Fränky'sche Nachrichten

Hohenlohe wird Bio-Musterregion Sitz des Regionalmanagements wird auf Schloss Kirchberg eingerichtet / Zweiter Bewerbungsversuch „mit Glanz und Gloria“ bestätigt

Anknüpfen an bestehende Erfahrungen und Strukturen

Hohenlohe.Im zweiten Anlauf hat’s geklappt: Hohenlohe wird Bio-Musterregion. Das hat die Landesregierung am Dienstag in Stuttgart mitgeteilt. „Die Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall haben gemeinsam ein Konzept vorgelegt, welches hervorragend an die bereits bestehenden Erfahrungen und vorhandenen Strukturen in der Region anknüpft“, schreibt das Staatsministerium in der Begründung.

Das Thema der Informations- und Bildungsarbeit bekomme hier einen besonderen Stellenwert. „So sollen beispielsweise bestehende Ökobetriebe als Ausbildungs- und Vernetzungsstellen eine zentrale Rolle in der landwirtschaftlichen Ausbildung bekommen. Ein weiteres vorgesehenes Projekt soll sich der Erzeugung von Bio-Ferkeln widmen.“

Walter Döring, ehemaliger FDP-Landeswirtschaftsminister und Koordinator der neuen Bewerbung, wertet den Zuschlag als „großen Erfolg für die Region“. Der zweite Versuch sei „mit Glanz und Gloria“ bestätigt worden: „Das wird die Region Hohenlohe auf Jahre hin voranbringen.“ Auch Rudolf Bühler, Vorstand der Stiftung Haus der Bauern, begrüßt die Entscheidung. Ihn freue besonders, dass es gelungen sei, ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten.

Breites Bündnis

Hinter der mit „Bio-Heimat Hohenlohe“ überschriebenen Bewerbung steht ein breites Bündnis von mehr als 60 Akteuren. Auf Initiative der Stiftung Haus der Bauern haben die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), Ökoverbände wie Bioland und Demeter, Unternehmen, gastronomische Betriebe, die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe, Bauernverband und Landfrauen in einer mehrmonatigen Findungsphase Ideen gesammelt. Zentrale Projekte sind unter anderem das Gütesiegel „Hohenloher Bio-Sterne“ und ein Ausbildungsgang mit einer Zusatzqualifikation „Ökologischer Landbau“, außerdem soll der Fokus auf ökologische Außer-Haus-Verpflegung gelegt werden.

Ein hauptamtlicher Regionalmanager soll sich um die Umsetzung der einzelnen Projekte kümmern, vernetzen und beraten. Weitere ehrenamtliche Mitglieder sollen ein Koordinator, ein Vertreter der Stiftung Haus der Bauern, Vertreter der Landkreise, der regionalen Gastronomie, der Verbraucherzentrale, eines Umweltverbandes, der Erzeuger und der Landfrauen sein.

Der Sitz des Regionalmanagements wird auf Schloss Kirchberg eingerichtet. Das Land unterstützt die Bio-Musterregionen drei Jahre lang mit jeweils bis zu 100 000 Euro.

Rainer Kubach, Bioland-Landwirt aus Langenbeutingen, hofft, dass der Status als Bio-Musterregion weitere Bauern motiviert, auf Bio umstellen. Im Südwesten liegt der Anteil der ökologisch wirtschaftenden Betriebe laut Agrarministerium bei 10,2 Prozent; 11,7 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Land werden ökologisch bewirtschaftet.

Neben der Region Hohenlohe/Schwäbisch Hall sind die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald zusammen mit der Stadt Freiburg, der Landkreis Ludwigsburg zusammen mit der Landeshauptstadt Stuttgart, der Landkreis Biberach sowie der Neckar-Odenwald-Kreis zu Bio-Musterregionen ernannt worden. 2018 sind bereits vier Bio-Musterregionen gestartet: der Kreis Ravensburg, Konstanz/Bodensee, der Enzkreis und Heidenheim mit Ostalbkreis-Gemeinden. pm