Creglingen

Die Bürger mitnehmen

Arno Boas zur Kandidatenvorstellung in Creglingen

Der eigentliche Gegner Uwe Hehns an diesem Montag Abend in der Stadthalle war nicht etwa Fridi Miller, die sich den Weg nach Creglingen sparte, sondern Pater Anselm Grün: Der populäre Mönch und Philosoph hielt just am Montag in Schrozberg einen Vortrag und dürfte zahlreiche Creglinger mehr interessiert haben als die heimische Kandidatenvorstellung – vor allem angesichts der Tatsache, dass es neben Uwe Hehn keinen ernst zunehmenden Mitbewerber gibt. So verirrten sich nur rund 120 Besucher in die Stadthalle. Fragen gab es nur wenige, und kritische Nachfragen so gut wie keine. Alles in Butter also? Das wird man am kommenden Sonntag sehen – gelingt es Uwe Hehn, die Creglinger zum Wahlgang zu motivieren, obwohl der Ausgang ja letztlich schon fest steht? Wie viele Protestwähler geben Fridi Miller ihre Stimme oder einen ungültigen Stimmzettel ab? Wie Uwe Hehn einräumt, hat er es nicht allen recht gemacht. Es gibt Dörfer, die für ihn kein gutes Pflaster sind – das sind vor allem diejenigen mit Windrädern direkt vor der Haustür. Was man Uwe Hehn nicht vorwerfen kann: dass er sich nicht an der Basis blicken lässt. Obwohl quasi ohne Gegenkandidat, tingelt er über alle Dörfer und sucht das direkte Gespräch mit den Wählern. Und einen Plan für die nächsten acht Jahre hat er auch. Den Spielraum, den er der Gemeindekasse in den letzten acht Jahren verschafft hat, will er jetzt zielgerichtet nutzen. Das spannendste Projekt dabei: die Stadtsanierung. Unbestritten ist ihre Notwendigkeit. Strittig wird dagegen so manches Detail der Umsetzung werden. Umso wichtiger, die Bürger von Anfang an einzubinden und sie mitzunehmen.