Buchen

Kurt Hemberger wird heute 95 Jahre alt Ur-Buchener engagierte sich vor allem bei der Fastnacht, in den Vereinen und der Kommunalpolitik

Traum erfüllt mit „Huddelbätze im Sonderflugzeug“

Buchen.In vielerlei Hinsicht ist Kurt Hemberger innerhalb Buchens und weit über die Grenzen seiner geliebten Heimatstadt gut bekannt: Als Gärtner und Kreisgärtnermeister, engagierter Fastnachter und „Vater des Huddelbätz“, rühriger Vereinsfreund und Kommunalpolitiker setzte der immer freundliche Jubilar zahlreiche Akzente. Am heutigen Mittwoch feiert er bei guter Gesundheit seinen 95. Geburtstag. „Ich bin einfach nur dankbar“, freut er sich.

Am 13. Februar 1924 wurde Kurt Hemberger in Buchen geboren. Der Schule schloss sich eine Ausbildung zum Kaufmann an. Eine jähe Unterbrechung fand sein Lebensweg, als er 1942 zum Arbeitsdienst in den Zweiten Weltkrieg ziehen musste und ein Jahr später an die russische Front berufen wurde. Aus der Kriegsgefangenschaft konnte er 1948 – als einer von nur wenigen Überlebenden – wieder in die Heimat zurückkehren und lernte noch im selben Jahr seine Frau Ida kennen. Geheiratet wurde im Oktober 1950. „Sehr vieles in meinem Leben habe ich meiner lieben Ida zu verdanken“, sagt der Jubilar, der Mitglied in zahlreichen örtlichen Vereinen ist wie der Schützengesellschaft, dem Männergesangverein „Liederkranz“, dem Blecker-Club, dem TSV Buchen und natürlich der FG „Narrhalla Buchen“.

Für Hemberger stellte die Heirat einen Wendepunkt seiner Vita dar, da er sich mit ihr einem Berufswechsel unterzog: Nach einer Umschulung ergriff er den Beruf des Gärtners. Dies bildete auch die Grundlage für die Übernahme der Gärtnerei des Onkels seiner Gattin, welche die Eheleute von 1954 bis in die 90er Jahre hinein führten. Ihren gemeinsamen Beruf sahen die beiden als Lebenswerk und Berufung an. So war es Ehrensache, dass ihr Engagement weit über die Mauern des eigenen Betriebs hinausging: Hemberger war zwischen 1954 und 1999 als Kreisgärtnermeister aktiv und gilt als einer der geistigen Väter der Mosbacher Landesgartenschau im Jahre 1997. „Diese Veranstaltung habe ich mit zahlreichen Gärtnern aus dem ganzen Kreis organisiert“, blickt er zurück. Inzwischen wurde Hemberger zum Ehrenkreisgärtnermeister „befördert“ und ist gleichzeitig Ehrenvorsitzender der im Badischen Gartenbauverband organisierten Fachgruppe „Blumen- und Zierpflanzenbau“.

Als absolutem Ur-Buchener lag und liegt dem rüstigen Senior das Wohl seiner Heimatstadt stets am Herzen: Einerseits strebte Hemberger kommunalpolitisch im Gemeinderat nach soliden Lösungen, andererseits richtete er seinen Fokus immer auf das Ehrenamt in den Vereinen. 34 Jahre lang war er Vorsitzender der „Narrhalla Buchen“. Außerdem organisierte er Hand in Hand mit dem Elferrat die beiden unvergessenen internationalen Narrentreffen in der Bleckerstadt. „Es waren jeweils geschätzt rund 30 000 Menschen da“, erzählt er und schwärmt von Auftritten der im Huddelbätz verkleideten Stadtkapelle in Frankreich, der Schweiz oder auf Teneriffa. „100 Huddelbätze im Sonderflugzeug – das ging unter die Haut“, lacht er. Mit Aktionen wie diesen, so der Jubilar gerührt, habe er einen persönlichen, bereits unmittelbar nach dem Krieg aufkeimenden Traum in die Tat umsetzen können. Zur Anerkennung seiner Verdienste erhielt er im Jahr 1991 aus der Hand von Altbürgermeister Josef Frank die erste seitens der Stadt Buchen ausgegebene Ehrenmedaille. Eine Auszeichnung, auf die Hemberger besonders stolz ist. „Sie war und ist eines der schönsten Geschenke für mich“, erklärt er.

Zur Feier des 95. Geburtstags gratulieren ihm neben seiner Frau Ida auch Tochter Sigrid und die Söhne Hans-Hubert, Kurt und Jürgen sowie insgesamt 13 Enkel. „Wir feiern am Geburtstag selbst mit jedem, der uns besuchen kommen möchte – und am Wochenende mit der Familie“, freut sich Hemberger, dem auch die Fränkischen Nachrichten mit besten Glück- und Segenswünschen zu diesem nicht alltäglichen Ehrentag herzlich gratulieren. ad