Buchen

Vortrag beim CDU-Ortsverband Hettingen Dr. Achim Brötel sprach bei der Versammlung über die Entwicklung des Landkreises

Region für junge Ärzte schmackhaft machen

Hettingen.In seinem 90-minütigen Referat beleuchtete Landrat Dr. Achim Brötel bei der Versammlung des CDU-Ortsverbands Hettingen in der vergangenen Woche (wir berichteten) den Ist-Zustand des Kreises und die Zukunftsvision im Jahre 2030. Sein Vortrag war gespickt mit Bildern, Grafiken und Anekdoten. Der NOK liege im Herzen Europas, sei einmalig und habe sich in vielerlei Hinsicht zum Guten entwickelt.

Regionale Weltmarktführer

In seinen fünf Schwerpunktthemen Arbeit, Bildung, Gesundheit, Mobilität und Lebensqualität zeigte der Landrat an Hand von Zahlen und Tabellen die derzeitige Lage. Namhafte Unternehmen seien im Kreis ansässig, wobei einige mit Weltmarkführung ein Aushängeschild dieser Region seien, so Brötel. Mit 47 000 sozialpflichtigen Arbeitsplätzen bei einer Arbeitslosenquote von drei Prozent seien hier die Verhältnisse beneidenswert. In Sachen Bildung- und Schulwesen werde trotz rückläufiger Schülerzahlen das Bildungsangebot hochgehalten und sogar erweitert. Die kreiseigenen Berufsschulen Buchen und Mosbach seien ein Markenzeichen sowie die Duale Hochschule in Mosbach, die von kleinsten Anfängen heraus entstanden heute mit 3600 Studenten einen enormen Aufschwung genommen habe. Bei jeder Freisprechungsfeier stünden Auszubildende aus dem Neckar-Odenwald-Kreis auf dem Siegertreppchen und gehören zu den Prüfungsbesten. Dies mache Mut, auf der eingeschlagenen Bildungsschiene weiterzufahren, um so der Jugend eine berufliche Perspektive zu geben.

In der medizinischen Versorgung siehe es mit 198 zugelassenen Ärzten und Fachärzten im Kreis gut aus. Jedoch werde sich in den nächsten Jahren einiges ändern, wenn ein Großteil der 82 Allgemeinärzte für ihre Landpraxis keinen Nachfolger finde. Hier versuche man mit Nachdruck, so Dr. Brötel, junge Ärzte den Landkreis schmackhaft zu machen, um sich hier anzusiedeln.

Umbau der Kliniken

Die Neckar-Odenwald Kliniken in Mosbach und Buchen mit einer Bettenzahl von 377 hätten im vergangenen Jahr 18 500 Patienten stationär und über 43 000 ambulant behandelt. Mit einem Teilneubautrakt werde die Neckar-Odenwald-Klinik in Buchen in der nächsten Zeit weiterhin ausgebaut und der über 60 Jahre alte Altbau saniert. Hier nehme der Kreis viel Geld in die Hand in der Hoffnung, dass durch solche Maßnahmen und bei diesem medizinischen Angebot nicht mehr so viele Patienten „fremdgehen“ und sich hier behandeln lassen.

Die Mobilität der Menschen auf dem Lande sei nicht vergleichbar mit der in den Städten. Hier müsse noch vieles angepackt und verbessert werden. Neben dem mehrspurigen Ausbau der B 27, der Hauptverkehrsader im Kreis, müssten auch die Fahrtaktzeiten von S-Bahn und Madonnenlandbahn in kürzeren Abständen erfolgen, um lange Wartezeiten zu vermindern. Ebenso müssten auch die kleinsten Gemeinden mit Linienbusverbindungen besser eingebunden werden. Ortsumfahrungen, die dringend notwendig wären, scheitern oftmals auch an der Uneinsichtigkeit einzelner Bürger, so Brötel. Beim Ausbau zum schnellen Internet habe der Kreis laut Landrat eine Vorreiterrolle. Darum würden ab 2019 alle Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis eine direkte Anbindung ans Glasfasernetz bekommen. Diese Vernetzung mit 100 Megabit komme auch der heimischen Wirtschaft zugute. In seinem letzten Punkt „Lebensqualität“ vermeldete Dr. Brötel, dass der Landkreis, prozentual an den Einwohnern gemessen in Baden-Württemberg, die höchste Geburtenrate habe und an siebter Stelle in ganz Deutschland stehe. Kultur werde großgeschrieben und die Ferienregion Odenwald-Bauland werde immer beliebter. Mit dem Odenwaldlimes und den obergermanischen Rätischen Limes sei ein Potenzial vorhanden, das geweckt werden müsse, um noch mehr Urlaubsgäste hierher zu bringen. Mit einem Bekenntnis zum Neckar-Odenwald-Kreises schloss Landrat Dr. Achim Brötel seinen Vortrag, dem sich eine lebhafte Diskussion anschloss.