Creglingen

Realschule Creglingen Themen-Elternabend stieß auf großes Interesse

Der „Baustelle Hausaufgaben“ gewidmet

Archivartikel

Creglingen.Für interessierte Eltern veranstaltete der Förderverein der Realschule Creglingen auch in diesem Frühjahr wieder einen Themenelternabend.

Unterstützt durch die Akademie für innovative Bildung und Management (aim) war es dieses Mal gelungen, mit dem Diplompädagogen und Buchautor Detlef Träbert einen echten Hochkaräter nach Creglingen einzuladen. Er referierte zum Thema „Baustelle: Hausaufgaben“ und traf damit gleichermaßen auf reges Interesse bei Eltern und Lehrern.

In der mit über 70 Zuhörern sehr gut gefüllten Cafeteria bezog Träbert im ersten Teil seines Vortrags zunächst allgemein Stellung zum Thema Hausaufgaben.

In einem humorvollen Exkurs ging er auf die geschichtliche Entwicklung und die rechtlichen Grundlagen von Hausaufgaben in Deutschland beziehungsweise in Baden-Württemberg ein und schloss einen Vergleich zum Rest Europas an.

Da es im Schnitt in jeder zweiten Familie tagtäglich zu Diskussionen rund um das Thema Hausaufgaben kommt, war es ihm in den weiteren Ausführungen ein großes Anliegen, praktische Tipps für eine stressfreiere Hausaufgabenerledigung zu geben. Aus diesem Grund unterbrach er seinen Vortrag immer wieder durch „Minipausen“, die, wie das Publikum anschaulich selbst merkte, enorm zur Konzentrationssteigerung beitragen können.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien, die Träbert heranzog, belegen, dass diese Minipausen das Erledigen der Hausaufgaben sowohl in zeitlicher als auch in qualitativer Hinsicht positiv beeinflussen.

Kleine Pausen einlegen

Als Orientierungshilfe gab er den Zuhörern mit auf den Weg, dass mehrfach angewandte aktive Minipausen von zirka einer Minute Länge beim Erledigen der Hausaufgaben einer großen Pause vorzuziehen sind. Beispielhaft für solche Minipausen zeigte er kleine Übungen, die jede Schülerin und jeder Schüler in der Schule oder am Schreibtisch zu Hause anwenden kann, wenn es mal einen Durchhänger gibt.

Genauso wichtig war es ihm aber auch darauf hinzuweisen, wie wichtig Struktur, Hausaufgabenrituale etc. sind. Entscheidend sei auch, dass es einen festen Hausaufgabenplatz gebe, der zudem frei von ablenkenden Gegenständen sein sollte. Entgegen der landläufigen Meinung sei Hintergrundmusik nicht unbedingt ein Nachteil bei der Erledigung der Aufgaben. Ganz im Gegenteil könne sie bei Kindern und Jugendlichen, die dieser Art des Lernens zugewandt sind, zu einer gelösten Stimmung beitragen und den Umgang mit den Hausaufgaben erleichtern – nur ein Ausprobieren kann hier Klarheit schaffen.

In den Augen des Experten, der seine Aussagen auch im weiteren Vortrag immer wieder durch wissenschaftliche Studien untermauerte, haben Hausaufgaben in unserem System ihre Daseinsberechtigung. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn sie direkt an den im Unterricht behandelten Stoff anschließen und zudem den Schülern auch Raum für motivierende Kreativität lassen. Dabei hatte er auch für Lehrer Tipps zur effizienten Hausaufgabenkontrolle auf Lager.

Nach knapp eineinhalb Stunden beendete der Experte seinen kurzweiligen, informativen und humorvollen Vortrag und stand den Eltern im Anschluss im persönlichen Gespräch noch Rede und Antwort.

Der Förderverein freute sich über den gelungenen Abend und insbesondere darüber, dass sich Eltern von Schülern aller Schularten angesprochen fühlten. CK