Buchen

Morgen ist Muttertag Frauen aus der Region denken unterschiedlich über den zweiten Sonntag im Mai

„Stressfrei im Kreise meiner Familie“

Morgen ist Muttertag. Doch was bedeutet dieser Tag den Frauen aus der Region? Wie feiern sie ihn? Und welchen Stellenwert haben Geschenke? Die FN hörten sich um.

Neckar-Odenwald-Kreis. Die einen genießen ihn, die anderen sehen in ihm einen weiteren kommerzialisierten Feiertag. Der Ursprung dagegen ist von trauriger Natur (siehe Infobox). Egal ob Blumen, Schokolade oder ein Frühstück am Bett: Am morgigen Muttertag stehen viele Frauen im Vordergrund. Die Fränkischen Nachrichten haben sich umgehört und Frauen aus der Region folgende Fragen gestellt:

1. Wie werden Sie den Muttertag am Sonntag verbringen? 2. Was bedeutet Ihnen selbst der Tag? 3. Wer beschenkt Sie und wen beschenken Sie? 4. Wie würden Sie den Muttertag am liebsten verbringen?

Margaret Horb, ehemalige Bundestagsabgeordnete: 1. Ich werde den Muttertag mit meiner Familie verbringen. Bei schönen Wetter geht es nach einem ausgiebigen Frühstück, das meine Töchter uns bereiten, mit Oma in den Kurpark nach Bad Mergentheim. Bei schlechtem Wetter werden wir die Tropfsteinhöhle in Buchen Eberstadt erkunden und abends geht es zum Essen auf den Winzerhof Fries nach Röttingen. 2. Der Muttertag ist für mich der Familientag, an dem man einfach Zeit miteinander verbringt. 3. Als Kind versuchte ich am Muttertag besonders lieb zu meiner Mutter und meinen Omas zu sein. Ich bastelte, malte und schrieb Briefe, stibitzte vom Nachbar Flieder, da es in unserem angrenzenden Garten keine blühenden Blumen gab und der Flieder so himmlisch duftet. Traurig war ich, dass der Flieder so rasch den Kopf hängen ließ. Als Jugendliche schenkte ich dann Parfüm. Mama bekam Parfüm, das ich selber gerne roch, und meine Omas freuten sich über „4711“-Parfüms und Weinbrandpralinen. Als Erwachsene überraschte ich dann mit selbst gebackenen Kuchen und „bewegte“ meine Töchter dazu, für Oma Bilder und Briefe zu malen und zu schreiben. Meine Töchter werden mich beschenken und da bin ich mal gespannt, was sie sich ausdenken werden. 4. Der Muttertag ist für mich ein besonderer „Bestimmertag“, denn in unserem Hause herrscht die Demokratie unter dem Matriarchat.

Helga Schwab-Dörzenbach, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Buchen: 1. Ich werde den Muttertag – wie in den Jahren zuvor – zusammen mit meiner Familie verbringen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir vor, etwas gemeinsam zu unternehmen. Da in diesem Jahr eine ungarische Austauschschülerin am Muttertag bei uns ist, werden wir den Tag natürlich für sie besonders gestalten. 2. Der Tag ist ein Dankeschön für alle Mütter. Als Kind war es mir wichtig, meiner Mama eine Freude zu breiten und ihr Dankeschön für alles zu sagen. Heute freue ich mich, wenn meine Kinder mich überraschen und mich erfreuen. Eigentlich sollte der Tag in den alltäglichen Kleinigkeiten gelebt werden. Es sollte jeder Tag „ein bisschen Muttertag“ sein. 3. Ich freue mich, wenn meine Kinder mir an dem Tag eine Kleinigkeit schenken. Ich finde den Kommerz, der mit dem Tag betrieben wird, allerdings teilweise überzogen. Denn nicht der materielle Wert macht es für mich aus, ein gedeckter Frühstückstisch, ein Wiesenblumenstrauß, bei kleinen Kindern ein Gedicht oder etwas Gebasteltes bereiten Freude. Es sind doch eigentlich die Dinge, die man nicht für Geld bekommt, welche glücklich machen: Zeit, gemeinsame Unternehmungen, Lachen usw. Meine Mama ist bereits verstorben, ich denke an diesem Tag natürlich an sie, stelle einen Blumengruß auf ihr Grab. 4. Mit netten Menschen und netten Begegnungen.

Irmtraud Fischer, Pfarrerin des evangelischen Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg: 1. Allein mit Hund im Urlaub am Breitenauer See – bei meiner Planung spielte der Muttertag keinerlei Rolle. 2. Wenig, vor allem kann ich mit dem Medienhype und dem damit verbundenen Konsum nichts anfangen. Ich genieße es und freue mich, wenn meine Kinder mir ihre Liebe und Wertschätzung immer wieder im Alltag zeigen. Dass es diesen Tag gibt, weist auf ein deutliches Defizit in unserer Gesellschaft hin: Dass das, was eine Mutter für ihre Lieben tut, häufig als völlig selbstverständlich angesehen wird – so meines Wissens auch die durchaus berechtigte „Erfindung“ dieses Tages. 3. Weder noch. 4. Genauso wie dieses Jahr oder als gemeinsamen Tag mit meinen Kindern und/oder anderen lieben Menschen.

Marion Günther, Frau des Walldürner Bürgermeisters Markus Günther: 1. Am Muttertag werden wir gemeinsam (mein Mann und meine beiden erwachsenen Töchter) gemütlich und ausgedehnt frühstücken und am Nachmittag werden wir sicherlich zum Blumen- und Lichterfest gehen und dort etwas essen. Der Tag wird also stressfrei für mich. 2. Der Muttertag ist eine schöne Tradition. Ich finde es sehr schön, wenn auch einmal dran gedacht wird, was Mütter im Alltag leisten. Schon als Kind habe ich mich immer auf diesen Tag gefreut. Im Kindergarten oder Schule haben wir damals Kleinigkeiten gebastelt oder ein Gedicht gelernt. Die Freude war immer groß, wenn ich meine Mutter am Muttertag damit „überraschen“ konnte. 3. Meine Töchter haben an Muttertag ein kleines Geschenk für mich. Meine eigene Mutter und auch meine Schwiegermutter sind leider schon lange tot, deshalb kann ich sie nicht mehr beschenken. Aber gerade an so einem Tag erinnert man sich zurück und denkt an sie. 4. Wie schon gesagt: Ich verbringe diesen Tag am liebsten stressfrei im Kreise meiner Familie. Ein gemeinsames Frühstück gehört unbedingt dazu!

Simone Farrenkopf, Mitglied des Buchener Stadtrates und stellvertretende Vorsitzende der Aktivgemeinschaft Buchen: 1. Der Tag wird mit einem gemeinsamen Frühstück mit meinem Mann und meinen drei Kindern beginnen. Wahrscheinlich wird meine achtjährige Tochter ein Muttertagsgedicht aufsagen, ich habe jedenfalls mitbekommen, dass sie mit Papa etwas geübt hat, von dem ich nichts mitbekommen sollte. Ansonsten lasse ich mich gerne überraschen, meine Kinder haben bisher immer etwas selbst gebastelt, aber sollte ihnen nichts eingefallen sein, ist das auch nicht schlimm, ein freiwillig gedeckter Tisch oder eine freiwillig ausgeräumte Spülmaschine sind auch toll. Danach wird es wohl zum Sportplatz, zum Fußballspiel meines Sohnes gehen, der Rest des Tages ist noch nicht verplant. 2. Der Tag selbst ist für mich ein Sonntag wie viele andere. 3. Zum Muttertag verschenke ich selbst Kleinigkeiten an meine Mutter, meine Schwiegermutter und meine Patentante. 4. Wie ich den Tag am liebsten verbringen würde, ist wetterabhängig. Am liebsten bei warmem Frühlingswetter im Freien mit meiner Familie. Bild: Sabine Braun