Buchen

Theater-Gruppe im Sportfischerverein „Rinschbachtal Götzingen“ Schwank „Männer haben’s auch nicht leicht, oder . . . ich will doch nur dein Bestes!“ aufgeführt

Urkomische Szenen sorgten für Lacher

Witzige und vom Alltagsbetrieb ablenkende Unterhaltung – das hat die Theater-Gruppe im Sportfischerverein „Rinschbachtal Götzingen“ in diesem Jahr wieder zielgenau erreicht.

Götzingen. Die zweimalige Aufführung des dreiaktigen Schwanks „Männer haben’s auch nicht leicht, oder . . . ich will doch nur dein Bestes!“ der Autorin Regina Rösch bot gute Unterhaltung. Rund um die Putz-Sucht eines „Haus-Drachens“ und die totale, von allen Zwängen befreite Entspannung eines „überzeugten und ewigen Junggesellen“ bot Platz für urkomische Szenen, Kurzweil und Spannung.

Die Lebensphilosophie „Fleischwurst über alles und Bierchen dazu“ des Automechanikers und die Ehe sowie Frauen absolut ablehnenden unverbesserlichen Junggesellen Rudolf Struppe brachte Rudi Mühlig sehr gekonnt auf die Bühne. Und das, da allen Versuchen der Umerziehung vehement trotzend, zum großen Verdruss seiner Schwester Apollonia Struppe (Simone Holderbach), die der Mutter auf dem Sterbebett versprochen hatte, sich um den Bruder zu kümmern und ihn daher quasi als „Kümmerin“ unbedingt auf Vordermann bringen wollte.

Rudolf könnte sorglos und entspannt leben, wenn seine Schwester nicht vor jedem Feiertag zur Putzwoche verbunden mit Umerziehungsversuchen anreisen würde. Zudem machen ihn die Erfahrungen seiner durch ihre Gattinnen gegängelten Freunde Willi Gruber (Hermann Mayer) und Schorsch Maier (Michael Heß) völlig taub für alle die schwesterlichen Versuche, er fiel vielmehr nach ihrer Abreise jeweils schnell wieder zurück in seine gewohnte „Ordnung“.

Unter dem Ehejoch

Unterstützt von ihrer Nachbarin Irene Lehmann (Mandy Fischer-Ludwig) sowie Gunda Gruber (Anke Mühlig) und Greta Maier (Katja Hemberger) den Ehefrauen seiner unter dem Ehejoch stöhnenden Freunde, organisiert die putzwütige Apollonia vor dem anstehenden Heimatfest in der Sorge um den verwahrlosenden Bruder einen Großputz.

Diese Putzorgie bringt Rudolf fast um den Verstand. Statt nach seinen abendlichen Bierchen bequem auf dem Sofa zu nächtigen, gezwungen im ihn überall zwickenden Schlafanzug im Bett zu schlafen, treiben ihn in seinen Träumen Putzlappen und Staubtücher nahezu in den Wahnsinn. Der wahre Kampf um sein „Überleben“ beginnt für Rudolf aber, als seine Schwester plant ganz zu ihm zu ziehen, oder ihn endlich unter die Haube zu bringen.

Trotz der schon problematischen Vorbereitungen zu dem Heimatfest, schmieden Rudolfs Freunde Schorsch und Willi einen Plan zur „Rettung“ ihres in großen Nöten befindlichen Kumpels. Als dann noch der Frauenschwarm Gustav Schön (Bert Antreter) sich einschaltet und auch der Trachtenmodenhändler Vinzenz Bayer (Franz Scharf) mit seiner kessen Enkelin Charlotte Bayer (Shirin Fischer) auf den Plan tritt, kommt extrem Leben in das Geschehen und es entwickelt sich ein regelrechtes Tohuwabohu, in dem außer dem ewigen Junggesellen Rudolf auch noch die letzte Dorfjungfer Irene unter die Haube gebracht werden soll. Dabei ergeben sich äußerst vertrackte Verwicklungen und viele humorvolle Überraschungen.

Die Besucher der beiden sehr gut besuchten Aufführungen hatten offensichtlich großen Spaß an diesem verzwickten Dorfgeschehen. Sie geizten nicht mit Beifall, ja immer wieder gab es spontanen Szenen-Applaus. Anhaltenden Beifall und zahlreiche „Vorhänge“ gab es natürlich auch bei der Vorstellung der Laienspieler durch Michael Heß, der zum Auftakt die Theaterfreunde auch willkommen hieß und für ihr Interesse dankte. Er formulierte weiter den Dank des Veranstalters an die engagierten Akteure sowie die vielseitige Unterstützung wie durch die Souffleuse Jessica Heß, Melanie Broker in der Maske oder Carsten Hemberger in der Technik, aber auch die Gemeinde und Vereine sowie zahlreiche Helfer im Hintergrund.

Für langjähriges Engagement in der Laienspielgruppe ehrte abschließend Bernd Antreter drei Ensemblemitglieder durch Überreichung eines Erinnerungspräsentes: Anke Mühlig für 15 Jahre sowie Katja Hemberger und Michael Heß für jeweils zehn Jahre. Ihnen galt nochmals lebhafter Applaus der Theaterfreunde. jm