Creglingen

Gemeinderat tagte Entwurf des Bebauungsplanes „Craintaler Weg – Erweiterung und 4. Änderung “ beschlossen

Geplante Senioreneinrichtung nimmt die nächste Hürde

Die geplante Senioreneinrichtung in Creglingen hat die nächste Hürde genommen: Der Gemeinderat beschloss den Entwurf des Bebauungsplanes „Craintaler Weg“. Von Anwohnern hagelt es Kritik.

Creglingen. Dass es in der jüngsten Sitzung des Creglinger Gemeinderates im Romschloss „heiß“ zuging, lag weniger an dem hoch umstrittenen Thema „Altenpflegeheim“, sondern vor allem an den tropischen Temperaturen. Die Verwaltung hatte im Saal des Romschlosses extra eine mobile Klimaanlage aufgestellt, doch die Hitze forderte trotzdem ihren Tribut. Denn erstmals in der jüngeren Geschichte des Gemeinderates wurde die Sitzung nach gut 90 Minuten für eine zehnminütige Hitzepause unterbrochen.

Dass es nicht noch hitziger wurde, obwohl mit dem zwischen Craintaler Weg und Waldstraße geplanten Altenheim ein umstrittenes Thema auf der Tagesordnung stand, lag vor allem an der Zurückhaltung der Zuhörer, die sich, bis auf eine Ausnahme, während der Sitzung nicht zu Wort meldeten. Ihre zum Teil heftige Kritik an dem Plan hatten sie zuvor schon schriftlich fixiert – die Stellungnahmen waren allesamt eingearbeitet worden in die Sitzungsvorlage, die am Dienstag als Beratungsgrundlage diente. Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig den Entwurf des Bebauungsplanes „Craintaler Weg – Erweiterung und vierte Änderung“.

Mit den Anregungen und Bedenken der Träger öffentlicher Belange und den Stellungnahmen von Anwohnern kam ein gut 35 DIN-A-4-Seiten starkes Paket zusammen. Dieses wurde Wort für Wort vom Planer vorgetragen. Göran Schmidt von der Planungsgruppe Kölz aus Ludwigsburg hatte damit den anstrengendsten Part übernommen. „Wir müssen uns im Detail um jede Stellungnahme kümmern“, sagte der Planer. Bürgermeister Uwe Hehn legte Wert darauf, alle Einlassungen vorzutragen, auch wenn es dabei viele Wiederholungen gab – niemand sollte wohl den Eindruck bekommen, dass seitens der Verwaltung etwas unterschlagen werden sollte. Zum Schluss meinte Hehn: „Das war ein ganzes Stück Arbeit“.

Die Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange führten zum Teil zu Änderungen im Textteil zum Bebauungsplan sowie im Umweltbericht. Änderungen im Planwerk aufgrund der Stellungnahmen von Bürgern seien nicht vorgenommen worden, erläuterte Silvia Rösch-Wildermann vom städtischen Bauamt (über die Einwendungen berichten wir an anderer Stelle dieser Seite).

Auch der weitere zeitliche Rahmen des Bauprojekts wurde thematisiert. Der Planentwurf wird nun wieder vier Wochen öffentlich ausgelegt. Danach gibt es erneut eine Sitzung des Gemeinderates, in der sich das Gremium mit den dann eingegangenen Anregungen und Bedenken auseinandersetzt. Die Stadtverwaltung strebt an, den rechtskräftigen Bebauungsplan bis Ende des Jahres vorliegen zu haben. Projektentwickler Thomas Dettweiler von der Unternehmensgruppe Glöckle Bau aus Schweinfurt schätzt, dass das auf dem Grundstück stehende Haus zirka im Februar 2019 abgerissen werden kann. Mit dem Neubau könnte dann im Sommer 2019 begonnen werden. Die Fertigstellung des Pflegeheims dürfte im Jahr 2020 erfolgen.