Creglingen

Creglinger Bürgermeisterwahl Amtsinhaber Uwe Hehn auf Tour über die Creglinger Dörfer / Umfassende Sanierung der Creglinger Innenstadt geplant

Auf Rathaus-Chef warten viele Aufgaben

Archivartikel

Uwe Hehn tourt über die Dörfer. Der Creglinger Bürgermeister befindet sich im Wahlkampfmodus. Der 51-Jährige zieht dabei nicht Bilanz, sondern blickt in die Zukunft. Ein Besuch in Craintal.

Craintal. Gut 30 Zuhörer haben sich an diesem Abend im Gasthaus „Post“ in Craintal eingefunden zum Wahlkampfauftritt von Bürgermeister Uwe Hehn. Der Verwaltungsbeamte stellt sich am Sonntag, 15. April, nach seiner ersten achtjährigen Amtszeit zur Wiederwahl. Einzige Mitbewerberin ist Fridi Miller aus Sindelfingen, die landauf, landab als Bürgermeister-Bewerberin kandidiert und jüngst in Niederstetten auf vier Stimmen kam.

Seit 2010 ist Uwe Hehn im Amt – damals setzte er sich überraschend im ersten Wahlgang durch und wurde zum Nachfolger von Hartmut Holzwarth gewählt, der zum Oberbürgermeister von Winnenden gewählt worden war. „Ich will nicht groß auf die letzten Jahre eingehen, sondern lieber in die Zukunft blicken“, sagte der Amtsinhaber vor dem Craintaler Publikum. Der Ortschaft bescheinigt er mit Blick auf den noch recht jungen Jugendclub eine „tolle Gemeinschaftsleitung“. Wer sich so einbringe, der könne auf die Unterstätzung der Stadt zählen, so Uwe Hehn.

Mit Blick auf den jetzt erfolgten Ausbau des schnellen Internets im ganzen Stadtgebiet („Dafür haben wir acht Jahre gekämpft“) lenkte Uwe Hehn seinen Blick nun auf den Ausbau von Funkmasten. „Auch hier brauchen wir eine flächendeckende Versorgung,“ so der Redner. „Ich werde dafür kämpfen,“ versprach Uwe Hehn, der in einer guten Funkversorgung eine wichtige Zukunftsfrage sieht. Zu diesen gehört auch die Kindergartensituation, die angesichts dreier voller Einrichtungen angespannt ist. Ein Neubau soll es richten, für den einen Standort zu finden jedoch nicht ganz einfach ist angesichts eines Flächenbedarfs von zirka 1500 Quadratmetern. So soll nun zunächst in Creglingen ein provisorischer Container-Kindergarten erstellt werden, bevor in zwei, drei Jahren eine endgültige Lösung realisiert werden soll. Das Provisorium kostet laut Uwe Hehn rund 350 000 Euro, die endgültige Lösung gut 1,1 Millionen Euro. Geld, das seinen Worten zufolge gut angelegt ist: „Es ist schön, wenn es wieder mehr Kinder gibt“. Damit junge Familien überhaupt in Creglingen und auf den Teilorten bleiben, müssen sie bauen können, was gerade auf den Dörfern nicht immer einfach ist. Mit der Erschließung von Baugebieten in Archshofen und Schmerbach und der Erweiterung in Waldmannshofen sieht Uwe Hehn die Gemeinde auf dem richtigen Weg. Mittelfristig müsse auch in Münster etwas getan werden, forderte Hehn.

Hohe Investitionen fließen auch künftig in die Schulen, „bis 2022 werden wir da rund 1,8 Millionen Euro reinstecken,“ kündigte der Redner an. Realschule und Werkrealschule seien gut aufgestellt, die Modernisierung der Klassenzimmer trage zur Attraktivität des Schulzentrums bei. Nicht umsonst sei die Werkrealschule eine von nur noch drei Hauptschulen im Landkreis. „Wir werden alles tun, damit wir als Schulstandort führend bleiben,“ betonte das Stadtoberhaupt.

„Viel zu tun“ hat die Stadt auch künftig bei den Straßensanierungen. Jüngstes Beispiel: die in diesem Jahr anstehende Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Schön – Freudenbach. „Straßen, die in einem solchen schlechten Zustand sind, haben wir noch mehr, etwa die alte Niederrimbacher Straße,“ sagte Uwe Hehn mit Blick auf den hohen Sanierungsdruck. Viel Geld steckt die Kommune zudem in den Feldwegebau, bei einer Länge von 800 Kilometern fast ein Fass ohne Boden. Hilfreich seien da die Wegebauvereine in mehreren Ortsteilen, lobte Hehn diese Vereine.

„Große Diskussionen“ werden um den Neubau des Pflegeheims zwischen Craintaler Weg und Waldstraße geführt. Uwe Hehn schätzt, dass mit dem Bau erst Ende 2018, Anfang 2019 begonnen werden kann. Bezugsfertig dürfte das neue Pflegeheim dann erst Anfang 2020 sein. „Ich glaube nicht, dass das schon 2019 passiert“.

Das ehemalige Kreiskrankenhaus, das momentan noch als Seniorenheim dient, kann nach dem Auszug neu genutzt werden. Uwe Hehn schwebt ein Ärztehaus vor. Momentan befinde man sich mit dem Eigentümer, dem Landkreis, in Verhandlungen über die Zukunft des Gebäudes. „Dort sind Parkplätze und ein Aufzug vorhanden,“ erläuterte der Bürgermeister einige Vorteile der Liegenschaft. „Das wird uns ein paar Euro kosten, aber es ist eine wichtige Zukunftsinvestition,“ so Uwe Hehn.

Ein weiterer Schwerpunkt in den nächsten Jahren soll die Sanierung der Creglinger Stadtmitte werden. „Dort ist lange wenig passiert,“ meint der Bürgermeister. „Wir müssen uns fragen: was passiert mit der Innenstadt in zehn bis 15 Jahren?“ Bei einigen Geschäften gebe es keine Nachfolge. „Wenn wir nichts ändern, wird die Kernstadt so nicht mehr existieren,“ ist Uwe Hehn überzeugt. Deshalb schwebt ihm eine nachhaltige, umfassende Stadtsanierung vor. Ein Stadtplaner soll im Dialog mit Gemeinderat, Verwaltung und Bürgern in den nächsten zwei, drei Jahren die Planung vorantreiben. Bereits im Besitz der Stadt sind das ehemalige Scherzinger-Haus und das Brunnenhaus, ein Erwerb des Gasthauses „Lamm“ erscheint ebenfalls möglich, und die Stadt befindet sich in Gesprächen mit der Sparkasse. Das Geldinstitut sei sehr kooperativ, sagte Uwe Hehn. Das Gebäude wird wohl abgerissen – die Sparkasse gibt den Standort Creglingen aber nicht auf, sondern wird in dem dann neu gestalteten Umfeld eine Geschäftsstelle einrichten, wie Uwe Hehn betonte.

Auch der gesamte Taubertorplatz soll überplant werden. „Wir werden das Gelände zur Tauber hin ganz anders gestalten,“ kündigte Hehn an. Das werde etwas kosten, halte die Kernstadt aber attraktiv.

In der anschließenden Diskussion wurde über zahlreiche weitere Themen gesprochen, unter anderem über die Unterbringung von Flüchtlingen, über den Hochwasserschutz in Münster und über die Zukunft des Pferdemarktes, der nach dem 100-Jahr-Jubiläum im Jahr 2020 womöglich dauerhaft auf ein Wochenende verlegt werden soll.

Am Anfang hatte Ortsvorsteher Norbert Böhm an die Zuhörer appelliert: „Geht alle wählen“. Diesem Appell schloss sich Uwe Hehn am Ende seines Vortrags an.