Freudenberg

Gemeinderat Konzeptionsentwurf zur Umgestaltung der Freizeitanlage vorgestellt / Geschätzter Investitionsbedarf liegt deutlich höher als ursprünglich veranschlagt

Badesee-Modernisierung birgt hohe Kosten

Der Freudenberger Badesee soll modernisiert werden: Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag in einem Grundsatzbeschluss einstimmig bekräftigt. Finanziell bleiben aber Fragezeichen.

Freudenberg. Dass der Rat sich noch einmal mit dem Thema Badesee beschäftigt, war vom Regierungspräsidium nahegelegt worden, nachdem aus dem Tourismusförderprogramm des Landes nur 25 Prozent statt der erhofften 50 Prozent in Aussicht gestellt wurden. Gleichwohl wurde beschlossen, den entsprechenden Antrag neu zu stellen und gleichzeitig die Verwaltung damit beauftragt, sich nach weiteren Möglichkeiten umzusehen, wie man Unterstützung erhalten kann.

Wie der Badesee modernisiert werden könnte, dazu stellte Werner Schierl von der Ingenieurgesellschaft für Umweltplanung in der Sitzung einen Konzeptionsentwurf vor, in dem auch eine Kostenschätzung enthalten war. Schierl bescheinigte der Anlage einen "Retrocharme", konstatierte zugleich: "Da muss man mal wieder etwas machen."

Aber der Experte hatte auch lobende Worte. Ringsum Grün, eine tolle Kulisse, eine funktionierende Gastronomie und vor allem viel Platz für Spaß, Sportliches, für die Sicherheit, für Ruhesuchende und seit neuestem sogar für die Kultur. Der Badesee sei "ein Alleinstellungsmerkmal" für Freudenberg und verfüge über eine längere Halbwertszeit als jedes Freibad.

Der Konzeption zufolge sollte die Anlage in zwei Stufen modernisiert werden, wovon die erste den Strandbereich und die sanitären Anlagen umfassen würde. Hier wurden Kosten von rund 300 000 Euro genannt.

Die Stufe zwei würde dann unter anderem Steganlagen beinhalten, um von der Liegewiese aus leichter ins tiefe Wasser zu gelangen, außerdem die Wassertechnik - auch zur Vorbeugung gegen eine Veralgung - und eine Breitwellenrutsche, die Schierl anstatt eines neuen Sprungturms empfahl. Dies ist mit 500 000 Euro veranschlagt.

Das sind natürlich Summen, die deutlich von den 150 000 Euro abweichen, die Verwaltung und Gemeinderat einmal vorgesehen hatten - und das bei einer 50 Prozentigen Förderung. Das räumte auch Bürgermeister Roger Henning ein.

"Die Kosten erschlagen einen erst einmal", sagte er. "Die komplette Analyse war nötig", bekräftigte der Bürgermeister. Sie liefere "den Blick von außen" auf die Anlage und das, was dort möglich sei. "Mit dem was wir jetzt haben, sind wir auf einem guten Weg", befand Hennig.

Von "einem ziemlichen Brocken" sprach auch Hartmut Beil (SPD). Wenn es aber haushaltstechnisch möglich sei, solle man die Konzeption weiterverfolgen. "Eine Modernisierung des Badesees würde die Attraktivität als Tourismusstadt weiter steigern."

Skeptisch, ob man das alles finanziell stemmen kann, vor allem im Hinblick auf andere Vorhaben wie den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Freudenberg, zeigten sich Christian Bartelt (CDU) und Klaus Weimer (Freie Wähler). Heiko Brand (Freie Wähler) folgte eher der positiven Sichtweise Beils, störte sich aber ebenso wie Ellen Schnellbach (CDU) an der Möglichkeit, dass der Badesee wegen der Bauarbeiten für ein Jahr geschlossen werden könnte. Auch Lars Kaller (CDU) fand es "nicht gut, eine komplette Saison schließen zu wollen".

Die billigste Lösung wäre, die Anlage komplett zu schließen, so Peter Eckert (CDU). Er machte aber sogleich klar, dass dies "nie ein Thema in Freudenberg war" und auch jetzt nicht sein könne.

Man solle jetzt maximal darüber entscheiden, in der anstehenden Klausurtagung darüber zu diskutieren, ob man im kommenden Haushalt Mittel für die Planung einstelle, hatte Bürgermeister Henning schon vorher angemerkt.

Der bevorstehende "Paukenschlag" im Öffentlichen Personennahverkehr mit dem Ruftaxi mache es künftig auch von den Ortschaften aus sehr viel leichter möglich, den Badesee zu besuchen, so Henning abschließend. ek