Buchen

„Mitmachen Ehrensache“ Jugendliche arbeiten in Betrieben mit und spenden ihren Verdienst

Sinnvoller Einblick in den Arbeitsalltag

Einen Tag in einem Betrieb mitarbeiten und den Verdienst für einen mildtätigen Zweck zur Verfügung stellen? Kein Problem, denn Mitmachen ist Ehrensache.

Buchen. Am gestrigen Dienstag fand der von der UN initiierte „Internationale Tag des Ehrenamts“ zum 32. Mal statt. In Baden-Württemberg gibt es an jenem Tag seit 2003 das Programm „Mitmachen Ehrensache“, dessen Konzept so simpel wie positiv ist: Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg arbeiten für einen Tag in einem Betrieb mit und stellen ihren Verdienst mildtätigen Zwecken zur Verfügung.

Für guten Zweck

In Buchen beteiligte sich auch heuer die Volksbank Franken an der Aktion: Die 14-jährige Marie Langer aus Hettingen trat morgens ihren Dienst an, um Hausmeister Jürgen Gotsch zu assistieren. Als sich die Fränkischen Nachrichten am späten Vormittag mit der Schülerin trafen, hatte sie bereits einige Erfahrungen gesammelt: „Zunächst haben wir die Zweigstellen in Hettingen, Hainstadt, Adelsheim, Schlierstadt, Mudau und Götzingen besucht, um verschiedene Dinge entweder auszuliefern oder zur Hauptstelle nach Buchen zu bringen“, erklärte sie.

Doch was steckt hinter ihrem freiwilligen Entschluss, bei „Mitmachen Ehrensache“ dabei zu sein? „Ich habe mich aus dem Grund angemeldet, weil Menschen, die das Geld benötigen, mit dem von mir an diesem Tag verdienten Betrag etwas Gutes bekommen könnten“, betonte Marie Langer.

„Generell beteiligt sich unser Haus seit etwa zehn Jahren an ‚Mitmachen Ehrensache’, ohne aber damit konkret zu werben“, informierte Personalleiter Klemens Gramlich, der die unter der landesweiten Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kretschmann und im Kreis durch Landrat Dr. Achim Brötel präsentierte Aktion als „von hervorragenden Idealen geprägte und daher gern unterstützte Angelegenheit“ bezeichnete, die den Jugendlichen einen zwar kurzen, aber dennoch durchaus sinnvollen Einblick in das Alltagsgeschehen einer Bank bieten könne. Gleichsam verwies er auf nahezu jährlich vorhandene Anfragen von Schülern: „Wird seitens der Schüler Interesse bekundet, stehen ihnen unsere Türen selbstverständlich immer offen“, räumte Gramlich ein.

Projekt läuft gut

In der Firma Hoffmann & Krippner waren Meline Lunzer und Nele Fuhrmann beschäftigt. „Sie helfen acht Stunden lang in der Montage mit, wo sie kleine Hilfsarbeiten übernehmen und weitere Aufgaben verrichten, die sich spontan ergeben“, so Kathrin Gremminger vom Personalbüro auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten. „Weil das Projekt mit dem Hintergrund, den Verdienst für soziale Zwecke zu spenden, so gut läuft, werden wir auch weiterhin Plätze anbieten“, merkte sie an.

Kreisjugendreferent Rainer Wirth, der über den Tag verteilt etliche Einsatzstellen besuchte, lobte vor allem das „unglaublich breit gefächerte Spektrum an möglichen Einsatzstellen“ und nutzte die Gelegenheit, allen teilnehmenden Schülern, aber auch den Schulen und Eltern zu danken. „In den vergangenen 14 Jahren wuchs die Bedeutung von ‚Mitmachen Ehrensache’ bei Schülern aller Schultypen von Hauptschule bis zum Gymnasium immer weiter an“, zeigte Wirth auf und sprach von „bisher etwa 3000 Jugendlichen, die im Laufe dieser Zeit aktiv dabei waren“. Nach aktuellem Stand könne man dieses Jahr „rund 400 Teilnehmer, die in verschiedensten Branchen vom Supermarkt bis hin zum Baugeschäft oder dem Hundesalon einen Tag mitgearbeitet haben hinzu addieren“, wie er nicht ohne Stolz klarstellte. „Vor allem kann man durch die Mitarbeit vielleicht sogar Anschaffungen oder Projekte begünstigen, die der eigenen Schule zugute kommen“, ließ er wissen und sprach von einer „absoluten Win-Win-Situation“. Als besonders erfreulich bezeichnete er abschließend die Situation im Limbach: „Die ganze Schule erklärte sich zur Mithilfe bereit – weil eben Mitmachen bei dieser Aktion doch ‚Ehrensache’ ist“, freute er sich. ad