Buchen

Ortschaftsrat Bödigheim Umfangreiche Tagesordnung in der jüngsten Sitzung / Diskussionen über Bahnübergänge / Bürger fordern Mittelstreifen für die Kreuzung

Unverständnis über Sanierung der Hauptstraße

Archivartikel

Bödigheim.Eingangs der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates wurde Günter Seitz zum 65. Geburtstag gratuliert und Ortsvorsteher Hermann Fischer überreichte – verbunden mit herzlichem Dank für die unermüdliche Schaffenskraft des Jubilars – ein Weinpräsent. Auf der Tagesordnung stand unter anderem Wasserentnahmestelle am Wolfsgrundbach. Hier hatte ein Einwohner aus Seckach einen Antrag zur Nutzung gestellt. Nach ausführlichen Stellungnahmen lehnten die Mitglieder aus Gründen des deutlichen, örtlichen Bedarfs den Antrag ab. Die Nutzung wird unverändert auf Bödigheimer Bürger beschränkt.

Stöckelschuhe verboten

Die Nutzung der Sporthalle stand danach im Mittelpunkt. Grundsätzlich sollen allein sportliche Belange berücksichtigt werden, so der Ortschaftsrat. Bei anderer Nutzung solle der neue Hallenboden abgeklebt werden. Dazu müsste der Interessent zur Schonung des Hallenbodens das erforderliche Material von der FG „Bedemer Hannmertli“ entleihen. Stöckelschuhe seien ausnahmslos nicht erwünscht. Damit bekräftigte der Ortschaftsrat eine Grundsatzentscheidung der Vergangenheit. Im Herbst werde der Rat diese Entscheidung präzisieren.

Das Dauerthema Bahnübergänge auf Bödigheimer Gemarkung führte dazu, dass der Ortschaftsrat über jeden einzelnen Übergang zwischen Buchen und Seckach informiert wurde. In wechselnder Intensität werde hierüber zwischen der Westfrankenbahn, die die Madonnenlandbahn auf der Strecke Walldürn-Seckach betreibt, und vielen interessierten Stellen verhandelt. Mittlerweile hätten sich vierteljährliche Abstimmungen etabliert und als sehr zweckmäßig erwiesen, hieß es. Die vielen Übergänge verlangsamen die Fahrzeiten erheblich. Sie sollen darum stark reduziert werden. Mit den beabsichtigten Schließungen aber werde die Teilung des Ortes erheblich verstärkt, befürchtet das Gremium.

Der nördlichste Übergang unterhalb der Mülldeponie auf Buchener Gebiet wird für Fahrzeuge geschlossen. Eine Umlaufsperre für Radfahrer wird eingerichtet. Der Übergang Glasenberg wird ebenfalls geschlossen. Hier muss ein Ersatzweg gebaut werden, der eine komplexe naturschutzfachliche Vorarbeit und Begleitung fordert. Vorbehaltlich der Genehmigung durch das Regierungspräsidium wird die Landstraße L 519 im Bereich des Übergangs Neuer Weg verschwenkt. Damit würde längeren Gespannen für Land- und Forstwirtschaft ein gefahrloses Queren des Gleises ermöglicht. Eine Variante Fünf, die sogenannte „Ohrenlösung“, sieht Abbiegespuren vor. Die deutliche Gefahr von Auffahrunfällen durch den schnellen durchfahrenden Verkehr wird dadurch reduziert. Der Übergang Sägmühle wird ebenfalls geschlossen. Mit einem Ersatzweg wird der Verkehr, weg von der Einmündung in die L 519, künftig auf die Verbindungsstraße Seckach-Eberstadt geleitet. Die alte Lösung für den Übergang zum Schlosspark „ist vom Tisch“, dort seien Veränderungen nicht zu erwarten.

Zuhörer nicht begeistert

Einige der Ausführungen zur Hauptstraße erregten den Unwillen der Zuhörer und lösten Wortmeldungen und deutlichen Widerspruch aus. Einerseits freuten sich die Bürger über die Blitzersäulen und stimmten einer gewissen Verbesserung der Zustände zu. Andererseits wurde im Bereich der S-förmigen Kurve für die Kreuzung erneut ein Mittelstreifen gefordert. Auf völliges Unverständnis stieß die Aussage, die Hauptstraße würde zunächst wegen der Knappheit der Landesmittel nur zur Hälfte saniert. In einem einstimmigen Beschluss sprach sich der Rat für die Beschaffung einer zweiten Messanlage für die Blitzersäulen im Landkreis aus.

Die Erweiterung des Skulpturenradweges in Richtung Buchen folgte als weiterer Tagesordnungspunkt. Mit dem Objekt „Subterran“ an dem künftig verlagerten Radweg unmittelbar beim Hochwasserrückhaltebecken Wolfsgrundbach soll der Bekanntheitsgrad für die Region erhalten und erweitert werden. An einen Einstieg in eine U-Bahn soll „Subterran erinnern. Tatsächlich wird eine Treppe in einen sechs Meter langen Tunnel führen, der mit einem sieben Meter hohen Zylinder verbunden sein wird. Dort wird eine Öffnung den Blick nach oben in den Himmel ermöglichen. Über diese Skulptur müssen die „fröhlichen Kunstbanausen“, so Ortsvorsteher Fischer, im Rat wohl intensiv diskutiert haben. Letztlich aber bestand Einigkeit in der Zustimmung. Spätestens im Frühjahr 2019 soll das Werk fertig sein.

Hatte sich der Rat bis dahin unter ausschließlich mit Straße und Bahn befasst, wechselten nun die Inhalte der Sitzung unter dem Stichwort „Bekanntgaben“ mit nahezu jedem Satz. Themen waren unter anderem der Wege- und Gewässerplan, die Pflasterung auf dem Friedhof, die Erweiterung des Baugebiets „Innerer Hofacker“ und die Arbeiten am Farrenstall. Die Realisierung der Maßnahmen zum innerörtlichen Hochwasserschutz am Hiffelbach muss in einem neuen Anlauf 2019 erfolgen. Das Bürgernetzwerk Buchen plant einen Fahrdienst. Für Bödigheim sei aus heutiger Sicht ein Bedarf nicht erkennbar. Die AWN/KWIN bietet eine Informationsveranstaltung zum Thema „Mülltrennung“ an. Sie soll separat oder im Rahmen einer Sitzung des Ortschaftsrates erfolgen.

Im Tagesordnungspunkt „Fragen“ plädierte Amelie Pfeiffer energisch für eine Aussage des Rates zum Bestand der Schule und des Bildungshauses. Die von der Landesregierung untersuchte mögliche Schließung von „Zwergschulen“ sei auch für Bödigheim eine große Gefahr. Man benötige dringend aktuelle Zahlen, um die Gefährdung dieser Einrichtung, die gerade erst mit hohem Aufwand energetisch saniert wurde, rechtzeitig erkennen zu können. BW