Freudenberg

70 Jahre VdK-Ortsverband Gratulanten würdigten in ihren Ansprachen das wichtige und außerordentliche Engagement der Mitglieder

Ansprechpartner für Bürger in Not

Archivartikel

Seit 70 Jahren ist der VdK-Ortsverband in Raunberg wichtiger Ansprechpartner in Sozialfragen und ein bedeutender Teil der Dorfgemeinschaft. Nun wurden viele Mitglieder für ihre Treue geehrt.

Rauenberg. „Einen guten Verein und Verband erkennt man daran, wie er feiert“, stellte Werner Raab, stellvertretender Landesverbandsvorsitzender Baden-Württemberg und Bezirksvorsitzender des VdK, in seiner Rede bei der Feier zum 70-jährigen Bestehen des Rauenberger Ortsverbands am Sonntag fest. Gelungen ist die Veranstaltung in jeder Hinsicht.

Der Tag begann mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Wendelinus, den Pfarrer Reinhold Baumann zelebrierte. Anschließend ging es zu den Klängen der örtlichen Musikkapelle in einer Kirchenparade zur Raubachhalle.

128 Mitglieder

Dort blickte die Vorsitzender Margarete Schmidt auf die Gründung des Ortsverbands zurück. Dieser umfasst heute Rauenberg, Ebenheid sowie Wessental und hat aktuell 128 Mitglieder. Neben Hilfen in sozialen Angelegenheiten machen viele gesellige Aktivitäten das Vereinsleben aus. Schmidt dankte allen, die dem Ortsverband in guten und schlechten Zeiten die Treue gehalten haben.

Freudenbergs Bürgermeister Roger Henning überbrachte die Glückwünsche des Gemeinderats. 70 Jahre seien eine stolze Zahl. Entgegen dem Trend in vielen Vereinen wachse die Mitgliederzahl des Ortsverbands. Henning: „Sie haben allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.“

Die Gruppierung sei in den vergangenen Jahren sehr aktiv geworden und nehme an vielen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen teil. Zudem gebe es gemeinsame Unternehmungen der Mitglieder, die auch als zuverlässige Helfer bei Veranstaltungen im Dorf einsatzbereit seien.

Der Bürgermeister betonte: „Sie sind Ansprechpartner für Bürger in Not, verloren im Paragrafen-Dschungel des Sozialrechts.“ Der VdK sei heute auch in kleinen Orten nicht wegzudenken. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter engagierten sich in der Ortsgruppe nicht nur für das Wohl der Mitglieder, sondern sie seien für alle Ansprechpartner. Gerade dies wirke sich auf das Gemeinwohl aus. Henning: „Seien Sie sich sicher, Ihre Arbeit wird Ihnen nie ausgehen, Ihre Hilfe wird ständig gebraucht.“ Für das Engagement sprach er der Ortsgruppe seinen Dank aus.

Diesem schloss sich auch Werner Raab aus. Die Idee des VdK liege schon in der christlich abendländischen Kultur der Mitmenschlichkeit, griff er eine Aussage von Pfarrer Baumann aus dem Gottesdienst auf. „Finden wir zu diesem Ursprung zurück, dann läuft alles wie geschmiert“, war er überzeugt. Auch wenn sich die Themen des VdK in den Jahrzehnten verändert hätten, seine Hilfe sei heute genauso nötig wie jeher. Das Thema Sozialpolitik sei auf Bundesebene in jüngster Zeit hinter anderen Thematiken zurückgetreten. Über diese Entwicklung sei er unglücklich, bekannte der Redner.

Weiter ging er auf die vielen Aufgaben und Themenfelder ein, in denen der VdK die Menschen unterstütze und für die sich der Verband in Politik und Öffentlichkeit stark mache. Dazu gehörten unter anderem das Fehlen von Fachkräften in der Pflege, Altersarmut und die soziale Spaltung im Gesundheitssystem. Was den demografischen Wandel angehe, müsse man sich mit den Inhalten dahinter beschäftigen. Er hob auch das in Deutschland vorhandene große ehrenamtliche Engagement hervor. „Deswegen leben wir gerne hier.“

Kreisvorsitzender Kurt Weiland zeigte die Notwendigkeit der Beratungsangebote auf. „Die Kooperation von Hauptamtlichen in der Rechtsberatung und den Ehrenamtlichen für die Gemeinschaft vor Ort ist wichtig“, erklärte er.

Gemeinsam mit Bürgermeister Henning ehrten die VdK-Verantwortlichen zahlreiche Mitglieder für ihre Treue (siehe Infobox). Für die musikalische Unterhaltung sorgte Alleinunterhalter Herbert Dosch aus Nassig. Zudem erfreute der Rauenberger Kinderchor „kids voice“ unter der Leitung von Madeleine Weis die zahlreichen Gäste. Die jungen Sänger hatten für die Kinder in der Halle drei fünfzehnminütige „Märchenstunden“ in der „Kuschelecke“ an. Zudem gab es eine Spielstraße, die Kindergartenleiterin Renate Kleinert betreute.

Rauenberger Holzschnitzkünstler präsentierte ihre Werke. Zudem ermöglichten gesammelte Fotos und Artikel einen Blick in die Geschichte des Ortsverbands. Am VdK-Infostand konnten sich Interessierte über dessen Angebote informieren. Am Stand der Sozialstation gab es die Möglichkeit, Blutdruck und Blutzucker messen zu lassen. bdg