Creglingen

Bürgermeisterwahl Rund 120 Besucher bei der öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Stadthalle / Fridi Miller nicht anwesend / Uwe Hehn stellte sein Programm vor

„Sparen heißt, intelligent zu investieren“

Die Kandidatenvorstellung wurde zur One-Man-Show: Uwe Hehn war am Montag der einzige Bewerber, der sein Wahlprogramm vor rund 120 Bürgern in der Mehrzweckhalle vorstellte.

Creglingen. Wird sie kommen? Das war eine viel gestellte Frage im Vorfeld der öffentlichen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl am 15. April in Creglingen. Sie kam nicht. Fridi Miller aus Sindelfingen, die schon in zahlreichen Gemeinden (erfolglos) aufs Kandidatenkarussell aufgesprungen ist, glänzte am Montag in der Mehrzweckhalle durch Abwesenheit. „Sie ist verhindert,“ sagte der stellvertretende Bürgermeister Karl Haag nur, der den Abend moderierte. So wurde die Veranstaltung, die nur rund 120 Besucher anlockte, zur One-Man-Show von Uwe Hehn, der am 15. April eine zweite Amtszeit anstrebt. Und der – anders als seine zwei Vorgänger Werner Fifka und Hartmut Holzwarth – auch die zweite Amtszeit volle acht Jahre in Creglingen ableisten will, „wenn Sie mich wieder wählen.“

Ihm sei ja der Ruf des „Sparbürgermeisters“ vorausgeeilt, sagte Uwe Hehn, was so nicht zutreffe, denn „es wurde erstaunlich viel Geld investiert in den letzten acht Jahren“. Sparen heiße für ihn, intelligent zu investieren, und „das ist uns gut gelungen,“ meinte der amtierende Bürgermeister. Der persönliche Kontakt zu den Menschen sei ihm sehr wichtig, „denn so erreicht man sie am besten und kann sie motivieren, sich für ihre Gemeinde zu engagieren“. Jeder könne mit seinen Problemen zu ihm kommen, „wobei ich es nicht allen recht machen kann,“ bekannte Uwe Hehn. Auf zahlreichen Feldern gibt es in den nächsten Jahren Handlungsbedarf, wobei Uwe Hehn dem Gießkannenprinzip eine Absage erteilte: „Wir konzentrieren uns auf einige wenige Dinge und machen die richtig gut“. Da der Schuldenstand der Stadt seit Jahren kontinuierlich sinkt, gibt es mittelfristig wieder mehr Spielraum für Investitionen. „So können wir Creglingen zukunftsfähig machen,“ zeigte sich Uwe Hehn überzeugt.

Erhebliche Mittel wird die Stadt weiter in den Schulsektor stecken, in den Ausbau der Kinderbetreuung, in den Straßenbau und die Ausweisung von Baugebieten. Dazu kommt die Verbesserung des Funknetzes sowie die Stadtsanierung im Kernort. „In den nächsten zwei Jahren soll die Planung von einem Experten unter Beteiligung der Bürger vorangetrieben werden,“ kündigte Uwe Hehn an. Dabei umfasse die Sanierung viel mehr als das „Einkaufszentrum“, von dem immer die Rede sei, so Hehn. „Wir fahren eine vorausschauende Politik beim Erwerb von Gebäuden,“ erklärte er mit Blick auf den Kauf mehrerer Häuser im künftigen Sanierungsgebiet. Die Gesamtplanung umfasse auch die Zukunft des ehemaligen Kreiskrankenhauses. Dort kann sich Uwe Hehn nach dem Umzug des künftig vom Saarländischen Schwesternverbands betriebenen Pflegeheims ein Ärztezentrum vorstellen. Die Parkplatzsituation im Ort werde sich verschärfen, wenn das Gasthaus Krone, wie geplant, zu Wohnungen umgebaut worden sei. So müsse die Stadtsanierung auch die Regelung des ruhenden Verkehrs mit einbeziehen. „Wir wollen den Wandel der Innenstadt sinnvoll planen,“ bekräftigte der Kandidat. „Das alles kostet Geld, deshalb brauchen wir einen Zeitplan und wir brauchen harte Verhandlungen mit dem Land,“ fügte Uwe Hehn an.

Weil die Stadt auf die Schnelle keinen Standort für den Bau eines neuen Ganztages-Kindergarten gefunden hat, zum neuen Kindergartenjahr aber Engpässe bei der Belegung drohen, wird die Kommune zunächst einen provisorischen Container-Kindergarten in der Nähe des Gewerbehofs aufstellen. Uwe Hehn geht davon aus, dass dieser bis September steht und Platz für eine Gruppe und eine Krippengruppe bietet. Das Personal soll in den nächsten Wochen gesucht werden. Platz für einen Außenspielbereich sei ebenfalls vorhanden, betonte Uwe Hehn.

Der Bewerber will darüber hinaus die Belange der Dörfer nicht vergessen, „In Niedersteinach investieren wir gerade rund 830 000 Euro in die Wohnumfeldmaßnahme“. Später an die Reihe kämen dann noch Waldmannshofen und Freudenbach, und eigentlich gebe es auch in Schmerbach und Frauental Sanierungsbedarf.

In der Fragerunde wurden unter anderem die schlechte Verkehrssituation in der Erdbacher Straße und in der Torstraße thematisiert sowie die ungenügende Zuwegung zum Gewerbegebiet Äckerbrunnen. Einen Ausbau der Torstraße schließt Uwe Hehn aus: „Dann würde dort bloß schneller gefahren“.

Karl Haag appellierte abschließend an die Bürger, am 15. April zur Wahl zu gehen. „Eine gute Wahlbeteiligung ist auch ein Vertrauensbeweis für den Bürgermeister“, so Haag. Das Ergebnis wird er übrigens am Sonntag gegen 19 Uhr in der Cafeteria des Schulzentrums bekannt geben.