Buchen

Über das „Grüne Band“ informiert Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha war gestern zu Gast in Buchen

Projekt hat „ganz besonderen Ansatz“

Archivartikel

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha ist auf dreiwöchiger Sommertour durchs ganze Land. Gestern war er in Buchen, um sich über das „Grüne Band“ entlang der Morre zu informieren.

Buchen. Im Neuen Schloss in Stuttgart wurden im letzten Jahr 53 Kommunen für ihre Ideen und Konzepte zur generationengerechten Quartiersentwicklung ausgezeichnet. Darunter auch die Stadt Buchen. Mit dem Projekt „Grünes Band entlang der Morre“ war sie beim Ideenwettbewerb des Ministeriums für Soziales und Integration „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ erfolgreich. 70 000 Euro flossen nach Buchen. Minister Lucha wollte nun das ausgezeichnete Projekt selbst in Augenschein nehmen.

Verschiedene Themen

Die Idee „Grünes Band“ stellte Bürgermeister Roland Burger zunächst im Bürgersaal des Alten Rathauses vor. „Es verknüpft ganz unterschiedliche Maßnahmen um die Themen Generationendialog, Demografie, Bewegung, Erholung und soziales Miteinander mit dem Ziel, den Bürgern eine zusammenhängende Parklandschaft mitten in der Stadt zur Verfügung zu stellen mit Erholungs-, Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen“, fasste Burger zusammen. Im Zentrum stehe die „alla hopp!“-Anlage und der künftige – noch umzubauende – Mehrgenerationentreff in direkter Nachbarschaft.

Das „Grüne Band“ erstrecke sich über rund vier Kilometer Länge vom Waldschwimmbad über die „alla hopp!“-Anlage, die Morreaue am Schulzentrum, vorbei am „Hasenwald“ bis hin zur Morrequelle in Hettingen. Ein Waldlehr- und Erlebnispfad soll künftig den Bogen des „Grünen Bandes“ im Bereich Waldschwimmbad sogar noch weiter spannen. Es biete aber nicht nur zahlreiche Möglichkeiten zur Bewegung und Begegnung mit Sportplätzen und -anlagen sowie Ruheplätzen, sondern biete auch Hochwasserschutz in enger Verbindung mit der Renaturierung des Bachlaufes.

Pflegestützpunkt geplant

Speziell der neue Mehrgenerationentreff in der Hollergasse solle künftig dank einer entsprechenden Ausstattung ein noch vielfältigerer Ort der Begegnung werden. Burger verwies auf den geplanten Pflegestützpunkt des Kreises, der die Beratungslandschaft um ein zusätzliches, wohnortnahes Angebot bereichern werde. Pflegende Angehörige sollen dort Unterstützung finden. „Es handelt sich um einen offenen Prozess“, betonte Burger. Die Ausführungen seien „nicht abschließend“, weitere Ideen zum Ausbau des „Grünen Bandes“ gebe es schon.

Von „einem ganz besonderen Ansatz und einem herausragenden Projekt“ sprach Minister Manne Lucha mit Blick auf die Vielfältigkeit des „Grünen Bandes“. Dass der öffentliche Erlebnisraum für ein Leben mit Beeinträchtigung in das Projekt integriert worden sei und auch die Pflege eine Rolle spiele, habe das „Grüne Band“ zu etwas Besonderem unter den Bewerbungen beim Ideenwettbewerb gemacht. Das Projekt versuche eine Antwort auf die Frage „Wie leben Menschen gut zusammen?“ zu geben und sei über Jahre in einem fließenden Entwicklungsprozess.

Die Frage nach der Gestaltung von Buchen in der Zukunft werde ernst genommen. Auch werde nach Lösungen gesucht, um als attraktiver Wohnplatz zu bestehen. Familienpolitik, Kinderbetreuung, Schule, Altenhilfeeinrichtung und Arztversorgung seien vor 20 bis 25 Jahren noch sogenannte „weiche Standortfaktoren“ gewesen. Doch das habe sich geändert. Buchen agiere richtig, indem auch die Frage von Lebens- und Aufenthaltsqualität aufgenommen werde.

Lucha ermunterte die Verantwortlichen, weitere Schritte, zum Beispiel in Richtung Pflegewohngruppen, zu überdenken. Das Land stehe als verlässlicher Partner zur Seite, denn es sei klar, dass in Zukunft pflegerische Unterstützung nötig sei, um ein Leben in der häuslichen Form führen zu können. „Und da sind Sie mit Ihrem auf den Stadtraum bezogenen Qualitätsanspruch ein guter Ideengeber“, so der Minister. Diesbezüglich sei es von Vorteil, dass es sich beim „Grünen Band“ um einen offenen Prozess handele, der Spielraum lasse.

„Ich bin sehr froh, dass Sie ihre Krankenhauslandschaft so zielgerichtet qualitativ geordnet haben“, lobte Manne Lucha und ging auf seinen Besuch zum Anlass „50 Jahre Neckar-Odenwald-Kliniken“ ein. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass MdL Georg Nelius die fehlende Bestandsgarantie bemängelt habe. „Solange wir drei noch im politischen Geschäfts sind“, so Lucha zu Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Roland Burger, „und dazu nochmal 20 Jahre plus X gilt eine Investition von dieser Größe als Bestandsgarantie für die notwendige Infrastruktur“, machte der Minister deutlich.