Creglingen

Evangelischer Kirchenbezirk Weikersheim (I) Bei Tagung der Synode in Creglingen auch mit den Finanzen befasst / Kritik an Pfarrplan 2030 geübt

Zahl der Mitglieder weiter gesunken

Mit Finanzfragen und der Zukunft der kirchlichen Arbeit im nördlichsten Bezirk der württembergischen Landeskirche befasste sich die Synode des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim.

Creglingen. Creglingen sei „die Perle im oberen Taubertal“ betonte Bürgermeisterstellvertreter Karl Haag in seinem Grußwort an die Mitglieder der Bezirkssynode. „Machen Sie weiter so“, ermunterte der Bad Mergentheimer Oberbürgermeister Udo Glatthaar die Kirchengemeinderäte und Pfarrer. Es sei gut, wenn die Kirche in der Öffentlichkeit präsent sei mit ihren „ganz tollen Angeboten“, und wenn sie Werteorientierung weitergebe.

Erster großer Programmpunkt waren die Finanzen des Kirchenbezirks Weikersheim. Fachkundig erläuterte Kirchenbezirksrechner Eberhard Daxhammer den Mitgliedern der Bezirkssynode den Haushaltsplan des Bezirks für 2019, der dann ohne Gegenstimmen beschlossen wurde.

Das Werk hat im ordentlichen Haushalt einen Umfang von 1 088 830 Euro – Dekanatamt, Kirchenmusik und Jugendwerk, Diakonisches Werk und Psychologische Beratungsstelle bilden seine Schwerpunkte. Finanziert wird dieser Betrag (neben staatlichen Zuschüssen für die Beratungsarbeit) vor allem durch eine Umlage bei den Kirchengemeinden des Bezirks. Diese beträgt 30,88 Euro je Gemeindemitglied, was eine Steigerung um 5,6 Prozent bedeutet. Das ist auch dadurch bedingt, dass die Zahl der Gemeindemitglieder im Kirchenbezirk weiterhin abnimmt. Im Jahr 2017 ist sie um 144 auf 17 951 gesunken.

Die Lage der kirchlichen Finanzen im Land sei noch gut, erläuterte Klaus Röger vom Evangelischen Verwaltungszentrum Öhringen. Auch für die nächsten Jahre plane man mit einer Steigerung der Verteilbeiträge. Berichte über das Geschehen auf den verschiedenen Ebenen der Kirche prägten den weiteren Abend.

Die Landessynodalin Prof. Dr. Martina Klärle aus Schäftersheim informierte über das aktuelle Programm der Stuttgarter Landessynode.

Die neue Ordnung der Predigttexte habe man eingeführt, Unterstützungen für Notfallseelsorge und Kindertagesstätten beschlossen. Bei der Frauenordination, deren 50-Jahr- Jubiläum man in diesem Jahr feiere, habe sich der Kirchenbezirk Weikersheim als Vorreiter gezeigt. An der Frage eines Gottesdienstes zur Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen müsse man weiterarbeiten.

Den Kirchenbezirk Weikersheim als Grenzregion hatte Dekanin Renate Meixner als Thema ihres ansprechenden Berichts gewählt (siehe gesonderter Bericht). Schuldekan Hans-Jürgen Nonnenmann zeigte sich erfreut über das steigende Interesse der Pfarrerschaft an Fortbildung und stellte seine neue Studienleiterin Anke Brosi vor.

Etwa 1800 Schüler, so berichtete er, nähmen am evangelischen Religionsunterricht teil. 55 evangelische Schüler hätten sich im letzten Schuljahr vom Religionsunterricht abgemeldet, dafür seien etwa 20 Prozent der Schüler solche, die teilnähmen, ohne einer Konfession anzugehören.

38 staatliche Lehrkräfte und 21 Pfarrer erteilten den Unterricht. Mit diesen Zahlen könne man sehr zufrieden sein. Dankbar äußerte sich der Schuldekan über den Einsatz der beiden Vikare Michael Bauer und Bastian Hein.

Schwieriger werde es in Zukunft mit dem Nachwuchs bei staatlichen Religionslehrkräften, ursächlich dafür seien Änderungen der Prüfungsordnung und der Seminarlandschaft.

Zur Entlastung der Pfarrerschaft auch im Hinblick auf die Veränderungen durch den Pfarrplan sei man aber auf Religionspädagogen als Vertretungskräfte angewiesen. Wichtig sei jedenfalls, dass „wir wachsam die gesellschaftlichen Veränderungen und neue Herausforderungen wahrnehmen und aufnehmen, die unser Leben als Christen und die Gestaltungsmöglichkeit als Kirche betreffen“. Auf Antrag von Pfarrer Bernd Rampmeier, Neunkirchen, stimmte die Bezirkssynode mehrheitlich einem Antrag zu, wonach Landessynode und Kirchenleitung gebeten werden sollen, einen Pfarrplan 2030 nicht mehr durchzuführen.

Der Antragsteller befürchtet, dass sonst „massiv Sonntagsgottesdienste ausfallen müssten“ und die „Nähe der Pfarrer zu den Gemeindegliedern“ verloren ginge.

Zudem würden Vertretungen schwieriger und die Belastungen höher. Auch die Ehrenamtlichen dürfe man nicht weiter belasten. Der Einsatz von Diakonen solle geprüft, Aushilfen durch Ruhestandspfarrer attraktiver gemacht werden.

Abschließend ehrten Synodalvorsitzende Ruth Hartung und Dekanin Renate Meixner Bezirksjugendreferent Friedemann Weller für 25 und Kirchenbezirksrechner Eberhard Daxhammer für 20 Dienstjahre.