Buchen

FN waren zu Besuch in den Freibädern der Region Während die Zahl der Stammgäste bisher konstant geblieben ist, ziehen sich Jugendliche eher zurück

Sprung ins kühle Nass lockt bei der Hitze

Archivartikel

Auf der Suche nach Abkühlung bei tropischen Temperaturen zieht es zurzeit Jung und Alt in die Freibäder. Die FN haben bei den Verantwortlichen eine kleine Zwischenbilanz eingeholt.

Neckar-Odenwald-Kreis. Nach einem angenehm warmen Frühjahr und einem bisher sonnigen Sommer entwickelt sich die Freibadsaison in diesem Jahr entsprechend gut.

Der Bademeister des Freibades in Adelsheim, Thomas Ehrler, zeigte sich gegenüber den Fränkischen Nachrichten mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. „Bereits jetzt liegt die Besucherzahl mit 25 000 gegenüber 24 500 im Vorjahr weit über den Erwartungen. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden zudem 90 Prozent der gesamten Vorjahreseinnahmen erwirtschaftet“, bilanziert Ehrler. Positiv sei ebenso, dass fünf Prozent mehr Saisonkarten verkauft wurden und diese auch stärker von Stammgästen genutzt werden.

Gemischter fällt die Bilanz bei Andreas Stein, Geschäftsführer der Stadtwerke in Buchen, aus. „Basis für den Badebetrieb sind die treuen Stammgäste. Dadurch können die Preise seit zehn Jahren stabil und familienfreundlich gehalten werden“, so Stein. In diesem Zusammenhang verweist Stein auch darauf, dass der Verkauf der Saisonkarten erfreulicherweise um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und die Einnahmen insgesamt stabil seien. Allerdings seien bisher nur rund 28 000 Badegäste in das Freibad gekommen – sechs Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. „Schulklassen, Vereinssport und Polizeisport werden im Buchener Freibad aber von der Besucherstatistik ausgenommen, und immer erst am Saisonende hinzugezählt“, ergänzt Stein.

Als wichtigen Schritt für die Entwicklung des Bades in Walldürn, und als Garant für steigende Besucherzahlen, hebt Bademeister Walter Böhm die 2016 erneuerte Heizung hervor. Diese ermöglicht es, die Wassertemperatur auf einem Niveau zu halten und den Gästen einen hohen Badekomfort zu bieten. Zudem stößt auch die zur Saison 2018 installierte Rutsche (die FN berichteten) auf durchweg positive Resonanz. Durchschnittlich kamen bisher circa 400 Besucher am Tag ins Freibad – und damit etwas mehr als im Jahr zuvor.

Für Böhm hat der Job im Freibad auch einen familiären Charakter „Man trifft die Gäste mit Saisonkarte während der Saison immer wieder – und teils kenne ich manche Familien über Generationen“, hebt er die Wichtigkeit von Stammgästen für den Badebetrieb hervor. Sorgenvoll blickt er allerdings auf die rückläufige Entwicklung bei den 13- bis 20 Jährigen. „Im Vergleich zur Vergangenheit und zu anderen Altersgruppen ist die Entwicklung schon auffallend“, hält er nachdenklich fest.

Auffallende Entwicklung

In Adelsheim beobachtet man eine ähnliche Entwicklung, die Verantwortlichen vermuten einen Zusammenhang mit der Etablierung von Ganztagesschulen in der Region. Insgesamt seien an WM-Spieltagen trotz gutem Badewetter weniger Badegäste anwesend gewesen als im Durchschnitt. Eine Beobachtung, die alle drei Verantwortlichen gemacht haben.

Mit dem Beginn der Sommerferien erwarten die Freibäder einen kleinen Einbruch der Besucherzahlen sowie Schwankungen beim Besuch an den Ferientagen. Alle drei Freibäder hoffen auf einen positiven Verlauf der Restsaison und erwägen, je nach Wetterentwicklung, die Verlängerung der Öffnungszeiten.

„Aufgrund von begrenzten Mitarbeiterkapazitäten stellt ein Parallelbetrieb von Frei- und Hallenbädern eine große Herausforderung für die Betreiber dar“, so Stein. Die Eröffnung der Hallenbäder kann nicht verschoben werden, da diese ab Mitte September für den Schulsport zur Verfügung stehen müssen.