Buchen

Unterwegs auf dem Fränkischen Jacobsweg 21-köpfige Gruppe bewältigte gut 80 Kilometer

Von Aschaffenburg nach Colmar gepilgert

Archivartikel

Hettingen.Bereits zum dritten Mal seit 2017 trafen sich an Christi Himmelfahrt 21 Teilnehmer aus Hettingen und Umgebung, um auf einer geführten Pilgerwanderung, dem Jacobsweg von Aschaffenburg nach Colmar, unter der Leitung von Gundolf Scheuermann und Heiko Leitner die 80-Kilometer-Strecke von Heilbronn nach Neuenbürg an der Enz zurückzulegen.

Bereits in den letzten Jahren wurde 165 Kilometer auf verschiedenen Etappen von Aschaffenburg nach Heilbronn bei bestem Wetter zurückgelegt. Die Strapazen waren teilweise enorm, aber zu bewältigen.

Dieses Jahr fuhr man nun mit der Bahn nach Heilbronn. Dort wurde ein kurzer Abstecher auf den Heilbronner Westfriedhof gemacht. Hier begann der eigentliche Weg für die Gruppe. Heiko Leitner hatte die richtigen Worte parat und wies auf die Aufgaben hin, die so eine Pilgerwanderung bringt. Jeder war nun auf seinen eigenen Weg gespannt – ganz nach dem Motto und nach der Losung des Jahres „Suche den Frieden und jage Ihm nach“ (Psalm 34,15).

In die Weinberge ging es nun und auch steil bergauf in den Heuchelberg mit wunderbarer Aussicht und hervorragender Gastronomie. Durch unzählige schöne Wanderpfade wurde am späten Nachmittag Eppingen erreicht.

Hier fand man Unterkunft in der Nähe des berühmten Fußballstadions des VFB Eppingen am Waldrand. Am nächsten Morgen sehr früh wurde eingekauft, was man so braucht für den ganzen Tag, und es ging weiter über Mühlbach nach Sternenfels, dem Eintritt in den Enz-Kreis. Nun ging es auf verwunschenen Wegen, die durch dicht bewachsenen Wälder und grüne Auen führte.

„Grafen von Hettingen“ getroffen

Dort traf man, es ist kaum zu glauben, den „Grafen von Hettingen“. Den unwissenden „Heddemer“ erklärte dieser, dass er als Ballonfahrer mal in Hettingen landen musste und so diesen Titel zugesprochen bekam. „Man lernt nie aus und trifft die interessantesten Menschen auf den Wegen, wenn man sie dann geht“, dachten sich die Pilger. Auf jeden Fall wünschte der Graf den Wanderern alles Gute auf all ihren Wegen.

Die Natur gab alles her, was sie hatte; wunderbare Weitsichten, prachtvolle Wälder Ruhe für den Weg und tolle Landschaften. Im Kloster Maulbronn, dem Etappenziel angekommen, konnte man noch an einer Klosterführung teilnehmen. Überwältigt von dieser Klosteranlage, dem Unesco-Weltkulturerbe und gleichzeitig der größten Klosteranlage nördlich der Alpen, bezog man seine Unterkunft. Abends konnte man noch an einer privaten Führung im Innenhof des Klosters teilnehmen.

Am Samstag stand dann die Schlussetappe nach Neuenburg an der Enz an – 30 Kilometer mit Rucksack bei fast 30 Grad Hitze und diesmal auch viel auf freiem Feld. Die Wanderer waren inzwischen eingelaufen und ließen sich auch nicht von der Durchquerung Pforzheims abhalten.

In Neuenbürg angekommen wurde man im dortigen Fünf-Sterne-Wanderheim schon erwartet. Nach dem geselligen Abend ließ man auch noch einmal die 225 Kilometer Resümee passieren, die man zusammen mit Gundolf Scheuermann und Heiko Leitner teils auch mit unterschiedlichen Teilnehmern bewältigt hatte. Der jüngste Teilnehmer war Jan Müller und die älteste Liliane Kirchgeßner, beide aus Hettingen. Am Tag der Heimfahrt war man sich schnell einig, auch die restlichen 200 Kilometer, die noch durch den Schwarzwald nach Colmar führen, in den nächsten Jahren zu laufen.