Creglingen

Florianstag Beim Treffen der Feuerwehren in Creglingen wurde das Thema „Ausbildung im Wandel der Zeit“ von zwei Seiten beleuchtet

Schulung der Führungskräfte wichtige Aufgabe

Archivartikel

Creglingen.Das Motto des Florianstags in Creglingen „Ausbildung im Wandel der Zeit“ wurde zweigleisig beleuchtet, nämlich aus Sicht eines Industriebetriebes und der Freiwilligen Feuerwehr.

Massimo de Vivo, Leiter Konzernpersonalwesen der Wirthwein AG, stellte die vier Haupthandlungsfelder der Ausbildung in der Industrie vor und erläuterte die künftigen Herausforderungen in der Aus- und Weiterbildung: Digitalisierung, Prozessdenken, Globalisierung und Führungskultur. So sind nicht nur die Lerninhalte, sondern auch die Erwartungshaltungen der Jugendlichen einem steten Wandel unterworfen, was auch im Hinblick auf das Miteinander zwischen Ausbildern und Jugendlichen neue Umgangsformen und Lehrmethoden erfordert.

Der Leiter der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal, Branddirektor Thomas Egelhaaf, nannte als größte Herausforderung die enorm kurzen Ausbildungszeiten der künftigen Führungskräfte, die in einem zweiwöchigen Kurs zu Gruppen- oder Zugführern ausgebildet werden. „Mehr sei aber leider nicht möglich, weil wir auf Freiwilligkeit beruhen und die Feuerwehrleute dieses Engagement im Ehrenamt und damit in ihrer Freizeit erbringen“.

„Die Ausbildung ist zwar normiert“, fuhr der Schulleiter fort, „aber jeder Einsatz ist anders, und vieles kann man nicht üben, sondern nur durch Erfahrung lernen. Und genau hier liegt das Problem: Es fehlt meistens die Praxis, weil zum guten Glück nur wenig passiert“.

Besonders geändert haben sich in den letzten Jahren die Erwartungs- und Anspruchshaltung der Lehrgangsteilnehmer, wie auch die handwerklich-technischen Kompetenzen. „Dennoch sei die junge Generation sehr zu loben, trotz zunehmender Anforderungen an Führungskräfte gibt es immer noch sehr viele, die sich gerne und mit Herzblut in der Feuerwehr engagieren wollen“, so Egelhaaf, der erläuterte, dass die Führungskräfte der Feuerwehr im Ehrenamt häufig die größte Einheit einer Kommune leiten.

„Die Feuerwehr ist meist größer als das Rathausteam und verlangt viel organisatorischen Aufwand. Dies – und nicht etwa Vorkommnisse im Einsatz, sind öfter einmal Grund für die Überforderung der engagiertesten Mitglieder, die dann leider mit einem Austritt aus der Freiwilligen Feuerwehr reagieren“.

Der Leiter der Landesfeuerwehrschule sieht deshalb in der Personalentwicklung und insbesondere in der Schulung der künftigen Führungskräfte die größte Herausforderung. dp