Fränky'sche Nachrichten

Leserbrief Zu „Justiz watscht Volkswagen ab“ (FN, 14. Juni)

Genialer Finanz-Schachzug?

Endlich gibt es auch ein Urteil gegen den VW Konzern in Deutschland und dann, nach amerikanischem Vorbild, auch gleich eine Milliarde Euro Bußgeld.

„Der Autohersteller verzichtet darauf, Rechtsmittel einzulegen . . .“ „Das Geld muss laut Staatsanwaltschaft innerhalb von sechs Wochen an das Land Niedersachsen gezahlt werden“.

Starke Worte, tatsächlich könnte man auch zu der Erkenntnis kommen, dass das Land Niedersachsen, als Hauptaktionär von VW, hier eine satte Sonderausschüttung erhält. Gezahlt wird die Strafsumme an das Finanzministerium Niedersachsen, offensichtlich ohne Auflagen.

Das Land Niedersachsen ist der Hauptaktionär des VW Konzerns mit einer Beteiligung von mehr 20 Prozent. Damit bleibt dieser Betrag von einer Milliarde Euro in der „VW-Familie“, und die übrigen Aktionäre gehen in diesem Fall weiterhin leer aus. Warum geht dieser Betrag nicht zweckgebunden in die betroffenen Regionen Deutschlands zur Bekämpfung der Ursachen beziehungsweise endgültigen Beseitigung der Luftverschmutzung?

Nach einer Investition in Höhe von einer Milliarde Euro in die Umwelt dürfte es das Wort „Dieselfahrverbot“ bald nicht mehr geben.

Leider konnte ich für mich noch nicht endgültig klären, ob es sich in diesem Fall wirklich um eine Strafe handelt oder um einen genialen finanztechnischen Schachzug von VW, der ihn gleichzeitig als reuigen Sünder darstellen lässt.