Creglingen

Evangelischer Kirchenbezirk Weikersheim (II) Dekanin Renate Meixner sprach über den Kirchenbezirk als Grenzregion

Pfarrermangel erfordert verstärkte Zusammenarbeit

Creglingen.Den evangelischen Kirchenbezirk Weikersheim als Grenzregion hatte Dekanin Renate Meixner als Thema ihres Berichts bei der Bezirkssynode gewählt.

Man sei die nördlichste Region Württembergs – in einem Landkreis, in dem drei Landeskirchen vertreten seien.

Die Gemeindegliederzahlen gingen weiterhin leicht zurück, nicht aber die Geburtenzahlen. Dazu komme eine wachsende Kinderzahl durch Zuwanderung und so übersteige in den Kindergärten der Bedarf das Angebot. Erfreulich sei, dass sich sowohl Kirchengemeinden als auch Landeskirche in diesem Bereich weiter engagierten. Die Zusammenarbeit im kreisweiten Diakonieverband „gelingt sehr gut“, auch wenn sich immer wieder die Herausforderung stelle, die diakonische Arbeit „in dieser Weitflächigkeit gut zu verorten“. Ein Schwerpunkt sei in den letzten drei Jahren die Flüchtlingsarbeit geworden. Es sei allerdings schwierig, hier geeignete Mitarbeiter zu gewinnen.

„An die Grenzen gekommen“ sei man auch bei den Konsequenzen aus dem „Pfarrplan 2024“. Man müsse lernen, mit der künftig begrenzen Zahl von Pfarrstellen zurecht zu kommen. Im Moment habe man 21 Pfarrerinnen und Pfarrer. Die drei 50-Prozent-Stellen Münster-Niederrimbach, Oberstetten und Adolzhausen seien nicht besetzt, ebenso die 100-Prozent-Stelle in Wachbach. Alle drei 50-Prozent-Stellen seien vom Pfarrplan betroffen. Erfreulich sei, dass überall „neue Wege eingeschlagen werden“. Oberstetten werde von Wildentierbach mit betreut, Adolzhausen von Vorbachzimmern. Die Kirchengemeinden Münster und Niederrimbach strebten eine Verbundgemeinde mit Standorf/Oberndorf an. Die Pfarrstelle Wachbach werde zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Neuer Dekansstellvertreter werde Schuldekan Hans-Jürgen Nonnenmann.

In diesem „mühseligen Pfarrplanprozess“ würden aber auch Grenzen überwunden und Kirchengemeinden intensivierten die Zusammenarbeit. Im Creglinger Distrikt sind die beiden Dreier-Gemeinden Reinsbronn-Waldmannshofen-Sechselbach und Freudenbach-Frauental-Archshofen auf dem Weg, einen Sechser-Verbundgemeinde zu gründen. Im Weikersheimer Distrikt werde es eine Verbundgemeinde mit Elpersheim-Markelsheim, Schäftersheim und Nassau geben, die Kirchengemeinden Weikersheim und Neubronn würden weiter beraten, welche Art von Zusammenarbeit für sie sinnvoll sei. Im Distrikt Mergentheim gebe es intensive Gespräche über mögliche Kooperationen.

Aus der Zukunftswerkstatt des Kirchenbezirks erwachsen sei das Projekt eines Bezirkskirchentags unter dem Thema „Lust auf Kirche“, der am 15. September 2019 in der Tauber-Philharmonie Weikersheim stattfinden solle.

Das zweite Projekt der Zukunftswerkstatt „Homepage/App“ stellte Ralf Herdtweck, Igersheim, vor. Die Auseinandersetzung mit neuen Medien sei notwendig, und es habe dazu bereits einen Workshop gegeben.

Ein gemeinsamer Veranstaltungskalender sei wünschenswert, der lebe aber wie das ganze Projekt von der aktuellen Unterstützung der Kirchengemeinden. Ob man dazu eine neue App entwickeln müsse oder ob die bisherige Homepage www.kirchenbezirk-weikersheim.de optimiert werden könne, müsse sich zeigen. peka