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Kein „Land unter“ in Bödigheim Faschenachter feierten mit kleinerem Programm in der Grundschulhalle

Tänze bestimmten kurzweiligen Abend

Bödigheim.„Was wären wir Hannmertli für Faschnachter, wenn wir uns von einem Wasserschaden in unserer (Sport-)Halle abhalten ließen. Deswegen feiern wir in unsrer alten Halle.“ So lautete die Information an die Vereinsmitglieder. Das Motto solle lauten „Die neue Halle tropft aus alle Rohre, drum feiern wir, wie in de alte Joahre. Mir losses des Joahr richtig knalle und feiern in de Grundschulhalle.“

Damit ist alles Wesentliche gesagt. Der Antrag auf Nutzung der Aula im Bildungshaus wurde unter einigen Auflagen genehmigt. Ein traditioneller Bunter Abend wurde gestrichen und die Vorbereitungen für eine Mottoparty „Land unter“ liefen an. Wichtig war auch, dass die Kinderfaschnachtsparty nicht ausfallen dürfe!

Es zeugt für die Flexibilität und Fähigkeiten des Vorstands und der Mitglieder, dass diese in Bödigheim überaus beliebte Veranstaltung stattfinden konnte.

Von der Faschnachtsparty für die Kinder ist nur kurz zu berichten: Die mit Ballons dekorierte Halle war rappelvoll. Kinder, Mütter, viele Omas und Opas drängten sich vor der Bühne mit der bekannten Dekoration – der Dorfansicht mit Kirche und Hauptstraße.

Die neue „Minigarde“ mit zehn Akteuren hatte einen viel umjubelten Auftritt. Mit diesen Nachwuchstalenten, von Lisa Neureuther und Enken Jacobs trainiert, wächst der gewünschte Nachwuchs für die Kleine Garde heran. Der Entschluss, diese neue Formation aufzubauen, fiel erst vor wenigen Wochen.

Die Kleine Garde (Trainerin Melanie Hemberger) stellte sich danach vor und erhielt ebenfalls viel Beifall. Ohne Zugabe ging es natürlich nicht! Souverän führte Lena Unangst durch die Programmpunkte und hatte bei all dem Trubel die Zügel fest in der Hand. Mit eingeblendeten Tanzpausen wurde dem Bewegungsdrang der Kids Rechnung getragen, denn der war kaum anders zu bändigen.

Orden und Bützchen

Die Party mit dem zum Wasserschaden passenden Motto „Land unter“ startete mit der Begrüßung der Teilnehmer und der Ehrengäste durch die Vorsitzende Desirée Bischoff. Sie hatte vor allen Dingen Grund, der Rektorin der Grundschule, Anniko Müller, für die Nutzung der Schule zu danken. Vielleicht ist das mit großem Applaus quittierte Entgegenkommen der Schulleitung dem Umstand zu verdanken, dass Anniko Müller einst auch (in Walldürn!) Gardetänzerin war. Natürlich wurden für ihren Einsatz auch viele weitere Helfer und Stützen der „Hannmertli“ auf die Bühne gerufen, um ihre Orden und Bützchen zu empfangen. Einen Sonderapplaus erhielten Ton- und Lichttechniker Michael Breunig und Tanja Enzmann.

Die beiden Garden waren auch die ersten Programmpunkte der Mottoparty „Land unter“. Wegen der fehlenden Umkleideräume hatte der Vorstand beschlossen, nur eigene Gruppen auftreten zu lassen. So konnte mit deutlich reduziertem Programm ein reibungsloser Verlauf sichergestellt werden. Als dritten Programmpunkt kündigte Moderator Sven Kirschenlohr die Jugendgarde an. Trainiert wurden die jungen Damen – wie zuvor die Minigarde – von Lisa Neureuther und Enken Jacobs. Ohne Zugabe ging es natürlich nicht.

Das traf auch auf das „Tanzmariechen“ Julia Hemberger zu, die ihren Soloauftritt, eingeübt unter Anleitung von Astrid Heyder, mit viel Schwung und großer Ausstrahlung meisterte.

Purer Spaß

Wenn man auch bei Auftritten in der locker-fröhlichen Faschenacht leider zu oft große Ernsthaftigkeit und Anstrengung feststellen muss, war bei den „Golden Girls“ purer Spaß und Freude am eigenen Auftritt festzustellen. Die „jung gebliebenen Mamas“ entledigten sich auf der Bühne ihrer bequemen rosafarbenen Hausanzüge, um dann im flotten Gymnastikdress eine äußerst schwungvolle und sicherlich auch anstrengende Tanzeinlage abzuliefern. Trainerin Desirée Bischoff hatte ihr eigenes Temperament und die Freude an der Bewegung erfolgreich auf die Tänzerinnen übertragen können.

Acht friedlich schlafende Eisbären verstärkten sich dann durch weitere sechs Bären, dieweil aus dem Hintergrund eine dunkle Stimme tönte „Eisbären in Gefahr“. Dargestellt wurde sehr überzeugend der Temperaturanstieg und die Erderwärmung am Pol.

Doch mit dem Hit: „wir haben die Eisbären so gern“ raffte sich die große Gruppe auf und überzeugte durch waghalsige Hebefiguren und Pyramiden. Diese Truppe mit den Trainerinnen Laura Weber und Celina Horsch plant im Frühjahr noch zwei Auftritte im Rahmen von – friedlichen – Wettbewerben, zu denen die begeisterten Zuschauer im Saal bereits am Abend viel Erfolg wünschten.

Traditionell beenden die Herren des Männerballetts die Abende der FG „Bedemer Hannmertli“. So konnte man auch heuer 15 leistungswillige und belastbare, stabile und ausgelassene Tänzer bewundern. Wieder bebte und stöhnte die Bühne. Doch die Mignons kannten kein Erbarmen. In ihren „Blaumännern“ und gelben Shirts sowie den Schwimmbrillen trotzten sie allen Rohrbrüchen und Wasserschäden und veranlassten das Publikum erneut zu der an diesem Abend schon oft gehörten Forderung nach einer Zugabe. Auch diese geballte Kraft und Masse war von „Desi“ trainiert worden.

Ein trotz der Beschränkung auf eigene Gruppen und trotz des Verzichtes auf Büttenreden und Waschweiber sehr langer Abend neigte sich dem Ende zu. Der Ablauf dieser zentralen Veranstaltung der Bödigheimer Faschenacht ließ fast vergessen, um wie viel bequemer und reibungsloser das Feiern in der Sporthalle doch ist. bw