Buchen

An der Hochschule für Technik in Stuttgart Verabschiedung von Professor Siegfried Schenk

Stets „offenes Ohr für die Studierenden“

Archivartikel

Professor Siegfried Schenk aus Buchen wurde an der Hochschule für Technik in Stuttgart mit vielen anerkennenden Worten in den Ruhestand verabschiedet.

Stuttgart/Buchen. Mehr als 25 Jahre hat Professor Siegfried Schenk aus Buchen an der Hochschule für Technik (HfT) in Stuttgart im Fachbereich Vermessungstechnik und Geoinformatik geforscht und gelehrt. Am Freitag wurde er bei einer Feier in der HfT in den Ruhestand verabschiedet.

Mit dem Männerchor „Cantus M“ vom MGV „Liederkranz“ Buchen hatte Professor Siegfried Schenk die Musiker für die Verabschiedung aus seiner Heimatstadt mitgebracht. Der Konzertchor aus Buchen bereicherte unter der Leitung von Michael Wüst die Veranstaltungen mit niveauvollen Liedvorträgen, und Siegfried Schenk selbst war dabei eine wichtige Stütze im zweiten Bass.

Beeindruckende Zahlen

Die nackten Zahlen allein klingen beeindruckend: 1,37 Millionen Kilometer legte Siegfried Schenk in den vergangenen 30 Jahren zurück, um von Buchen zu seinem Arbeitsplatz nach Stuttgart zu gelangen. Ab Osterburken nutzte er dafür die Deutsche Bahn und kann deshalb manche Anekdote über dieses Unternehmen erzählen. Rund 1000 Vermessungsingenieure erwarben während seiner Dienstzeit den Ingenieurstitel. „Ich bin stolz darauf, dass ich meinen Teil zu deren Ausbildung habe beitragen dürfen“, sagte Schenk. „Ich versuchte, alles mit jedem Gramm meines Körpergewichts zu vermitteln.“

Sechs frischgebackene Master-Studenten bestätigten die Leidenschaft, mit der Siegfried Schenk lehrte. „Sie haben immer eine innere Freude ausgestrahlt“, stellten sie fest und bedankten sich bei ihm mit originellen Geschenken. Schenks Kollege Professor Dr. Eberhard Gülch bestätigte, dass es Schenk mit seiner Begeisterung gelungen sei, die Studierenden in seinen Bann zu ziehen. „Du hattest immer ein offenes Ohr für die Studierenden“, sagte Gülch. Er erinnerte an die vielen Vermessungsübungen, zu denen Siegfried Schenk die Studierenden in das Bauland und in den Odenwald mitnahm, um dort den Limes, Windkrafträder oder Hangwiesenwässerungsanlagen zu vermessen. Dank seiner Vermessungsarbeiten am Limes schaffte er es sogar in die Fernsehsendung „Terra X“. Und ganz besonders entflammte auch für das Grab der Prinzessin von Vix im französischen Burgund seine Leidenschaft.

Ehrenmitglied

Auch der Berufsverband „Deutscher Verein für Vermessungswesen“ (DVW) hat Schenk sehr viel zu verdanken. Wie Landesvorsitzender Gerd Holzwarth erläuterte, war der künftige Pensionär viele Jahre als ehrenamtlicher Redakteur für die Fachzeitschrift des DVW verantwortlich. „Du warst ein sehr guter Hochschullehrer und stets ein Sinnbild für eine gute Ausbildung“, sagte Holzwarth. Wegen seiner Verdienste ernannte der Verband vor einigen Jahren Siegfried Schenk zu seinem Ehrenmitglied.

Landeskonservator Dr. Jörg Bofinger vom Landesamt für Denkmalpflege bedankte sich ebenfalls für die Leistungen von Siegfried Schenk, mit dem er seit dem Jahr 1997 zusammenarbeitet. Mit zahlreichen Vermessungsübungen und von ihm betreuten Abschlussarbeiten habe der scheidende Professor einen wichtigen Beitrag zum „Atlas archäologischer Geländedenkmäler in Baden-Württemberg“ beigetragen.

Siegfried Schenk lehrte seit dem Jahr 1993 als Professor an der Hochschule für Technik in Stuttgart. Seit dem Jahr 1997 leitete er das „Labor für Photogrammetrische Auswerttechnik“. Sein Forschungsinteresse galt vor allem dem Einsatz von Vermessungstechniken in der Archäologie. Schenk hatte Vermessungswesen an der Fachhochschule in Frankfurt und an der Universität in Stuttgart studiert. Vor seinem Ruf an die HfT arbeitete er unter anderem als Referatsleiter beim Staatlichen Vermessungsamt Mosbach, Außenstelle Buchen, und als Obervermessungsrat beim Landesvermessungsamt Baden-Württemberg in Stuttgart, wo er die Digitale Photogrammetrie einführte und die erstmalige landesweite Laserscanbefliegung einleitete. mb