Buchen

Totschlag durch Unterlassen?

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Archivartikel

Buchen.Der Tod eines Patienten in den Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Buchen Anfang Januar (die FN berichteten) beschäftigt weiter die Staatsanwaltschaft. Nun wird wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen ermittelt.

Ein damals noch bei den Neckar-Odenwald-Kliniken beschäftigter Oberarzt soll einem 60-jährigen Mann, der an Krebs und Leberzirrhose litt und Ende Dezember operiert wurde, in einer Notsituation nicht geholfen haben, weil der Patient geäußert habe, keine lebenserhaltenden Maßnahmen zu wünschen. Eine Dokumentation dieses Wunsches aber fehlt.

Zeugen werden befragt

Das Arbeitsgericht hatte die Behörde nach einem Prozess über eine Kündigungsschutzklage des freigestellten Oberarztes, der an dem Vorfall beteiligt gewesen sein soll, informiert. Die Staatsanwaltschaft Mosbach hatte zunächst ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Durch die Unterlagen des Arbeitsgerichts wurde nun ein Verfahren gegen den Arzt eingeleitet wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen, wie gestern Oberstaatsanwalt Peter Lintz den Fränkischen Nachrichten bestätigte. Die Ermittlungen werden ihm zufolge noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da auch Zeugen befragt werden müssen. borg