Creglingen

Stadtkirche Creglingen Konzert mit Harfenistin Maja Taube

Spielerischer Umgang mit Klanggeweben

Archivartikel

Creglingen.Als Künstlerin ohne Star-Allüren präsentierte sich die Nürnberger Harfenistin Maja Taube bei ihrem Konzert in der Creglinger Stadtkirche. Sie stellte auf ihrer relativ kleinen Konzertharfe musikalische Kostproben ihrer jüngsten Soloprogramme „Klanggewebe“ und „Treibgut“ vor.

Viele Zuhörer aller Altersstufen hatten sich in der Kirche eingefunden. Die Jüngsten unter ihnen im Alter von sieben und neun Jahren sind bereits „Harfenlehrlinge“ und verfolgten gebannt von der ersten Reihe aus die fliegenden und klangwebenden Finger der Musikerin.

Befremdliche Stücke

Eher befremdlich muteten die Titel der gespielten Stücke an: „Morgen“ und „Gestern“, „Fundstück“ und „Wasser“. Entfernt erinnert die Musik an Minimal Music des Philip Glass mit ihren schier endlos wiederholten Patterns über wechselnden warmen Bass-Harmonien. „Das Plätschern des Wasser hab’ ich genau rausgehört“ war nach dem Konzert von einigen Besuchern zu hören. Der experimentelle Charakter der dargebotenen Musik war sicher nicht ganz nach dem Geschmack derer, die doch eher an schwebende Melodien und „passende“ Begleitung denken, wenn sie sich das Engelsinstrument vorstellen.

Perfekte Spieltechnik

An der perfekten Spieltechnik (zum Beispiel an den überbordenden Arpeggien) erkannte man die studierte Harfenistin.

Im Laufe ihrer Karriere hat Maja Taube der Orchesterliteratur den Rücken gekehrt und ihre eigene Klangsprache entwickelt. In Kursen und Workshops vermittelt sie den spielerischen Umgang mit „Klanggeweben“.

So war ihr Abendkonzert auch der Abschluss eines Tagesworkshops, den sie in Standorf auf Einladung von Bärbel Buß gehalten hatte. Sieben Teilnehmerinnen kamen in den Genuss des Unterrichts und waren begeistert vom Gelernten. BB