Creglingen

BAG Creglingen Generalversammlung mit Positiv-Bilanz / Veränderungen im Aufsichtsrat / Neue Getreidelagerhalle ebenfalls Thema

Jahresüberschuss erfreulich hoch

Archivartikel

Wie ein roter Faden zog sich der erfreulich hohe Jahresüberschuss 2017 durch die Generalversammlung der Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Creglingen (BAG).

Creglingen. Bereits bei der Eröffnung und Begrüßung durch Vorstandsvorsitzenden Thomas Küstner, die traditionell mit einem Rückblick auf die Ereignisse des jeweiligen Bilanzjahres wie 2017 die Einweihung der Elbphilharmonie, die Amtseinführung von US-Präsident Trump bis zum Tode von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl reichte, verkündete er den Gewinn von 182 171 Euro. Im Vorjahr hatte dieser noch 23 060 Euro betragen und das entspricht fast einer Verachtfachung.

Nach dem Bericht über die internationale und deutsche Marktlage ging Geschäftsführer Wilfried Kleinschrodt auf die Geschäftsentwicklung der BAG Creglingen ein. Bereits die Umsatzentwicklung zeigte sich sehr erfreulich, stieg sie doch um neun Prozent, bzw. um 2,77 Millionen Euro auf 32,63 Millionen und somit auf den höchsten Stand in der 104-jährigen Geschichte.

Gab es bei Raps und Obst noch deutliche Rückgänge, stieg dieser beim Getreide um knapp sieben Prozent. Auch bei den Landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln fällt das Ergebnis unterschiedlich aus. Während die Düngemittel um 29 Prozent und die Sämereien um 5,5 zurückgingen, stieg der Futtermittelumsatz um 13,6 Prozent und das Saatgetreide um gut zwanzig Prozent. Auch der Raiffeisenmarkt verzeichnet ein Plus von 2,4 Prozent und der Oberländer Dorfladen bzw. Wettringen entwickeln sich ebenfalls gut. Im Jahre 2017 wurden 272 000 Euro investiert, die größten Brocken waren ein Silo-LKW sowie das Pflanzenschutzlager. Im Vorjahr bot die BAG 52 Menschen der Region einen Arbeitsplatz. Davon waren 30 in Vollzeit und 21 in Teilzeit, sowie eine Auszubildende.

Unter großem Beifall dankte der Geschäftsführer den Mitarbeitern, könne doch nur ein harmonisches Team in der Zukunft bestehen. Dabei schloss er auch Vorstand und Aufsichtsrat mit ein. Bei der Erläuterung der Bilanz war zu erkennen, dass die Verbindlichkeiten deutlich zurückgegangen sind und somit auch die Zinsbelastung.

Einstimmig beschloss die Versammlung, den Jahresüberschuss den Rücklagen zuzuweisen, damit diese gestärkt werden. So gehen 20 000 Euro in die gesetzlichen und 162 171 in andere Ergebnisrücklagen. Besonders erfreulich, auch für das laufende Jahr werden nach ersten Hochrechnungen ähnliche Zahlen erwartet.

Aufsitzratsvorsitzender Hans-Werner Ott lobte in seinem Bericht die verantwortungsvolle Arbeit der gesamten Belegschaft. Verbandsprüfer Martin Kern bestätigte, dass die Buchführung sowohl formell und auch materiell den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen entspricht. Nach seinen Worten hat sich die Rohertragsspanne in den letzten fünf Jahren verbessert und beträgt nun zwölf Prozent. Nach seinen Vorstellungen sei auf eine Eigenkapitalstärkung weiterhin ein Hauptaugenmerk zu legen. Zusammenfassend beurteilte er die Ertragslage zufriedenstellend.

Hohe Auszeichnung

Reinhold Markert beantragte die einstimmig erfolgte Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Für Rainer Kellermann und den aus Altersgründen ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedern Otto Bruder und Walter Pehl wurden Martin Stahl aus Gailshofen und Jochen Rothaus Gickelhausen einstimmig in das Gremium gewählt. Bruder und Pehl gehörten dreißig Jahre dem Aufsichtsrat an, Otto Bruder gar 15 Jahre als stellvertretender Vorsitzender. Dafür wurden beide sowohl von der BAG als auch durch Verbandsprüfer Martin Kern vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband mit der Raiffeisen/Schulze-Delitzsch Medaille ausgezeichnet.

Auch die beiden BAG-Mitarbeiter Rainer Korn für 40 Jahre und Sigrid Himmel, 25 Jahre, wurden für ihre Betriebstreue und Engagement geehrt. Bürgermeister Uwe Hehn zeigte sich ebenfalls erfreut über das gute Betriebsergebnis und stellt fest, dass er Geschäftsführer Wilfried Kleinschrodt selten so glücklich gesehen habe, wie bei dieser Versammlung. Dies sei seinem Engagement, aber auch dem des ganzen Teams und der treuen Kundschaft zu verdanken. Sein größter Wunsch: dass die BAG Creglingen noch lange eigenständig bleibe. Die Stadt werde gerne die Voraussetzungen schaffen, dass in Kürze mit dem Bau einer Getreidelagerhalle in der Klingener Straße begonnen werden kann.

Amtsleiter Mainhard Stärkel vom Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim forderte mehr Akzeptanz für die Landwirtschaft. MdB Alois Gerig berichtete in seinem ausführlichen Referat über die aktuelle Berlinpolitik und die Lage der Landwirtschaft, insbesondere die der Ferkelzüchter.