Fechten

Fechten Im Herren-Säbel-Wettbewerb sowie im Damen-Degen gab es bei der EM in Düsseldorf mit jeweils Bronze die ersten Medaillen für den Deutschen Fechter-Bund

Alexandra Ndolo und Max Hartung hübschen die Einzelbilanz auf

Archivartikel

Am letzten Tag der Einzelwettbewerbe bei den Fecht-Europameisterschaften in Düsseldorf haben die deutschen Sportler ihre ersten Medaillen geholt. Säbel-Ass Max Hartung und Alexandra Ndolo mit dem Degen gewannen Bronze.

Max Hartung konnte schon Minuten nach seinem verpassten dritten EM-Titel in Serie wieder lachen. „Im ersten Moment war ich schon traurig. Aber es ist doch trotzdem toll, dass wir hier was bieten konnten“, kommentierte das Säbel-Ass aus Dormagen seine Bronzemedaille und die der Leverkusenerin Alexandra Ndolo im Degenwettbewerb der Damen.

Kein Hattrick, aber dennoch stolz

Dem 29-jährigen Max Hartung war der Hattrick nach Gold bei den Fecht-Europameisterschaften 2017 und 2018 jetzt in Düsseldorf nicht vergönnt: Im Halbfinale unterlag er dem Russen Wenjamin Reschetnikow mit 10:15. Es gab Bronze, doch ausgiebig gefeiert wurde diese Medaille nicht. „Jeder Tropfen Alkohol täte jetzt weh“, sagte der durch eine Fußverletzung eingeschränkte Hartung mit Blick auf das erhoffte Gold mit dem deutschen Säbel-Team am Samstag.

Es war insgesamt ein großer Moment für Max Hartung, erneut auf der Planche zum Einzug ins Finale zu stehen. Der zweifache Europameister hatte sich von knapp zwei Wochen die Gelenkkapsel am Fuß angerissen, ein Start war bis vor ein paar Tagen noch fraglich. „Hier zuhause auf der Hochbahn zu stehen, ist ein Traum. Meine Freunde, meine Familie und meine Vereinskameraden sind alle da. Wahnsinn, dass ich das geschafft habe.“

Auch Bundestrainer Vilmos Szabo war mit dem Einzel-Ergebnis der EM hochzufrieden: „Alle vier Jungs unter den letzten 16, Benedikt Peter Wagner auf dem fünften Platz, das ist eine prima Vorlage für die Teamwettbewerbe und die sind jetzt in unserem Fokus“. Max Hartung ergänzt: „Wir schauen jetzt schon Richtung Tokio, da macht es einen großen Unterschied, ob man allein antritt oder zu viert.“

Ein Kuriosum ereignete sich übrigens im Viertelfinale. Hier sah es für Hartung gegen den auf eins gesetzten Bolade Apithy (FRA) nocht gut aus, denn er musste immer wieder gegen einen Rückstand kämpfen. Bundestrainer Szabo hatte bereits orakelt: „Das wird schwer, Apithy ist fit“. Die Wende brachte schließlich ein Hinweis von Team-Kollege Björn Hübner-Fehrer (Future Fencing Werbach) aus dem Publikum: Ein Punkt war nämlich für Aphity doppelt gezählt worden. Die kurze Unterbrechung wegen des Videobeweises brachte schließlich die Wende und Hartung durfte sich über einen knappen 15:14-Sieg freuen. Hartung kommentiert: „Das ist ungewöhnlich, dass Obleute so etwas so spät revidieren. Und dafür gibt es für Björn ein Flasche Champagner.“

Hartungs Vorgänger Benedikt Wagner, der 2016 den Titel gewonnen hatte, vergab eine Medaille durch das 8:15 unter den besten Acht gegen den Russen Kamil Ibragimow und wurde Fünfter. Björn Hübner aus Werbach verlor im Achtelfinale gegen Hartung mit 8:15, der Olympia-Achte Matyas Szabo unterlag Reschetnikow in der gleichen Runde mit 12:15. Hübner wurde im Gesamtklassement Elfter, direkt hinter ihm blieb für Bundestrainer-Sohn Szabo Rang zwölf

Keine Angst vor dem Verlieren

Alexandra Ndolo wirkte noch glücklicher als Hartung, obwohl auch sie in der Vorschlussrunde mit dem 12:15 gegen Coraline aus Frankreich das Gold-Gefecht verpasste. „Eine Medaille ist auf jeden Fall was. Ich bin stolz auf mich“, sagte sie über ihren zweiten EM-Podestplatz nach Silber 2017.

Auch Ndolo hatte im Viertelfinale „gewackelt“, doch auch sie setzte schließlich den entscheidenden Treffer zum 15:14 gegen die Rumänin Maria Udrea durch. „Ich hab’ nicht soviel Angst vorm Verlieren“, sagte Alexandra Ndolo nach dem Wettkampf mit Blick auf ihr knappes Resultat gegen Udrea. dpa/stk