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Leserbrief Zu den Trinkwasseranalysen der Kerngemeinde und der Ortsteile von Hardheim

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Im Amtsblatt Nr.6 wurden die Trinkwasseranalysen der Kerngemeinde und der Ortsteile nun klar und übersichtlich dargestellt, und die der Jahre 2013 bis 2017 sind nun jederzeit einsehbar auf der Gemeinde-Homepage. Klar strukturiert und informativ, gut gemacht. Aber dass einige Gemeinderäte, als Interessenvertreter der Bürger, bezüglich der Veröffentlichung im Amtsblatt in der letzten GR-Sitzung mit Unmut reagierten, und das gegen den bereits erfolgten Bescheid der Verwaltung, ist nicht nachvollziehbar. Ich hatte bereits im Februar in einem Leserbrief auf den verpflichtenden Paragraph 21 der Trinkwasserverordnung – Informationspflicht der Verbraucher und Berichtspflichten – hingewiesen, und dieser Veröffentlichungspflicht hat jeder Betreiber einer Wasserversorgungsanlage Folge zu leisten, sobald die nach Paragraph 19 mindestens einmal jährlich zu ermittelnden Messergebnisse vorliegen. Das zu ignorieren wäre ein Verstoß gegen die Rechtslage und ist nicht diskutabel!

Nun zur aktuellen Analyse HB Wurmberg 2018: Da besteht wohl ein Problem mit der Entsäuerung, beziehungsweise dem Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht, ein Zusammenspiel von pH-Wert und Kalkgehalt, in der Analyse als Calcitlösekapazität definiert. Der Grenzwert von 5 mg/l war deutlich überschritten und lag bei 10 mg/l und der pH-Wert unter 7,7. Eine derartige Überschreitung wurde schon einmal 2015 festgestellt. Bei der einen Monat später erfolgten Nachprüfung war dieser Wert wieder in Ordnung. Aber Prüfungen sind stets Momentaufnahmen. Den Wohn- und Hauseigentümer interessiert vor allem, ob und wie es technisch gewährleistet ist, den Grenzwert auf Dauer konstant zu halten. Denn die Folgen wären Korrosion von Kupfer, Zink und Eisen. Und wenn dieses Zeug erst mal im Trinkwasser ist, ärgert das irgendwann auch die Leber. Nur im Jahr der Inbetriebnahme 2014 und im Jahr 2016 war dieser Wert nachweislich in Ordnung.

Erklärungsbedürftig, um nicht zu sagen fast schon skandalös, ist die Analyse 2017: Während in den Jahren zuvor, also 2013 bis 2016, jeweils etwa 65 Parameter geprüft worden sind (die Bodenseewasserversorgung prüft mehr als 80 ! ), wurden 2017 im HB Wurmberg nur noch zwölf Parameter geprüft. Bei 32 von 44 zu prüfenden Positionen notierte das Prüflabor Dr. Nuss: n.u. = nicht untersucht. Auch die problematische Calcitlösekapazität wurde erst gar nicht untersucht. Wer hat das veranlasst? Mit welcher Begründung? 2018 wurden auf meinen Protest hin immerhin etwa 40 Parameter geprüft. Wer bestimmt denn in Hardheim eigentlich den Umfang der Prüfungen? Letztendlich ist das auch ein Spiel mit unserer Gesundheit. Je komplexer Technik und Verfahren, umso wirksamer und zuverlässiger muss dann die betriebliche Kontrolle sein.