Freudenberg

Breitbandausbau Startschuss für "Auffahrt auf die Datenautobahn" für Ebenheid und Külsheim gegeben

Arbeiten sollen noch im Oktober beginnen

Külsheim/Ebenheid.Großer Tag für eine kleine Gemeinde: In Ebenheid fiel am Montagnachmittag der Startschuss für den Breitbandausbau, mit dem das zu Freudenberg gehörende Dorf und Külsheim die so oft in diesem Zusammenhang genannte "Auffahrt auf die Datenautobahn" bekommen sollen.

"Ebenheid ist nicht der größte Ortsteil im Main-Tauber-Kreis", wusste Freudenbergs Bürgermeister Roger Henning. "Aber auch hier muss die Technik voranschreiten." Denn "wenn Ferien und alle Schülerinnen und Schüler zu Hause am Computer sind, dann geht in Sachen Internet gar nichts mehr".

Aber auch für das Telefonieren via "Voice over IP" seien schnelle Leitungen unerlässlich. "Sonst ist Ebenheid von der Außenwelt abgeschnitten." Schließlich krankt es auch an Mobilfunkverbindungen, identifizierte Henning ein weiteres Problemfeld.

So nannte der Freudenberger Bürgermeister dies einen "sehr schönen Termin heute" und freute sich, dass Ebenheid/Külsheim auf der Ausbauliste des Kreises vorgezogen wurde.

Landrat Reinhard Frank, der später auch zu Gast im Freudenberger Gemeinderat war (siehe weiteren Bericht) bezeichnete den Breitbandausbau als einen der Investitionsschwerpunkte des Landkreises. Nicht ohne hörbare Zufriedenheit stellte er fest, dass die Entscheidung für das sogenannte Deckungslückenmodell, die der Main-Tauber-Kreis als einer von nur zwei Landkreisen in Baden-Württemberg getroffen hat, sich seiner Meinung nach als richtig herausstellt. Ähnlich sah dies wohl auch Dr. Veit Steinle, wie dem Grußwort des Leiters der Stuttgarter Niederlassung des Projektträgers atene KOM zu entnehmen war. "Arbeitsplätze sichern, neue schaffen, schauen, dass der ländliche Raum wettbewerbsfähig bleibt und junge Leute nicht abwandern müssen", nannte er wichtige Zielsetzungen der Maßnahme.

Keine leichte Aufgabe

Wie Joachim Otto als Vertreter der Deutschen Telekom informierte, handelt es sich bei Külsheim und Ebenheid um den vierten von neun Ausbaubereichen im Main-Tauber-Kreis, wobei auch der fünfte bereits in Angriff genommen worden sei. Im März habe man begonnen. "Nächstes Jahr um diese Zeit wollen wir bereits fast fertig sein. Das ist nicht unbedingt leicht". Dafür bedürfe es zuverlässiger und bewährter Baufirmen sowie neuester Technik.

Otto erinnerte daran, dass es noch gar nicht so lange her sei, dass von zwei Megabit als anzustrebender Geschwindigkeit gesprochen wurde. Nun sei von 50 Megabit die Rede und teilweise werde man 2018 sogar Netze mit 250 Megabit in Betrieb nehmen.

Die Voraussetzung hierfür sei das Glasfaserkabel. Otto war überzeugt, "in zwei Jahren wird es viele Gemeinden in Nachbarlandkreisen geben, die tränenden Auges in den Main-Tauber-Kreis blicken".

In den nächsten zwei Wochen wolle man die Baustelle einrichten und noch im Oktober mit den Arbeiten anfangen, erklärte der Telekom-Vertreter. Nach einer gemeinsamen Medieninformation des Unternehmens und des Landkreises sollen "voraussichtlich ab April 2018 weitere 1200 Haushalte vom Glasfaserausbau" profitieren. Dazu werden 9,8 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 16 hochmoderne Straßenverteiler aufgestellt. ek