Creglingen

Vortrag Professor Schaible referiert in der Herrgottskirche

Gibt es neue Erkenntnisse?

Archivartikel

Creglingen.In einem Vortrag von Professor Volker Schaible kann man erfahren, ob es neue Erkenntnisse zum Marienretabel von Tilman Riemenschneider in der Herrgottskirche in Creglingen gibt.

Das Riemenschneiderretabel ist eines der bedeutendsten und hervorragendsten Werke der spätgotischen Schnitzkunst. Umso mehr erstaunt die Tatsache, dass man bis heute nur sehr wenig über dieses einzigartige Kunstwerk weiß.

Allgemein wird das Marienretabel in die Zeit von 1505 bis 1508 datiert. Daneben hat die Annahme, die Herrgottskirche in Creglingen sei der ursprüngliche Aufstellungsort, dazu geführt, das Retabel entsprechend des Altarpatroziniums und der dort verehrten Hostie als Fronleichnamsretabel zu deuten.

Reiner Marienaltar?

Jüngere kunstwissenschaftliche Forschungsberichte zum Creglinger Retabel widersprechen dieser ikonographischen Deutung, betrachten die bisherige Datierung als obsolet und sehen in dem Creglinger Retabel einen reinen Marienaltar.

Aufgrund dieser konträren Ausgangslage wurde seitens des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Institut für Konservierungswissenschaften an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste ein Forschungsprojekt hierzu initiiert. Diese von 2005 bis 2010 vor Ort durchgeführte, erste kunsttechnologische Untersuchung und die wissenschaftliche Auswertung der erzielten Untersuchungsergebnisse in der Folgezeit erbrachten eine Fülle neuer, interessanter Erkenntnisse. Prof. Volker Schaible, ehemaliger Leiter des Instituts für Konservierungswissenschaften an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, hat sich bereit erklärt, im Rahmen eines öffentlichen Vortrags am Freitag, 7. Juni um 18 Uhr in der Herrgottskirche in Creglingen die im Rahmen dieses Forschungsprojektes erzielten Ergebnisse vorzustellen.