Creglingen

Evangelisches Jugendwerk Traditioneller Motorradfahrer-Gottesdienst in Finsterlohr

Die Hand zum Gruß gereicht

Finsterlohr.Es war schon ein imposantes Bild, wie kürzlich ein Motorrad nach dem anderen bei schönstem sommerlichen Wetter in Finsterlohr zum Motorradgottesdienst einfuhr.

Der Motorradfahrergottesdienst (Mofago) fand bereits zum 26. Mal dort hinter dem Dorfgemeinschaftshaus statt und stellt somit einen festen Termin im Veranstaltungskalender der Region dar. Das bewährte Vorbereitungsteam aus hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Friedemann Weller vom Evangelischen Jugendwerk Weikersheim und Pfr. Tilman Staak, von der örtlichen Kirchgemeinde und eine ganze Reihe ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer im Vorder- und Hintergrund sorgten für einen reibungslosen Verlauf und Nahrung für Leib und Seele.

„Gott reicht dir die Hand zum Gruß“. Unter diesem Thema stand dieser besondere Gottesdienst, umrahmt durch fetzige Musik der christlichen Band „Coram publico“ aus Flachslanden. Als deren Bühne fungierte die Ladefläche eines Getränke-LKW‘s, der Altar mit Kreuz bestand aus zwei Heuballen, die Kirchenbänke im Grünen bildeten Biertischbänke. Pragmatisch und schlicht ging es äußerlich zu, aber das Wesentliche, inhaltliche hatte Tiefgang in Predigt, Liedern, Gebeten und persönlichen Lebensbeiträgen.

Mit dem Thema „Gott reicht dir die Hand zum Gruß“ stellte Bezirksjugendreferent Friedemann Weller acht Grüßkategorien des Journalisten Burkhard Straßmann vor, die Straßmann am 26. Juli 1996 in der Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlicht hat. Drei Grüßertypen liefern sozusagen die Vorlage, wie Gott dem Menschen die Hand reicht. In der Geschichte des Jona wird das Beispiel des Grüß-„Totalverweigerers“ verdeutlicht, dem letztlich Gott selbst mit viel Humor gezeigt hat, dass er die Menschen liebt.

Der unentschlossene und fragende „Vielleichtgrüßer“ hat in der Begegnung des Nikodemus mit Jesus die drängenden Fragen auf den Punkt gebracht. Jesus fordert die Menschen heraus, aber reicht ihnen auch die Hand, um ihm zu folgen.

Das genaue Gegenbeispiel ist der „Immergrüßer“, der durch seinen extrovertierten Charakter den ein oder anderen auch überrumpelt. In dem Beispiel des Petrus, der unter den Jüngern Jesu oft das Wort geführt hat, wird deutlich, dass er sich auch an der ein oder anderen Stelle vertan hat. Trotz allem reicht ihm Jesus die Hand, geht auf ihn zu, verzeiht ihm und vertraut ihm letztlich den Auftrag an, seine Gemeinde zu bauen. In vielen Reaktionen wurde deutlich, wie durch die Predigt Gottes Gruß in die Lebenswelt der Motorradfahrer gebracht wurde.

Als regionales Spendenprojekt wurde die christliche Lebensgemeinschaft „Lebenstraum“ für junge Erwachsene aus Uffenheim von deren Leiter Stephan Münch vorgestellt.

In dieser WG haben junge Leute die Möglichkeit, für zehn Monate zusammen zu leben, persönliche, geistliche und berufliche Orientierung zu erhalten. Auch dort bilden haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende eine intensive Dienstgemeinschaft, die allein durch Teilnehmerbeiträge nicht gedeckt werden können, sondern auf Spenden angewiesen sind. Träger ist der Verein „Wir unterwegs e.V.“, der auf der Basis der Evangelischen Allianz in Deutschland arbeitet. fww