Creglingen

Bezirk Hohenlohe Tag des Mädchenfußballs in Creglingen war mit über 100 Teilnehmerinnen überaus gut besucht / Spielstraße und 4:4-Duelle

Hoher Spaßfaktor statt Punktejagd

Spaß statt Punktejagd: Beim Tag des Mädchenfußballs in Creglingen jagten über 100 junge Damen dem runden Leder nach – mit Begeisterung, aber ohne übertriebenen Ehrgeiz.

Creglingen. Die beiden Creglinger Sportplätze waren am Samstag fest in der Hand des Fußballnachwuchses – und zwar des weiblichen. Der Bezirk Hohenlohe hatte sich diesmal an die Peripherie seines immens großen Verbreitungsgebietes gewagt – und den Entschluss nicht bereut. Denn über 100 Mädchen im Alter zwischen acht und 16 Jahren waren ins Taubertal gekommen, um gemeinsam Spaß am und mit dem Ball zu haben.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz und mit der Organisation,“ betonte Bezirksjugendleiter Niko Schwarz im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dass es sich dabei nicht nur um ein wohlmeinendes Lob des Funktionärs handelte, zeigte sich auf den beiden Rasenplätzen, wo die Mädchen – aufgeteilt in die Altersstufen acht bis zwölf Jahre und 13 bis 16 Jahre – mit großer Begeisterung ihr Können unter Beweis stellten, und das ohne den bei Wettkämpfen sonst üblichen Leistungsdruck.

In der vom FC Creglingen aufgebauten Spielstraße warteten nicht nur Slalomlauf und Wasserflaschen-Treffen auf die jungen Fußballerinnen, sondern es galt auch, etwa mit nassen Schwämmen über ein Hindernis zu werfen. Und natürlich waren Dribblings, Übersicht und gute Ballbehandlung gefragt beim schweißtreibenden Spiel vier gegen vier.

„Der FC hat sich tolle Sachen ausgedacht“, lobte Niko Schwarz die Kreativität des Vereins. Der FC habe sich die Ausrichtung des Tages verdient, denn „sonst müssen die Taubertäler immer weit fahren, um am Tag des Mädchenfußballs teilzunehmen. Diesmal waren sie selber dran“, so der Bezirksjugendleiter. Die Erwartungen seien angesichts von rund 105 Teilnehmerinnen übertroffen worden, sagte Nico Schwarz. Ihm gefiel besonders auch die große Zahl an jugendlichen Helfern, die der FC aufgeboten hatte, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten. „Das zeugt von einer tollen Gemeinschaft“.

Besonders freute sich FC-Jugendleiter Holger Wundling über die große Zahl an Mädchen, die noch keinem Verein angehören und die einfach mal in die Fußballwelt hinein schnuppern wollten. „Viele kamen unangemeldet“, berichtete der FC-Funktionär. „Wir haben vielleicht mit 70 Teilnehmerinnen gerechnet und freuen uns über das tolle Ergebnis von über 100 Mädchen“, ergänzte Wundling. Auch Niko Schwarz sieht in der hohen Zahl von vereinslosen Teilnehmerinnen ein gutes Zeichen, „gerade auch für sie sind solche Veranstaltungen gedacht“. Denn es gehe hier nicht vornehmlich um den Wettkampf-Gedanken, sondern um den gemeinsamen Spaß. Alle seien mit großem Elan bei der Sache. Und jede hatte sich das T-Shirt mit dem Aufdruck „Nicht ohne meine Mädels“ redlich verdient – in Anlehnung an die aktuelle Kampagne des DFB. Entgegen dem Trend hat der FC Creglingen seit zirka zwei Jahren eine stabile Zahl an Mädchenfußballerinnen. In der nächsten Saison sind fünf Mädchenmannschaften gemeldet, zwischen 40 und 45 Mädchen sind beim FC registriert. „Das gelingt uns nur, weil wir viele Aktionen machen,“ so der Jugendleiter, der zugleich den Einsatz der Betreuer würdigte.

Um den Übergang von den Jugendteams in die aktive Damenmannschaft zu erleichtern, trainieren die B-Mädchen auch mit den Damen, es finden zudem Trainingsspiele statt. So gelingt es dem FC, immer wieder Nachwuchsspielerinnen bis in die erste Mannschaft zu führen.

Auch ein Stützpunkttrainer des WFV hatte sich am Samstag auf den Weg nach Creglingen gemacht. Es muss ja nicht gleich eine neue Dzsenifer Marozsan entdeckt werden – aber das geübte Auge sieht schnell, ob sich eine Spielerin für höhere Aufgaben qualifizieren könnte. Wer weiß, vielleicht erhält das eine oder andere Mädchen ja eine Einladung zu einem Sichtungslehrgang? Und wenn nicht: auch kein Problem, denn alle hatten am Samstag einfach ihren Spaß.