Buchen

Haushalt der Stadt Buchen 2019 Bürgermeister Roland Burger möchte „generationengerecht investieren“

„Zukunfts- und handlungsfähig aufgestellt“

Reserven sind gebildet, die Pro-Kopf-Verschuldung ist auf einem guten Stand. Das lässt Bürgermeister Roland Burger die anstehenden Aufgaben beruhigt angehen.

Buchen. Buchen als kleine Stadt stehe im nationalen Vergleich im Fokus externer Untersuchungen ganz passabel da, erklärte Bürgermeister Roland Burger gestern bei seiner Haushaltsrede im Bürgersaal des Alten Rathauses mit einer gewissen Zufriedenheit. Im „Zeitmagazin“ zähle Buchen zu den „glücklichen Klein–städten“. Demnach sind nur 111 der 522 deutschen Kleinstädte zwischen 10 000 und 20 000 Einwohnern mit dem versorgt, was man zum Klein-stadtleben braucht (also mit mehr als nur Discountern und Tankstellen): Sie haben sowohl ein Gymnasium als auch eine Volkshochschule und ein Krankenhaus.

Auch der Zentralitätswert von Buchen, der insbesondere die Bedeutung für das Umland ausdrückt, könne sich sehen lassen. „Die sogenannte Zentralitätskennziffer ist der Indikator für die Attraktivität eines Standortes als Einkaufsort. Sie gibt an, inwieweit der örtliche Einzelhandel in der Lage ist, überörtliche Kundschaft anzuziehen“, erklärte Burger. Ein Wert über 100 bedeute eine überdurchschnittliche Zentralität. Nach einer aktuellen Auswertung der IHK-Rhein-Neckar für das Jahr 2018 liege die Zentralitätskennziffer von Buchen bei „beachtlichen 132,6 Prozent und liegt deutlich über dem Durchschnitt – sowohl im regionalen als auch im Landes- und im Bundesvergleich“. In der allgemeinen Kaufkraft der Bevölkerung hingegen habe man 2018 traditionell eher unter dem Durchschnitt gelegen. Gleichwohl habe man es trotz dieses Hintergrunds im Zuge einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geschafft, den Haushalt zu konsolidieren und „uns zukunfts- und handlungsfähig aufzustellen“.

Man bewege sich im Einnahmebereich auf einem guten Niveau, welches sich kurzfristig betrachtet sogar noch etwas verbessern dürfte. Nach dieser Steigerung wird aber wohl kein weiterer Anstieg hinzukommen, rechnet der Bürgermeister. Er geht von einer Seitwärtsbewegung oder gar einem moderaten Rückgang aus. Und es sei zu erkennen, dass man sich auf eine Normalisierung der Einnahmesituation einstellen müsse.

Reserven für die Zukunft

Es sei gelungen – dank der stärker als die Aufwendungen gestiegenen Erträge – Reserven für die Zukunft zu bilden und die Pro-Kopf-Verschuldung unter den vom Gemeinderat 2008/09 als Ziel formulierten Wert von 700 Euro pro Einwohner zurückzuführen.

Im Finanzhaushalt verbleiben nach Gegenüberstellung der Einzahlungen und Auszahlungen aus Verwaltungstätigkeit im Saldo, als Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushaltes, rund 2,7 Millionen Euro. Dieses Geld stehe quasi aus dem „laufenden Betrieb“ für investive Zwecke beziehungsweise zur Schuldentilgung bereit. Die Mittel des Ausnahmejahres 2017, über dessen Überschuss in Höhe von sieben Millionen Euro man sich gemeinsam gefreut habe, werde bereits 2019 wieder zum Wohle der kommenden Generationen investiert.

Viele Maßnahmen

Bürgermeister Roland Burger nannte mehrere anstehende Maßnahmen, insgesamt seien es über 70 verschiedene. Investiert werde zum Beispiel in den Mehrgenerationentreff, die Erweiterung des Burghardt-Gymnasiums, die Kindergarten- und Kindertagesreinrichtungen wie in Hainstadt und einen gegebenenfalls neu zu schaffenden Waldkindergarten, den man mit der evangelischen Christusgemeinde umsetzen wolle, jedoch noch in der Verhandlungsphase sei. Auch weitere Bauflächen für (junge) Familien würden geschaffen. Zudem habe man im Planungsbereich die Weichen für eine bedarfsgerechte bauliche Eigenentwicklung in den Stadtteilen gestellt. Die Modernisierung des Rathauses wolle man ebenfalls in den Jahren 2019/20 umsetzen. Dafür stehen laut Burger als erste Tranche 150 000 Euro an Haushaltsmitteln sowie Verpflichtungsermächtigungen bereit.

„In Anbetracht dieser Aufzählung und mit Blick auf das anhaltend hohe Investitionsvolumen der Folgejahre verwundert es demnach nicht, wenn, mit der gebotenen Sicherheit geschätzt, in den Jahren 2020 und 2021 mit einer Darlehensaufnahme von bis zu acht Millionen Euro beziehungsweise bis zu fünf Millionen Euro gerechnet werden muss“, blickte Burger in die Zukunft. Man ziele darauf ab, die Investitionen langfristig dauerhaft über den Abschreibungen zu halten, einen Nettovermögenszuwachs zugunsten kommender Generationen zu schaffen und dabei die Erneuerung und Entwicklung der Stadt voranzutreiben.