Creglingen

Jüdisches Museum Am 10. Mai Vortrag über Pflanzen

Gemeinsame Wurzeln beleuchten

Archivartikel

Creglingen.Ist der Granatapfel der Baum der Erkenntnis? Diese Frage wird nicht beantwortet werden können, niemand auf dieser Welt weiß es, auch wenn die Vermutung aus verschiedenen Gründen naheliegt. Die Geschichte von Eva aber, die von einer verbotenen Frucht aß, findet sich in der Tora der Juden wie im Alten Testament der Christen. Und ist damit ein Glied in der Kette der Gemeinsamkeiten, welche Juden und Christen verbindet, die fünf Bücher Mose.

Existenz sichernd

Jürgen Schwinning-Sturm nennt seinen Initiativ-Vortag, den er am Donnerstag, 10. Mai, um 15 Uhr im Jüdischen Museum Creglingen hält und der im Rahmen der Jüdischen Kulturtage im Taubertal 2018 stattfindet, Pflanzen in Tora und Altem Testament.

Pflanzen werden in den alten Schriften beider Religionen in Bezug auf religiöse Riten genannt, waren aber in erster Linie für das Leben der Menschen Existenz sichernd, in der Ernährung oder als Heilmittel.

Eben diese Pflanzen für jedermann sichtbar und sinnhaft in der Stadt zu verwurzeln, dabei auch auf Vorhandenes hinzuweisen, kann Zeichen sein, ist Stadtgrün und Kultur im Alltag.

Diskriminiert

Vor nicht allzu langer Zeit – vor 100 Jahren – lebten Juden und Christen noch selbstverständlich in Deutschland zusammen, auch in Creglingen.

Seit den 1920er-Jahren aber wurden Juden immer konsequenter diskriminiert, ab 1933 verfolgt, vertrieben und ermordet.

Heute weht er wieder, der wabernd giftige Nebel der Diskriminierung.

In Creglingen sollen Pflanzen die Menschen an gemeinsame Wurzeln in Kultur und Religion und damit an das Erbe aller Menschen erinnern. Pflanzen reinigen ja bekanntermaßen die Luft.