Buchen

„Ungarische Sammlung“ heute in Buchen Behörden warnen davor, Gegenstände bereitzustellen / Termin muss drei Monate vorher beim Landratsamt genehmigt werden

Polizei blieb bisher ohne Erfolg

Archivartikel

Rasenmäher, Reifen, Bettwäsche und Uhren, sogar alte Autos: Heute findet eine „ungarische Sammlung“ in Buchen statt. Landratsamt und Polizei warnen davor, denn: Diese ist illegal.

Buchen. Das Landratsamt hat aktuell Hinweise auf eine Sammlung von unter anderem Haushaltsgegenständen und Kraftfahrzeugen am heutigen Donnerstag in Buchen erhalten. Laut der Behörde handelt es sich hierbei um eine nicht angemeldete, vermutlich gewerbliche Sammlung von Abfällen.

Auch die Polizei warnt vor der Sammlung, wie Rainer Köller vom Präsidium Heilbronn klarmacht: „Man darf als Bürger für solche Sammlungen nichts bereitstellen.“ Die Streifen des Buchener Polizeireviers täten sich schwer, dagegen vorzugehen. Es sei bereits mehrmals versucht worden, ein Fahrzeug dieser Sammlungsfirma zu finden, die Insassen entsprechend zu kontrollieren und gegebenenfalls sogar anzuzeigen. „Das ist bislang nicht gelungen“, so Köller. Die Gruppe sei in der Regel zu dritt mit einem Transporter unterwegs. Es habe jedoch schon Fälle gegeben, in denen drei Fahrzeuge gleichzeitig im Ort unterwegs waren.

Insgesamt sei es in den Landkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Neckar-Odenwald sowie im Stadtkreis Heilbronn im Vorjahr in 24 Fällen zu Anzeigen gekommen. Fast in allen Fällen würden Ungarn dahinterstecken, welche das Material je nach Möglichkeit irgendwo „an den Mann bringen“. „Manche Dinge kommen nach Ungarn, manche werden gleich hier verkauft. Viel wird auch an die Schrotthändler veräußert“, berichtet der Pressesprecher der Polizei.

Personen handeln gegebenenfalls ordnungswidrig, wenn sie Gegenstände dafür bereitstellen und nicht gemäß den Vorschriften entsorgen, so das Landratsamt. „Sowohl bei Beseitigungs- als auch Verwertungsabfällen sind Privathaushalte nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet, ihren Müll den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zu überlassen“, erklärt Jan Egenberger, Pressesprecher des Landratsamtes. Sammlungen seien zudem drei Monate vor dem Termin bei der Behörde anzumelden. Ausnahmen hiervon für gemeinnützige und gewerbliche Sammlungen müssen genehmigt werden. „Die ,ungarische Sammlung’ wurde nicht genehmigt. Die Absichten und Entsorgungswege des Trägers sind außerdem unklar“, so Egenberger.

Mit der sogenannten „Überlassungspflicht“ wird festgelegt, dass Elektrogeräte nur an den dafür zugelassenen Einrichtungen – etwa der Hersteller – abgegeben werden dürfen. Das hat vor allem naturschutzrechtliche Gründe: Das Transformatorenöl von alten Kühlschränken beispielsweise ist schädlich für Tiere und Pflanzen.