Creglingen

Spannende Jahre

Arno Boas zur Bürgermeisterwahl in Creglingen

Der Sieger stand schon vorher fest: Uwe Hehn. Kein ernstzunehmender Gegenkandidat und eine Bilanz des Amtsinhabers nach acht Jahren, die sich insgesamt sehen lassen kann – da konnte nichts schief gehen.

Viel interessanter waren die Fragen nach der Wahlbeteiligung und dem Protestwähler-Potenzial. Die Wahlbeteiligung ist mit 51,5 Prozent erstaunlich hoch. Dazu haben vor allem die Dörfer beigetragen – hier wird die Wahlpflicht nach wie vor ernst genommen. Der Kernort dagegen hat nach Reinsbronn die zweit schlechteste Wahlbeteiligung.

Mit 93 Prozent der abgegebenen Stimmen darf sich Uwe Hehn als strahlender Sieger fühlen. Doch es gibt, wie immer, auch eine Schattenseite. Gerade in den Dörfern, in denen die Windkraft für Probleme sorgt, wurde der Amtsinhaber abgestraft – mit geringer Wahlbeteiligung, mit Stimmen für Fridi Miller, mit ungültigen Stimmen oder Stimmen für sonstige Bewerber.

Uwe Hehn geht trotzdem mit einem deutlichen Vertrauensbeweis in die zweite Amtszeit. Er sollte diese starke Position nutzen, um denen die Hand zu reichen, die ihn nicht gewählt haben. Im Windkraft-Lager beispielsweise wird man genau verfolgen, wie ernsthaft Uwe Hehn in Sachen Schall mit den Behörden und den Windkraftbetreibern verhandeln wird, um Verbesserungen für die Betroffenen zu erreichen.

In den kommenden Jahren stehen wichtige Investitionen an. Transparenz bei den Entscheidungen spielt dabei eine große Rolle. Hier hat es in der Vergangenheit die Tendenz zur Geheimniskrämerei gegeben – mehr Offenheit ist vielleicht anstrengend, fördert aber die Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

Im Wahlkampf hat Uwe Hehn die Zeichen erkannt und ist mit klaren Aussagen zur Creglinger Zukunft in den Ring gestiegen. Daran muss er sich nun in den nächsten acht Jahren messen lassen. Es werden spannende Jahre – die nur erfolgreich werden, wenn alle in eine Richtung laufen.