sich immer wieder neu aufgestellt habe und würdigte das Schaffen langjähriger SPD-Gemeinderäte trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen.

Georg Nelius verpackte seine guten Wünsche zum Jubiläum in eine klare Aussage: „Wir brauchen heute und in 100 Jahren Menschen, die sich nicht nur in Buchen für die Sozialdemokratie einsetzen“, betonte er und erwähnte Buchener „SPD-Lichtgestalten“ wie Sibylle Ostien, Max Fischer, Bruno Münch und Dr. Eberhard Barth, in denen er persönlich treue Wegbegleiter gefunden habe.

Geehrt wurden schließlich Markus Frey für 25 Jahre und Dr. Eberhard Barth für 50-jährige Treue. Vor dem Anstoßen rief Alexander Weinlein zur gemeinsamen Stärkung der Sozialdemokratie auf und dankte dem Organisationsteam für die gute Zusammenarbeit. ad