Freudenberg

Windpark Bernhard Kaiser von der Ökologischen Arbeitsgemeinschaft stellte Konzeption vor

Ausgleichsmaßnahmen für den Windräderbau im Blick

Freudenberg.Die Räder im Windpark Freudenberg drehen sich schon eine Weile. Jetzt werden auch die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen für den Bau in Angriff genommen.

Dabei gehe es um die Förderung seltener und streng geschützter Arten und die Verbesserung der landschaftsgebundenen Erholung, sagte Bernhard Kaiser von der Ökologischen Arbeitsgemeinschaft Würzburg. Er stellte die entsprechende Konzeption am Montag in der Sitzung des Gemeinderates vor.

Naturschutzfonds

In zwei Projekten geht es konkret um Sandlebensräume und Flachlandmähwiesen im Main- und im Wildbachtal, sowie um einen Lebensraumkomplex nordöstlich von Rauenberg.

Dass Boxtal und Rauenberg besonders von den Ausgleichsmaßnahmen profitierten "war uns wichtig, denn die beiden Ortsteile hatten und haben auch die Belastung", stellte Bürgermeister Roger Henning fest.

Durch Zahlungen des Windparkbetreibers in einen Naturschutzfonds stehen 227 288 Euro zur Verfügung.

Die Gesamtkosten bezifferte Fachbereichsleiter Matthias Gallas auf 252 542 Euro, so dass von der Stadt in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt rund 25 000 Euro zu tragen wären.

Starker Artenrückgang

Der mit zahlreichen Bildern - "alle von hier, nicht von irgendwo" - unterlegte Vortrag Kaisers war durchaus dazu geeignet, von einem großen Artenreichtum in der Tier- und Pflanzenwelt auf Freudenberger Gemarkung auszugehen. Das ist aber nur vordergründig so.

"Die meisten Arten sind extrem stark zurückgegangen, die Vielfalt ist praktisch vorgetäuscht", so der Experte. Es gehe nun darum, "dafür zu sorgen, dass die Tiere und Pflanzen bleiben können".

Lars Kaller (CDU) sagte, bei den Planungen handele es sich um eine Ergänzung des Konzeptes, das innerhalb des Windparkgeländes umgesetzt werde. "Dass dieses funktioniert sieht man schon nach einem Jahr."

Zu den Maßnahmen gehört auch ein Rundwanderweg um Boxtal. Hoffnungen, dass davon der Steg über den Wildbach profitieren könnte, zerschlugen sich aber umgehend. Dieser wird mit dem vorhandenen Geld nicht gefördert.

Gespräche mit Grundstückeignern

Fast die Hälfte der Kosten wird durch den notwendigen Flächenerwerb verschlungen, machte Gallas deutlich und ergänzte später, dass mit den meisten Grundstücksbesitzern bereits Gespräche geführt worden seien. Man müsse darauf achten, "dass das Geld, das investiert wird, nicht buchstäblich versandet", so Ellen Schnellbach (CDU). Da hatte Bernhard Kaiser aber keine Befürchtungen. ek