Creglingen

Gedenktag Feuerwehren des Main-Tauber-Kreises feierten bei der Firma Wirthwein den Schutzpatron Sankt Florian / Hans-Peter Achatz nun Ehrenvorsitzender

Allzeit bereit zu ehrenvollem Dienst

Archivartikel

Wie wichtig die Feuerwehr für die Gesellschaft ist, wurde beim Florianstag deutlich, zu dem sich Feuerwehrangehörige in Creglingen unter dem Motto „Ausbildung im Wandel der Zeit“ trafen.

Creglingen. Der heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehren – sein Todestag am 4. Mai im Jahre 304 nach Christus ist heute ein weltweiter Gedenktag – und für viele „Floriansjünger“ ein Feiertag. So auch für die Feuerwehren im Main-Tauber-Kreis, dessen Kreisverband zur Wirthwein AG nach Creglingen einlud.

Rund 180 Gäste folgten der Einladung und erlebten neben einem imposanten Fuhrpark mit Tanklöschfahrzeugen, Drehleitern und Feuerwehrdrohne ein interessantes Festprogramm, das die „Ausbildung im Wandel der Zeit“ aus Sicht eines Industrieunternehmens und der Feuerwehr beleuchtete.

Technikvorstand Marcus Wirthwein würdigte den „ehrenvollen, freiwilligen und sehr wichtigen Dienst“ zu jeder Jahres-, Tages- und Nachtzeit. Er erinnerte an den Großbrand eines benachbarten Industriebetriebs am polnischen Standort in Lodz im Jahr 2015 und wie wichtig das professionelle Eingreifen der örtlichen Feuerwehr gewesen sei.

Im Bewusstsein der Verantwortung gegenüber dem Ehrenamt der freiwilligen Feuerwehren im Main-Tauber-Kreis sei die Wirthwein AG gerne Gastgeber des Florianstags geworden, so Wirthwein.

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Sebastian Quenzer würdigte die Bereitschaft der Firma Wirthwein, den Tag auszurichten . Er freute sich über den großen Zuspruch und das Interesse der Floriansjünger sowie der Vertreter weiterer Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, THW, Polizei und DLRG.

Pfarrer Matthias Widmayer, Leiter der Notfallseelsorge im Main-Tauber-Kreis, führte das Gedenken an den heiligen St. Florian aus. Das theologische Gebot der Nächstenliebe ist es, was die Feuerwehrleute in ihrem Dienst in die Praxis übertragen. Widmayer lobte das freiwillige Engagement in Zeiten des zunehmenden Egoismus und äußerte unter dem Beifall der Zuhörer sein absolutes Unverständnis darüber, dass die Gewalt gegenüber Rettungskräften massiv zunimmt. „Ein Tag wie heute ist einfach einmal eine gute Gelegenheit, um ‘danke’ zu sagen“, so der Notfallseelsorger. Sebastian Quenzer ehrte gemeinsam mit seinen Stellvertretern und Dr. Frank Knödler, dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Oberbrandmeister Armin Künzig aus Pülfringen für dessen langjähriges Engagement in der Ortsfeuerwehr sowie der Gemeindewehr Königheim.

Hans-Peter Achatz wurde nach zehn Jahren im Amt des Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Tauber ernannt.

Bürgermeister Uwe Hehn zollte den Feuerwehren Anerkennung für ihr Engagement; er konnte sich von der Professionalität der freiwilligen Helfer in Rot bei einem Brand in unmittelbarer Nachbarschaft seines Wohnhauses vor kurzer Zeit selbst überzeugen. Besonders elegant kündigte Moderatorin Judith-Leonie Fleckenstein das Grußwort von Landrat Frank an, der sich humorvoll bedankte: „Schönster Landkreis – was willst dazu noch sagen?!“. Frank dankte den Feuerwehrmitgliedern für ihren Dienst und bezeichnete die Floriansjünger als die älteste, lebendigste und vielfältigste Bürgerinitiative.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes in Baden-Württemberg, Dr. Frank Knödler, steht einem Verband vor, der 42 Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände mit insgesamt 119 000 Feuerwehrangehörigen vertritt. Als promovierter Chemiker mit über 45 Jahren Feuerwehrvergangenheit, davon seit 30 Jahren bei der Feuerwehr Stuttgart, habe ihn der Festvortrag „Ausbildung im Wandel der Zeit“ natürlich besonders interessiert. Was folgte, war ein sehr guter Vortrag mit einigen Forderungen an die politischen Entscheidungsträger. So müsse der Dialog mit der Industrie und deren Ausbildungsmethoden geführt werden, denn „diejenigen, die ein Auto löschen, sind ja nicht die, die es bauen“ und man müsse und könne nur voneinander lernen.

Nach abschließenden Dankesworten beendete Sebastian Quenzer den offiziellen Festakt und Marcus Wirthwein lud zum abschließenden Stehempfang ein. dp