Creglingen

Leserbrief Zu „Keine Pfandauszahlung“ (FN 17.8.)

Millionen-Geschäft für den Handel

Nicht zurückgegebene pfandpflichtige Einwegverpackungen sind ein Millionen-Geschäft für den Handel. Zunächst sollte man sich bei Norbert Pfeifer bedanken, der nach dem Taubertal-Festival in Rothenburg leere Pfandflaschen und Dosen gesammelt hat. Herr Pfeifer ist für sein soziales Engagement bekannt, spendet er doch die erhaltenen Beträge für soziale Zwecke.

Jeder hat schon erlebt, dass die Automaten Flaschen nicht annehmen oder einziehen, ohne dass der Pfandbetrag angezeigt wird. Meist ist der EAN-Strich-Code in der Regel durch Beschädigung nicht maschinell lesbar. Hier hat der Gesetzgeber geregelt, dass bei Läden ab 200 Quadratmeter, die diese Produkte vertreiben, die Pfanderstattung manuell durch das Personal zu erfolgen hat. Der Pfand in Höhe von 25 Cent wird beim Kauf berechnet. Für viele Konsumenten ist dieser Betrag zu gering, und man macht sich nicht die Mühe, die Flaschen/Dosen zurückzugeben. Jede nicht zurückgegebene Flasche bedeutet für den Handel 100 Prozent Gewinn. Bei einer Nürnberger Tankstelle, die pro Tag 200 Dosen verkauft, liegt die Rückgabequote bei 50 Prozent. Daraus ergibt sich pro Tag ein Gewinn von 50 Euro, ergibt pro Monat 1500 Euro und pro Jahr 18 000 Euro. Laut Manager Magazin erzielt der Handel in Deutschland alleine beim Dosenpfand pro Jahr einen steuerfreien Erlös von über 400 Millionen Euro. Umso unerfreulicher ist es, wenn sich einige Märkte sträuben, größere Mengen Leergut anzunehmen, obwohl sie dazu gesetzlich verpflichtet sind. Wenn man den Leserbrief von Herrn Pfeifer liest, könnte man meinen, dass der kundenunfreundliche Filialleiter des Rothenburger Einkaufsmarktes das erstattungspflichtige Pfand aus seiner eigenen Taschen bezahlen muss.