Creglingen

In Oberrimbach Manege frei im Circus „Blamage“ / Heute um 15 und 19 Uhr Vorstellungen / Weitere Aufführungen am kommenden Samstag

50 junge Akrobaten geben ihr Bestes

Archivartikel

Der Circus Blamage ist wieder da: Was die Kinder hier erarbeitet haben, ist bereits am heutigen Samstag erstmals zu erleben – wenn es um 15 und 19 Uhr in Oberrimbach „Manege frei“ heißt.

Oberrimbach. Massives Zirkusfieber grassiert in Creglingen und Umgebung latent seit 2004: Da eroberten Clown Lui und der „Circus Mumm“ im Sturm die Herzen von Zuschauern, Mitmachern und Ermöglichern. Die Creglinger Schulsozialarbeiterin Kerstin Nawrot hatte damals das Zirkusprojekt für Kindergarten- und Schulkinder ins Tauberstädtchen geholt und gemeinsam mit dem Mumm-Team die Turnhalle in eine Dschungel-Manege verwandelt.

Seither gastiert in schöner Regelmäßigkeit das inklusiv orientierte Kinder- und Jugendzirkusprojekt „Circus Blamage“ in Creglinger Gefilden. Am Münstersee und auf der Tauberwiese schlug „Circus Blamage“ schon seine Zelte auf, in Erdbach, Waldmannshofen, Oberrimbach. Genau dort tummeln sich auch derzeit täglich nachmittags knapp 50 junge Akrobaten. Sie stammen aus Creglingen und der nahen Umgebung, sind zwischen neun und 15 Jahre alt und haben sich nach einem kleinen Schnuppertraining eigens beworben, um in einer der beiden Osterzirkuswochen mit von der Partie sein zu können.

In den Osterferien kann „Circus Blamage“ in Kooperation mit der Jugendhilfe Creglingen und den Creglinger Schulen insgesamt 100 Teilnehmern fünf Tage unmittelbare Zirkuserfahrung anbieten, und das sogar noch kostenlos. Das funktioniert durch eine spezielle, beim Bundesministerium für Bildung und Forschung verankerte Förderung durch den Verein „Zirkus macht stark/Zirkus für alle“. Dieser Verein gehört zum bundesweiten Verbund „Kultur macht Stark – Bündnisse für Bildung“ und unterstützt speziell zirkuspädagogische Angebote für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche.

Es sollen, so sieht es „Zirkus macht stark/Zirkus für alle“ vor, einfach alle Kinder und Jugendlichen Zugang bekommen zur Zirkuswelt, die sportliches Engagement, Kreativität, Kunst und buntes, kooperatives Miteinander verbindet, ermutigt und ideenreich individuelle Stärken fördert.

Seit Montag läuft das Training im großen Blamage-Zelt und auf dem Platz beim Oberrimbacher Kindergarten. Da wird jongliert, da üben Kinder perfekte Clowns-Stolpereien, da wird viel Mut gebraucht, um sich als Fakir auf Glasscherben und Nagelbrett zu beweisen. Andere balancieren auf dem Drahtseil, schweben am Trapez oder fliegen dank Trampolin unterm Zirkuszelt fast vogelhoch. Die erste Truppe präsentiert bereits am heutigen Karsamstag in zwei Vorstellungen (die Nachmittagsvorstellung beginnt um 15 Uhr, die Abendaufführung um 19 Uhr) ihre Zirkuskünste.

Fernsehteam auf dem Bauernhof

Wie immer, wenn die Trainer und Teamer von „Circus Blamage“ mit Kindern Aufführungen einstudieren, entwickeln die Kids selbst den roten Faden, der die einzelnen Nummern zu einer Geschichte verbindet. In dieser Woche haben sich die Mädchen und Jungs fürs Thema Bauernhof entschieden – für einen Bauernhof, der Besuch von einem Fernsehteam bekommt. Man darf gespannt sein, wie sich die TV- und Großstadtleute mit Landwirt, Bäuerin und dem lieben Vieh verstehen.

Was die zweite Gruppe ab Dienstag bis zu den Aufführungen am Samstag, 7. April (die Vorstellungen beginnen um 15 und 19 Uhr) entwickeln wird, steht natürlich noch komplett in den Sternen. Klar: dann ist ja auch eine komplett neue Truppe am Werk, wie Lisa Fuchs, die 18-jährige angehende Blamage-Teamerin berichtet. Sie lebt in Dorfprozelten, bereitet sich derzeit aufs Abitur vor und will Biochemie studieren.

Ihren ureigenen Zirkus-Virus hat sich Lisa Fuchs auch bei so einer Zirkusfreizeit aufgefangen. Sie ist ihn nicht wieder los geworden. Um auch als Erwachsene auf keinen Fall auf Zirkusluft verzichten zu müssen, absolviert sie gemeinsam mit einem runden Dutzend anderer Zirkusfans die Blamage-eigene Ausbildung zur „Teamerin“. Für Lisa Fuchs dürfte das Engagement im Zirkus Hobby bleiben; andere haben vor, später als Erzieher zu arbeiten, als Pädagogen oder Sozialarbeiter. Allen gemeinsam ist, dass sie den Zirkus lieben. Es sind die Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen, die sie immer wieder mit neuen, individuellen Stärken überraschen.