Creglingen

Verbandsversammlung Zweckverband Hohenloher Wasserversorgungsgruppe tagte in Niederrimbach / Uwe Hehn zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt

Hinter Fördergeldern ein Fragezeichen

Seine Verbandsversammlung hielt der Zweckverband Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG) in Creglingen-Niederrimbach.

Niederrimbach. Die neue Verbandsvorsitzende Petra Weber, Bürgermeisterin von Blaufelden, begrüßte neben den Verbandsmitgliedern besonders Ortsvorsteher Hans Bruder und Bürgermeister Uwe Hehn, die den Ortsteil und die Stadt kurz vorstellten.

Dabei erfuhren die Delegierten auch, dass die Stadt Creglingen mit ihren Stadtteilen – man höre und staune – in der Fläche fast die Hälfte der Landeshauptstadt Stuttgart ausmacht.

Mit Abschluss der Verbandsversammlung sind nun wieder Verbandsleitung und Gremien vollständig besetzt. Denn jeweils einstimmig wurden Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn zum stellvertretenden Verbandsvorsitzenden gewählt, in den Verwaltungsrat der Gerabronner Bürgermeister Christian Mauch und als Stellvertreter für Kirchberg der dortige Kämmerer Markus Pfannenstiel.

Aufgaben versus Finanzen

Zu Beginn ihrer Berichterstattung ging Petra Weber auf einige Daten des vergangenen Jahres ein. Grundsätzlich, so Weber, sei festzustellen, dass das Land zu wenig Fördermittel für Investitionen in die Trinkwasserversorgung zur Verfügung stellt. Dennoch sei es dem Zweckverband gelungen, die an ihn gestellten Aufgaben in Gänze zu erfüllen. Zurückblickend könne man von einer durchaus positiven Bilanz sprechen, sowie einer sehr guten Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW). In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Wasserbezug der HWG seit 2006 im Rahmen der NOW-Kooperation Rohwasserkonzeption mit Übergabe der Quellen und Brunnen im Niederrimbacher Tal fast ausschließlich von der NOW Crailsheim erfolgt. Nun wurden die Bezugsrechte von der NOW mit 116,7 l/s per einstimmigem Beschluss endgültig festgelegt, nach einer bis dato vorläufigen Festlegung zu Beginn der Kooperation.

Betrachte man das Volumen der Wasserabgabe, so Weber, könne festgestellt werden, dass dieses seit 2010 permanent zurück ging. Hauptgrund für den Rückgang sei sicherlich vor allem die Aufgabe der Putenschlächterei in Rot am See vor drei Jahren. Als Spitzenjahr mit 2,77 Mio. cbm Wasserabgabe an die Verbandsmitglieder sei das Jahr 2010 zu nennen. Seither habe sich das Volumen in etwa eingependelt, die für 2017 angenommene Planzahl von 2,4 Mio. cbm werde auch für das kommende Jahr übernommen. Rechne man die Abgaben an Sonderabnehmer und die kalkulierten Wasserverluste hinzu, sei von einem Gesamtbedarf von 2,48 Mio. cbm auszugehen.

Blicke man auf das vergangene Jahr zurück, denke man sofort an die Überschwemmungen in einigen Gebieten und an sogenannte Jahrhundertüberflutungen, wovon das Gebiet der HWG aber weitgehend verschont geblieben ist.

Große Investitionen

Das Jahr sei geprägt gewesen von großen Investitionen, stellvertretend genannt als herausragendes Projekt der neue Hochbehälter in Ettenhausen, dessen Gesamtkosten bei netto 525.000.- Euro liegen. Leider seien beide beim Land gestellten Anträge (2015 und 2016) abgelehnt worden. Als Grund wurde u.a. eine Überzeichnung des Förderprogramms angegebenen. Diese Formulierung, so die Verbandsvorsitzende, sage im Prinzip sehr elegant aus, dass im Zuschusstopf schlicht zu wenig Mittel vorhanden sind.

NOW Betriebsführer Holger Gersten erläuterte in seinem Bau- und Betriebsbericht ausführlich die Aktivitäten des Zweckverbandes Wasserversorgung Nordostwürttemberg im Jahre 2016. Zu den baulichen Maßnahmen gehörten u.a. der längst fällige Neubau des Hochbehälters in Ettenhausen sowie die Erneuerung der Zuleitungen ab Werdeck bis zum WT Seibotenberg. In Planung befindet sich das in die Jahre gekommene und veraltete Pumpwerk Schön. Außerdem sind zahlreiche Ortsnetzerneuerungen und Erweiterungen in Planung, im Bau und bereits ausgeführt, überwiegend in Rot am See, Schrozberg, Creglingen und Blaufelden. Im zweiten Teil des Berichtes (Siehe Kasten) ging Holger Gersten auf die Wasserbezug- und -abgabe ein, wobei der etwas höhere Wasserverlust im Vergleich zu den Vorjahren auf die größere Anzahl von Rohrbrüchen zurückzuführen ist. Mit Blick auf die Wasserqualität stellte er fest, dass die Untersuchungen gemäß Trinkwasserverordnung sowie die nach Rohrbrüchen durchgeführten Untersuchungen keinerlei Beanstandungen ergaben.

In Vertretung des verhinderten Geschäftsführers der NOW Dr. Jochen Damm, berichtete sein Stellvertreter Ralf Winter über das NOW Bau- und Betriebsgeschehen sowie der Umorganisation im technischen Bereich des NOW. Danach präsentierte Isolde Ansorge, Geschäftsführerin der HWG, die Jahresrechnung 2016. Das durchschnittliche Jahr 2016 brachte demnach eine Wasserabgabe an die Mitglieder und Sonderabnehmer mit 2,45 Mio. cbm, welche sich gegenüber dem trockenen Vorjahr 2015 um 120 000 cbm verringert hat Das Ergebnis der Betriebskostenumlage ergibt 1,25 Euro pro cbm, das Ergebnis Festkostenumlage 52,85 Euro pro Einwohner, was einen Gesamtpreis von 1,92 Euro pro cbm ergibt (plus ein Cent im Vergleich zum Vorjahr). Es wurden 30 566 Einwohner versorgt, in Anlagen wurden 600 000 Euro investiert, das Bilanzvolumen des Verbandes beträgt per anno 24 Mio. Euro.

Die Verbandsmitglieder folgten der Empfehlung des Vewaltungsrates und beschlossen eine Verbandsumlage von 1,25 Euro pro cbm. Mit dem Beschluss über den Wirtschaftsplan für das Jahr 2018 wurde auch die HWG Geschäftsleitung entlastet. Der von Isolde Ansorge vorgetragene Wirtschaftsplan sieht Investitionen von ca. 1 Mio. Euro vor. Für fünf Maßnahmen wurden Förderanträge beim Land gestellt, doch die Problematik der Genehmigung besteht in den derzeit überzeichneten Fördertöpfen.

Für die Zukunft gerüstet

Im Klartext: Die Fördertöpfe sind ganz einfach leer, deshalb ist man im Verband nur gedämpft optimistisch überhaupt Fördergelder zu erhalten. Für das kommende Jahr ergibt sich eine vorläufige Festkostenumlage von 49,97 Euro pro Einwohner und eine Betriebskostenumlage von 1,33 Euro pro cbm Wasser, der Gesamtwasserpreis erhöht sich um vier Cent gegenüber dem Vorjahr auf 1,97 Euro.

Am Ende der Sitzung versicherte Verbandsvorsitzende Petra Weber den Anwesenden, dass der Zweckverband Hohenloher Wasserversorgungsgruppe im Verbund mit dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg auch 2018 die geforderten Aufgaben erfüllen werde.

Durch die bereits ausgeführten, die im Bau und in der Planung befindlichen Investitionen sei der Verband für die kommenden Herausforderungen bestens gerüstet. Auch in Zukunft werde man die Bevölkerung in den Verbandsgemeinden und die Sonderabnehmer stets mit ausreichend Wasser versorgen können.